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Altura Sonar-Theremin Controller für MIDI

Zeppelin Altura MIDI Control

Theremine sind die Dinger, bei denen man mit dem Abstand der Hand zur Antenne jeweils Lautstärke und Tonhöhe steuern kann. Geht das nicht auch anders? Ja, das geht.

So dachte sich wohl das Zeppelin Design Labor und baut ein Gerät mit zwei abgeschrägten Ecken in denen Sender und Empfänger für Ultraschall enthalten sind, also quasi ein Sonar auf jeder Seite. Rein technisch sind die beiden „Strahlen“ gleich, und daher kann man die Hände auch etwas anders halten als bei einem „echten“ Theremin.

Altura Theremin MIDI Controller

Die Klangerzeugung des Theremins, besonders das des klassischen, ist zumeist eher ein wenig unspektakulär. Deshalb gibt es die hier gar nicht, sondern das Gerät sendet reine Noten und Pitchbend-Daten sowie Lautstärke und Anschlagdynamik. Auch Portamento kann versendet werden. Es gibt aber vom gleichen Hersteller einen kleinen Touch-Plate Synthesizer mit dem Namen Macchiato (ohne Latte) für $39-96 (je nach Ausführung), der auch einen MIDI-Eingang besitzt. Für dessen Steuerung ist das Gerät „gedacht“, aber es kann selbstredend jeden MIDI-Synthesizer steuern.

Das Altura Steuergerät hat nicht all zu viele Anpassungen anzubieten, sondern eher Justage der beiden Hand-Entfernungs-Scanner wie etwa die Spreizung der Töne und Skalierung. Alles andere sollte der Klangerzeuger selbst erlauben. Viele aktuelle Synthesizer und noch eher sogar die Synthesizer der 90er und 2000er dürften diese Bedingungen erfüllen. General-MIDI-Specs sollten erfüllt werden oder passend gemacht werden. Ähnlich wie den Synthesizer bekommt man den Altura in verschiedenen Baustufen als Bausatz oder fertig. Man kann sich in Sachen Gehäuse, Form und Stromzufuhr jeweils für eine fertige Lösung entscheiden.

Infos

  • Die Kosten liegen bei $49 bis $129. Hier  kann man sich informieren oder das Gerät bestellen.

4ms Pingable Envelope Generator für Softube Modular. Schnelle und spezielle Hüllkurven!

4ms PEG für Softube Modular

Der Softube Modular wächst. Zunehmend kommen immer wieder hochwertige Module aus der Eurorack-Welt hinzu. Die letzte namhafte Neuerung war der Buchla 259e Oszillator. Dieses Mal ist es 4ms spezieller PEG, ein doppeltes Hüllkurven-Modul.

PEG heißt ausgeschrieben Pingable Envelope Generator. Der Name kommt daher, da man diese sehr einfache Hüllkurve quasi per Trigger anschubsen kann. Die Antriggereinheit ist bereits so konzipiert, dass man die Hüllkurve mehrfach anschieben kann mit nur einem Triggersignal. So suggeriert auch dieses „Dubstep Wobble“ Video.

4ms Pingable Envelope Generator

Die Hüllkurve selbst ist steigend oder fallend oder zu gleichen Teilen steigend und fallend angelegt. Sie ist daher also „nur“ ein Decay oder Attack oder beides und kann schnell in einen LFO verwandelt werden, da diese Form sich dazu hervorragend eignet.

Die „Symmetrie“ ist nämlich frei und stufenlos wählbar und lässt sich in ihrem Verlauf verformen. Dazu dient der Curve-Knopf, der beispielsweise ein sehr, sehr schnelles Abfallen oder auch das Gegenteil bewirken kann, um sehr schnelle kurze Pulse oder Snares zu erzeugen oder eben auch gemächlichere Wobble-Sounds. Davon gibt es genau zwei Stück in dem Modul.

Über „Cycle“ kann die Hüllkurve als LFO dienen. Das PEG hat jeweils für Quantize und Asynchronität (!!) eine Buchse. Damit kann man faktisch bewusste Abstände zwischen den beiden Generatoren aufbauen und steuern.

Kurvenform und ob dies einen Attack- oder Decay-Charakter haben soll, ist modulierbar per CV. Ebenso kann man für die Steuerung des jeweils anderen (oder irgendeines Sequencers oder anderer Hüllkurven) die „Ende erreicht“-Signale abgreifen und so beispielsweise die beiden abwechselnd anlaufen lassen wie in einem Ping-Pong-Spiel. Dadurch wird die Hüllkurve komplexer und hat dann zwei Zeitphasen.

Das PEG kostet $23 und kann für 20 Tage getestet werden, ohne zu bezahlen.

Infos

  • Für mehr zu genau diesem Modul und der Bestellung geht hier.

Video

MIDI HD 2017 – Ein neues MIDI für alle?

MIDI capability anfrage

Schon früher hatte ich mal über MIDI HD berichtet. Es handelte sich um einen „Standard“ im Protokoll für USB-MIDI-Geräte, der freiwillig genutzt werden kann. Außerdem berichtete ich über ein fehlendes technisches Normwerk zu MIDI über Miniklinkenstecker.

MIDI HD von 2015 als freiwilliger Vorschlag hat sich nicht nur nicht durchgesetzt, sondern wurde von keinem Hersteller adaptiert. Das Problem dabei ist, dass alles mit dem DIN-MIDI-Stecker auch kein MIDI HD sprechend durfte. Die Idee, dass USB ein livetaugliches Stecksystem sei, dürfte vielen, die auf Bühnen stehen, auch schon als nicht ideal bekannt sein. Dennoch ist MIDI auch sehr stark ein Protokoll, welches durch alle möglichen Kabel und Stecker „fließen“ darf, es sind ja nur Daten.

Was will das neue Format tun, und wer steht dahinter? Es gibt dieses Mal ein wenig Hoffnung, da jetzt auch ein paar Hersteller das neue Format unterstützen möchten. Ob die kritische Masse erreicht wird, um es auf großer Fläche für alle verfügbar zu machen, ist allerdings fraglich. Skepsis ist sicher sehr berechtigt, denn da bewegt sich bekanntermaßen wenig, solange nicht die Großen und Namhafteren das voran treiben.

Was kann MIDI HD?

Es gibt in HD eine Anfrage an das Zielgerät. Dabei wird die Geschwindigkeit und die Art des Gerätes abgefragt. Die Antwort kann dann sein, dass es sich um einen Sequencer oder ein E-Piano handelt und für diese Gelegenheiten gibt es Konfigurationen wie etwa General-MIDI, „Ist MPE im Spiel?“, „Werden Controller versendet und wenn ja, welche?“

Wenn diese Grundlage erfragt ist, kann man Daten austauschen. Das kann auch die Liste der aktiven Patches sein. Damit würde ein SysEx-Dump wohl smarter werden können, und eine Reihe Controllerdaten sind davon getrennt. Neu ist also die Verhandlung von Geräten und damit ist den MIDI-Geräten klar, welche Art von Maschinen hier gerade miteinander reden.

Über Parameter-Exchange werden dann Hersteller und Typ, Patches, aktiv genutzte Controller und sogar die MIDI-Implementation selbst versendet und damit der Rahmen, welche Daten verschickt werden und welchen Typs sie sind. Zudem gibt es Daten, die mit Noten mitgeschickt werden können. Das ist wichtig für neue Controller, die mehr als nur Anschlagdynamik oder Druckdynamik einer einzigen Dimension übertragen wollen.

MPE

Wem MPE nichts sagt, der sei hier nur kurz informiert, dass damit Töne verschieden gebeugt werden können. Das ist notwendig, um Controller wie die von Roli oder das Haken Continuum sinnvoll und vollständig nutzen zu können. Jeder Ton erhält eine Art eigenes Pitchbending und Skalierung.

Wenn man speziell einer Note noch Daten „ankleben“ kann, so könnten dies Lippendruck oder mehrere Sensoren sein, die zum Zeitpunkt des Notenspiels wichtig sind. Diese sind nicht ganz so fest deklariert, sodass Blaswandler und ganz andere neuartige Steuergeräte möglich sind, die extrem vieldimensionale Steuerungen pro Note übertragen können.

Es gibt natürlich mehr MIDI-Kanäle und mehr freie Controller. MIDI war bisher fest mit 16 Kanälen und 128 Controlleradressen ausgestattet. Man konnte diese jedoch „kaskadieren“. So schaffte z.B. der Alesis Andromeda eine Auflösung von 16384 Schritten pro Parameter, ohne dass es ein neues MIDI-Protokoll gab. Jedoch ist die Geschwindigkeit hier bei der reinen Datenmenge im Wege, da das Daten-Bündel jeweils 6 statt nur 1 Byte durch die langsame MIDI-Schnittstelle schieben muss – und das hat Grenzen.

Noch langsamer sind Echtzeit-SysEx-Befehle, da sie per se 6 Byte pro „Befehl“ übertragen. Erhöht wird daher nicht nur die Geschwindigkeit, sondern damit auch die Übertragungsmenge. Die schon etablierten NRPN-Controller-Kaskaden mit ihren aktuell 6 Byte werden vereinfacht und ermöglichen damit eine effizientere Übertragung, da man nicht nur 6 Byte sondern einfach größere Zahlen übertragen kann. Damit wäre MIDI kein Flaschenhals mehr. Das gilt auch für Programmwechselbefehle und den schon immer etwas unfertigen Bank-Select, der in MIDI 1.0 jeweils 128 Sounds enthielt und aus 2 Bytes bestand. Im Zeitalter sehr großer Speichermengen ist das auch zeitgemäßer.

Aufwärtskompatibel

Natürlich laufen alte Geräte weiter. Das Ausverhandeln über technische Daten in MIDI HD 2017 ermöglicht eine Kompatibilität mit dem klassischen Format. Jedoch ist nach „oben“ deutlich mehr möglich. Und wenn HD-Geräte im Spiel sind, können sich diese auch mit den neuen Möglichkeiten verständigen.

Wir können alle nur hoffen, dass sich neue Möglichkeiten auch umsetzen und durchsetzen werden. Denn damit sind musikalisch auch ganz neue Dinge überhaupt machbar, die bisher unelegant über USB oder Ethernet gelöst wurden. Oder neuerdings durch Bluetooth- und WLAN/IP-Protokolle, die jedoch nicht unbedingt immer ideal für Echtzeit-Musik sind. Es ist jedoch wichtig für das Verständnis, dass physikalische Dinge wie Steckerformen und Buchsen oder die USB-Schnittstelle als solche etwas anderes ist als das MIDI-Protokoll und deren Stecker und Daten.

Und zu allem Überfluss handelt diese Geschichte, die durch die ADC Conference ausgelöst wurde, nicht von einem echten Arbeiten an MIDI und einem echten, fertigen Standard, sondern möchte diesen endlich einmal festlegen und zwar sinnvoll. Das ist der schwere Teil.

Was passiert?

Wer 6 Stunden Nerdtalk aushält, kann sich das ADC-Video anschauen, in dem man einige Hersteller hören kann, die faktisch ihre Entwicklungen zeigen. Vermutlich wird nicht jeder sofort die Ideen, die hier geschrieben stehen, direkt erfassen und so verstehen können. Aber wer interessiert ist, was möglich sein soll und wird und was wichtig wäre, sollte hier mal einen Blick riskieren.

Dabei geht es sogar um Sampling, Charakterisierung von Sounds und deren Übertragung (ROLI/Ex-fxpansion). Hochinteressant! Die Hersteller sagen, es sei nicht schwer gewesen 20 Hersteller zusammenzubekommen, die Lust auf MIDI HD haben.

Übrigens wird MIDI HD nicht zwangsweise genau so heißen. Dennoch ist die Funktionsweise schon sehr gut vorgedacht.Es ist möglich, dass wir auch in einiger Zeit damit wirklich arbeiten können. Bei etwa 32:00 sieht man ein hochspannendes Gespräch über die neuen Möglichkeiten. Es ist also definitiv viel viel mehr als je vorher – die haben wirklich Bock! Wir auch!

Interessant ist, dass auch Google und andere hier mit dabei sind, also Firmen mit Kraft. Dort geht es natürlich eher um Controller und Gestenübertragen. Das würde helfen, MIDI HD deutlich weiter zu verbreiten und durchzusetzen.

Video

Teenage Engineering stellen neuartige Dinge vor …

Teenage Engineering Speaker R

Teenage Engineering kennen wir von den kleinen Taschenrechnern und natürlich noch viel mehr vom OP-1, dem „Allrounder“-Synthesampler. Während die Rechner sehr günstig sind, ist der OP-1 inzwischen bei knapp unter 1.000 Euro Neupreis angekommen. Was kommt jetzt?

Was viele vielleicht gar nicht wissen ist, dass es bereits ein Lautsprecher-System von Teenage Engineering gibt, nämlich das OD-11. Das ist ein Bluetooth-Speak-System für den Raum. Neu ist nun der Prototyp Speaker „R“.

Neuer Prototyp von Teenage Enginering

Unschwer zu erkennen ist das total andere Design, das an Lego erinnert. Es gibt auch eine weitere Entwicklung, die auf den Namen „H“ hört, eine Variante und natürlich auch Raum-Lautsprecher mit Bluetooth-Verbindung. Die Geräte haben am oberen Teil eine kleine LED-Matrix, die Zahlen und Buchstaben anzeigen kann. Ebenso kann sie auch grafisch einfache Figuren anzeigen. Damit lässt sich das System als Uhr oder für andere kleine Jobs einsetzen.

Das System besteht aus einzelnen Scheiben, die jeweils eine solche LED-Matrix haben, die auch an einem Schwenkarm gezeigt werden. Dieser Arm ist ein wenig wie der frühere iMac oder jener Kran, der Satelliten aus und zur ISS bewegt.

Speaker R – eine Art kleines Robot-Wesen

Die verschiedenen Platten können sich bewegen wie eine Art Raupe und strecken sich zu ihrem Nutzer hin. So sieht der das „Gesicht“ – und genau das ist die Idee dahinter: eine Art kleines Robot-Wesen, welches einem Grinser, Uhrzeit, Emoticons oder andere Dinge zeigen kann und sich immer einem zuwendet. Deshalb ist das Gerät nicht nur ein Speaker, sondern eher ein anderer Ansatz eines Haustiers für Geräusche und Feedback.

Die LEDs des Speaker R sind berührungsempfindlich, so können viele spielerische Dinge damit gemacht werden. Eine Art Kätzchensimulator oder einfach ein Spiel wie Mühle ließe sich damit bauen. Man könnte aber auch neue Ideen damit entwickeln. Und ja: TE sind und waren immer verspielt.

Wozu nun das alles? Damit lässt sich sicher mehr Geld verdienen als mit Synths. Aber wieso nicht einen OP-2, vielleicht größer und sogar weniger „verspielt“? Ein bisschen mehr „Pro“? Das wäre denkbar, aber – mit einem Gerät dieser Art kann man fast alle ansprechen und anders als andere ist es auch. Bei Synthesizern muss man sich auf Musiker begrenzen.

Elektro-Haustier

Eigentlich sind diese neuen Geräte weniger Speaker als Elektro-Haustier oder eine Art Alexa ohne Sprache und Kaufmannsladen. Stattdessen sind sie eher unterhaltsam und geeky und so was ist generell schon ganz lustig. Aber: Kann TE auch etwas, das nicht einfach „lustig“ oder „niedlich“ ist?

Wie wäre es mit einem FM-Synthesizer oder einer Synthese, die man so noch nicht gemacht hat? Sicher wäre das denkbar, denn TE bauen so spezielle Geräte, sie wären dazu in der Lage. Billig wäre so etwas aber wohl nicht, während kleine Massenprodukte offenbar sehr günstig angeboten werden können. Somit wäre die beste Idee: Verdient Geld mit den Speakern und den Robot-Wesen und bringt uns ein paar oder einen richtig innovativen und mutigen Synthesizer. Denn Mut haben sie durchaus bewiesen mit dem OP-1, der kaum etwas ähnlich ist und auch eine sehr eigene Handschrift hat.

Physical Modular wasauchimmer? Wäre machbar. Und es ist auch notwendig, denn vermutlich sind die bisherigen Synth-Produkte schon ganz gut verteilt an die, die sie haben wollen. Ein langfristigeres Konzept wäre da hilfreich.

Lego Band Toa Mata – Roboter spielen Synthesizer

Lego Band Toa Mata

Aus Lego und anderen Figuren besteht dieses Live-Set einer „Mini-Band“. Orkestrionicle heißt der Titel, der komplett mit mechanischen Elementen, viel Lego und anderen Dingen umgesetzt ist.

Ein liebevoll gemachtes Projekt mit Roboterarmen, Lego-Männchen und jede Menge Hebel und klassische Instrumente und Effekte wie etwa die Alesis ModFx oder der Electro Harmonics Minisynth sind zu sehen.

Die Lego Band

Aufgenommen und konzipiert wurde die Lego Band in Deutschland. Die Idee war tatsächlich, ein Orchester zu gründen, nur eben „kleiner“ als man das gewohnt ist. Gesteuert wird alles über eine Piano-Rolle, also richtig klassisch oder durch einen Zylinder mit Pins, der die entsprechenden Triggerpunkte durch Drehen und Abtasten wie ein Sequencer freigibt und auslöst. Eine Rolle spielt hier etwas akustische Perkussion und eben jener Minisynthesizer von Electro Harmonix, der in einer kleinen Szene auch einen gewissen Kultstatus genießt.

Die Lego Teile heißen „LEGO Bionicle robotic“, dazu gibt es einfache Spulen mit Stoßzylinder, einen Roboterarm und einen Step-Sequencer, der per MIDI Signale gibt.

Das Projekt

Die Personen und Beteiligungen sehen folgendermaßen aus:

Aufbau, Ausführung und Musik: Giuseppe Acito
Kamera: Maryanica
Performer ist und sind die „Toa Mata Band“

Eigentlich sollte nicht so viel hier stehen, es ist primär etwas zum anschauen, bitte sehr:

Video

Blinkwheel – Mechanischer Kreis-Sequencer „to DIY for“

Blinkwheel Sequencer

Koka Nikoladze hat einen mechanischen Sequencer vorgestellt, den man mit einstecken von LEDs „programmieren“ kann: das Blinkwheel. Bei jeder LED ist der Step an der entsprechenden Stelle gesetzt. Das Ergebnis sieht einfach gut aus.

Der drehende Arm besitzt eine kleine Spitze aus Draht und sobald er eine LED berührt, löst er entsprechend auch externe Signale aus. Das ist faktisch schon alles. Auch wenn die LEDs in echte Kontakte gesteckt werden, ist das Prinzip doch sehr einfach und ggf. nachzuempfinden oder sogar zu verbessern. Der Motor, der den Zeiger bewegt, ist dennoch über einen Schrittmotor gesteuert, sodass das Timing genau bestimmt werden kann. Der Hersteller hatte die Idee, eine Performance zu machen, die genau eine Stunde lang ist–- nur mit dem Blinkwheel.

Blinkwheel – ein mechanischer Sequencer

Die LED-Steckplätze sind genau 96 an der Zahl, sodass man von einem 96-Step-Sequencer sprechen müsste und kann. Das Timing und damit das Tempo jedes Schritts, bzw. einer kompletten Umdrehung, ist genau justierbar, denn sonst wäre die oben erwähnte 1-Stunden-Performance nicht möglich. Zu dieser Aufnahme wird es in Kürze noch ein „How to“-Video geben. Es sind noch 3 Pedale im Spiel. Er sagt, normalerweise sind Schrittmotoren sehr laut, mit dem Code des Freundes „Kim“ sei er leise. Der Ort, wo das Gerät gebaut wurde, nennt sich Bitraf, eine Art Hackspace in Oslo, Norwegen. Koka Nikoladze findet man auch bei Facebook.

Infos

Aber hauptsächlich findet man dort ein niedliches lustiges „Spiel“, bei dem man Gegenstände mit der Maus überfährt und diese lösen Samples aus. Das sollte man also auch einfach mal ausprobieren.

Video

Echtzeit Audio Sampling-Beat-Tool Timetosser

Alt Audio - Timetosser

Der Timetosser von Alter Audio ist ein kleines Gerät mit 16 Tasten und farbiger Beleuchtung. Es wird schlicht zwischen der Audioquelle und dem Pult platziert und erlaubt eine Art Echtzeit-Performance oder “Remixing” des durchlaufenden Audiosignals. Es ist also der Form halber ein Effektgerät oder/und ein kleiner Sampler.

Über die Reihe unten kann man Segmente eines Beats anhalten und wiederholen oder auch rückwärts ablaufen lassen, um schnell und einfach Variationen herzustellen. Die wohl wichtigste Funktion des Timetosser ist eine Art Recorder oder Sampler, bei dem man einfach genau im Beat die Taster oben verwendet, um Schläge aus dem Beat heraus aufzunehmen und sie dann wieder abzuspielen. Im Beispiel sind das klanglich identische Stücke, was aber nicht so sein muss. Denn dann würde ein Pad bereits reichen. So lassen sich bei entsprechend weiterlaufendem Beat aus dem Zuspieler die Samples auch als Reihe oder einzeln beliebig abspielen.

Echtzeit-Remixe mit dem Timetosser

Diese Teilung ist daher einfach, da sie über den simplen musikalischen Faktor der Teilung hervorgerufen werden – 1/4 bis 1/16 startet das Sampling und antippen und damit weiß die Maschine auch, welche Teilung die richtige ist. Es lassen sich auch umgekehrt Stellen stummschalten. Damit die Maschine das Tempo kennenlernt, hat sie eine Tap-Tempo-Funktion. Um die triolischen Varianten zu erreichen, tippt man die Taster 1/4 – 1/16 doppelt an. Die Art der Bedienung ist sehr intuitiv.

Technisch gesehen sind neben den Cinch-Anschlüssen für Audio auch USB und Sync als Miniklinkenanschluss zu sehen. Einen Preis oder ein genaues Lieferdatum gibt es nicht, jedoch ist dies kein Prototyp mehr, er funktioniert offenbar bereits prima. Daher sollte auf der Site von Alter.Audio bald eine Bestellfunktion auftauchen.

Videos

Ein älteres Demovideo

X-Bay Modular verbindet analoge und digitale Baugruppen miteinander

X-Bay Modular

Modulare Konzepte gibt es eigentlich nicht so viel an der Zahl. Sie alle aber haben eine Idee, beispielsweise Eurorack als Zentrale oder ein Kompaktsystem mit einem internen Bus und sogar speicherbar wie bei Buchlas 200e oder über eine Matrix verbindbar wie bei EMS.

Die Leute bei Anatal Electronics planen eine Reihe an Karten, die in das System gesteckt werden können. Herz des Systems ist eine speicherbare Matrix von 16 x 16, 256 x 256 oder wie viele man auch immer haben möchte.

Anatal Electronics X-Bay Modular

Die erste Card ist mit Juno VCF beschriftet und stellt natürlich das Filter des Juno-60 zur Verfügung.

Viele Roland-Synthesizer Baugruppen sind dabei, Hüllkurven, Filter und andere klassische CEM und SSM Chip-basierte Baugruppe auf Basis des 2040, 3320, 3340. Das Wichtige bei und in diesem System ist, dass die Karten auf analoger Ebene bleiben und das Routing ebenfalls. Somit können keine Verluste durch Wandler entstehen und technisch wird der Aufwand auch nicht unnötig umständlich.

Die Matrix ist einfach zu bedienen und sieht so aus:

Wichtig ist nicht nur die Matrix, sondern auch der Pegel. Offenbar kann man diesen ebenfalls speichern, denn das ist ein sehr wichtiger Anteil, der faktisch das Wesentliche eines Modulsystems abbilden kann. Kernstück ist ein relativ generischer “Kasten” mit Break-Out-Box und je 8 XLR-Anschlüssen.

Es ist leider etwas schwerer, die richtigen Elemente herauszupicken und sich das passende System zusammenzustellen. So kann man sich beispielsweise eine 32×32-Matrix klicken, die Box und entsprechende Anschlüsse für die Außenwelt (Audio). Die Preise reichen von gut $ 500 bis $ 1.000 ohne Karten. Darin wäre also noch lange kein komplettes Modularsystem enthalten, sondern nur der Kern. Karten oder Module muss man selber verbauen und verbinden.

Ohne basteln geht es nicht. Deshalb kann es sein, dass das System sich eher dem Kenner erschließt als dem weniger mutigen Experimentator.

Infos

Das gesamte Konzept wird in folgendem Video erklärt, wenn auch nicht zu konkret.

Video

Arcade Game Taster für Teenage Engineering Rechner

Dich Studios Arcade Taster

Ist dein zweiter Name Gefahr? Wenn du dieses Kit kaufst, ist auch dein erster Name McGefahr und bringst die Rechner von Teenage Engineering zum Beben. Hier kommt das Arcade Case!

So oder ähnlich müsste uns eine extrem männliche Stimme uns anbrüllen, die jeden Tag eine Stahldusche nimmt, um uns zu sagen, worum es verdammt noch mal geht in diesem Leben: robust sein! Ja, und das gilt auch für Tasten, die ein Leben lang bei dir sind. Ja, Jim, ich habe es auch getan und meine Tasten sind so unfassbar stabil – ich kann mit meinem Panzer drüberfahren. Du hast keinen Panzer? Weichei! Das hier ist, was man braucht und wie es aussehen sollte.

Ein Arcade Case für Teenage Engineering Pocket Operatoren

Und dass das gut ist, ist beim Echtzeit-Einspielen doch schon gut zu erklären, wieso das mit hochwertigeren Buttons und Poti besser ist. Weil es schneller geht!
Das Kit ist wie eine größere Haut und die Taster sind 24 mm groß, man kennt sie von den großen Spielautomaten. Die Älteren erinnern sich noch? Ja, die halten was aus. Die restlichen Taster sind 16 mm groß. Das Ganze muss man also nur ineinanderschieben und die Verbindungen herstellen. Deshalb ist es auch ein Bausatz/Kit und kein fertiges Gerät zum Preis von 110 US-Dollar. Ohne Taster gibts das Grundgerüst auch für $ 68 für jene, die den Tastern nicht trauen oder schon eigene Quellen haben.

Die Maße für das finale Gerät sind 8.5″x6.5″x1.5″ mit durchsichtigem Acryl-Gehäuse. Achtung, das sind natürlich Inches. Eine Hand ist etwa so groß wie das komplette Gerät. Die Lieferzeit soll 4 Wochen betragen.

Video

Crazy 8 Beats – Sequencer, Schwesterschiff

twisted electrons crazy8 beats

Crazy 8 Beats ist fast identisch mit dem größeren Crazy 8 Sequencer. Er benötigt jedoch keine Melodieeingabe und keine Akkorde, weshalb er deutlich einfacher aufgebaut werden kann und schneller bedient werden kann.

Es gibt eine Menge Anschlüsse, nämlich 2x MIDI-Out und natürlich auch MIDI-In, 16 analoge Ausgänge beinhalten auch 8 CV Ausgänge, da es eine CV-Modulation durchaus gibt. Ebenso gehört die Anschlagdynamik und die Aufzeichnung von MIDI-CCs zum Umfang der Möglichkeiten. Pro Spur kann der Swing -Faktor und der Abspielmodus (Richtung) verschieden sein.

Echtzeitaufnahme mit dem Crazy 8 Beats

Auch wenn es sich um einen Step-Sequencer handelt, so erlaubt auch der kleine Beats Echtzeitaufnahme. Pro Spur gibt es 16 Patterns, es ist also sicher, dass man mit dem Gerät eher spontan arbeiten soll und kann. Direkt und live. Diese Patterns arbeiten so, dass ein Basisbeat stehen bleiben kann und an anderen Stellen Variationen passieren. Die Patterns können beliebig verkettet werden. Für analoge Triggersignale gibt es eigene Aus-/Eingänge und auch ein paar “Effekte” für die Noten, die dem ähneln, was man anderswo Roll oder Repeat nennt. Hier nennt man sie “Drill FX”.

Der Sinn ist also einfache und sehr schnelle Eingabe und Übersicht durch die LEDs. Auch im oberen Bereich, nicht nur beim Lauflicht-Teil. Da jeder Track eine eigene Geschwindigkeit, Laufrichtung und Swing hat, kann man rhythmisch sehr viel anstellen. Außerdem gibt es mehr als nur einen Accent zur Betonung von Schlägen, was der Gesamtdynamik sehr entgegen kommt.

Die Maschinen von Twisted Electrons sind doch eher sehr günstig zu nennen. Für 255€ bekommt man den großen, der Preis des Beats stand noch nicht fest, wird aber sicher bald auftauchen. Zu den Preisen kommt aber noch die Mehrwertsteuer, sodass man gut 300€ einplanen sollte. Das ist in jedem Falle aber eher wenig für das Gebotene, bei beiden Sequencern.

Vorbestellen kann man ab Weihnachten, die Auslieferung soll dann im Frühjahr 2018 sein.