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Tubbutecs “Wired Heart” (Verdrahtetes Herz) ist pure Liebe

Tubbutec Wired Heart

Das Drahtherz “Wired Heart” von Tubbutec ist mit 8 Touch-Feldern ausgestattet und ist ein herzförmiger Synthesizer mit vier Oszillatoren.

Mit dem “kardiotronischen Ausgang” kann man hören, was das Herz sagt. Es stellt eine Amplitudenmodulation (AM) zwischen vier Oszillatoren her, jeweils nacheinander. Um diese zu steuern, berührt man einfach eine der Touch-Sensoren, die dafür vorgesehen sind. Zwischen ihnen kann auch die Synchronisation für weitere Sounds sorgen. Außerdem sind für Bastler sogar noch ein paar Anschlüsse zu finden, die man selbst durch eigene Konstruktionen wild verändern könnte.

Wired Heart mit außergewöhnlichen Ideen

Die Sensoren können Feuchtigkeit und Druck umsetzen. Und eines gibt es auch: die Frequenzmodulation zwischen Oszillator 2 und 4. Damit hat das Gerät mehr Möglichkeiten als so mancher klassischer Synthesizer. Allerdings macht das Herz immer Geräusche, sobald man es berührt. Es ist also eher ein Oszillator mit Handsteuerung und macht einfach Spaß und sieht nerdig und witzig aus.

Für 24 Euro kann man ein Herz haben. Für sich selbst, für andere und hier rein schauen, wie so etwas klingen kann. Die Ergebnisse sind irgendwo zwischen LFO-Modulation und Noise, vulgo. “Krach”. Es lebt. Tubbutec ist bekannt durch die Modifikationen von klassischen Synthesizern und neuerdings auch Eurorack-Modulen.

Die Produktwebsite mit weiteren Infos ist hier.

Xirid XS-2 Sequencer – Geheimnisvoll und mächtig?

Xirid Sequencer XS2

Viel wissen wir nicht von ihm. Auch von der Firma nicht. Offenbar aus Italien stammt das Gerät. Und auch wenn es ein Rendering ist, so ist erkennbar – ja, es ist Hardware: der Xirid XS-2.

Ja, da sollte man ehrlich sein. Es ist außer den Bildern faktisch nichts zu sehen. Eigentlich sind es nur genau diese drei Bilder, von denen ich eines aufgehellt habe. So erkennt man 16 Taster, die ziemlich offensichtlich Lauflicht-Programmierung erlauben könnten. Mindestens 8 Endlos-Encoder kann man erspähen, möglicherweise sind es mehr. Außerdem gibt es offenbar ein Display. Mit den 10 Tastern oben rechts wird man Hauptfunktionen erreichen können und drei weitere rote Taster scheinen weitere Funktionen zu übernehmen, die ausreichen würden, um ein schlüssiges und sinnvolles Bedienkonzept umsetzen zu können.

XS-2: Schlicht, aber mächtig?

Das könnte vielleicht das fehlende Glied zwischen dem Sequentix Circlone und dem Schrittmacher sein. Ob es an Elektron und Korg herankommt, muss man prüfen, da über die Bedienung gar nichts bekannt ist. Auf jeden Fall werden 16 Spuren vorhanden sein, die offenbar den Instrumenten identisch sind. Sie werden über einen weiteren roten Taster auf der rechten Seite angewählt, was eine Einfachheit wie bei der alten X-Serie der Korg Electribes andeutet. Das Konzept ist vermutlich eher linear, da es keine Rücksetztaste gibt. Allerdings könnte die auch eine der nicht näher einsehbaren Taster sein.

Wir können also eher froh sein, dass wir wissen dürfen, wie er heißt und wie er in etwa aussehen könnte. Auf den ersten Blick erscheint er extrem schlicht. Auf den zweiten könnte er ein durchaus mächtiges Gerät sein. Preise und Erscheinungsdatum sind unbekannt.

Die Firma hat zwei Präsenzen:
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Produktwebsite

Audiothingies DoubleDrummer mit eigenen Samples für 303 Euro

Audiothingies Doubledrummer

Eine klassische kleine Sample-Maschine für Drums bietet Audiothingies mit dem DoubleDrummer da an. Es handelt sich um einen Sample-Player mit speziellen Parametern für jede Art von Drumsound.

Die Parameter sind als Liste am besten zu genießen:

  • Bassdrum: tune, attack, decay, pitch mod level, pitch mod decay time
  • Snare: tune, tone decay, noise level, noise decay, color, emphasis
  • Tom: pitch, low pitch, hi pitch, decay, pitch mod level, pan spread
  • Clap: attack, decay, color, emphasis
  • Cowbell: tune, offset, decay, harmonics, emphasis
  • HiHats: closed decay, opened decay, color, emphasis

Sie sind angemessen, mehr als das bei den meisten Drummachines sonst zu finden ist und damit akzeptabel. Die meisten Geräte haben nur ein Set von 2-4 Parametern, hier sind es dann doch ein paar mehr. Jeweils sechs davon kann man gleichzeitig einstellen, sie sind jedoch etwas anders verteilt auf dem Display.

DoubleDrummer mit MIDI und USB

Der DoubleDrummer hat MIDI und USB und einen Stereoausgang. Es gibt 56 interne Drumsounds und solange der normale Drum-Modus aktiv ist, werden die obigen Parameter verwendet und alles funktioniert ganz normal für einen Drum-Expander. Alternativ kann man aber auch den Sample-Playback-Modus verwenden, dann handelt es sich um einen zwölfstimmigen Drum-Sample-Player im klassischen Sinn.

Jedes Instrument hat einen Bitcrusher, Drive und Panning und dazu zwei Effektbusse. Die hier möglichen Effekte sind Delay (Echo) oder Reverb (Hall). Am Master-Effekt-Bus, den es zusätzlich noch gibt, kann man die Samplerate herunterdrehen und damit den Klang auf Lo-Fi trimmen. Außerdem gibt es Bitcrushing und ein 12 dB/Oktave-Tiefpassfilter mit Resonanz.

Die Soundparameter werden in 128 Speicher verfrachtet und eine Software für Mac und Windows wird es erlauben, eigene Samples in das Gerät zu laden. Letzteres ist eindeutig das Highlight des Gerätes für diesen doch sehr niedrigen Preises von 303 Euro.

Offenbar sind die Hersteller Fans von 12- und 8-Bit-Drummachines, denn sie vergleichen das Gerät mit diesen und haben offenbar auch deshalb genau diese Option mit eingebaut.

Die Website mit weiteren Informationen findet man hier.

Audiowerkstatt macht MIDI-Clock-Teilung billiger: Clock Multiplier

Audiowerkstatt MIDI Clock Multiplier

Der midi-clock-multiplier sticht in eine kleine Marktlücke. Es gibt sehr aufwendige Interfaces für DAWs, um exaktes Timing zu erreichen, die zusätzlich das Tempo an mehreren Ausgängen verändern können. Bei Audiowerkstatt gibt es genau nur diese Funktion, dafür deutlich günstiger.

Das Szenario kann eine Kombination aus zwei Grooveboxen sein. Die Zweite wird der Anzeige entsprechend langsamer laufen und kann damit interessante Möglichkeiten auch für die Bühne bieten. Bei Geräten wie dem SND ACME 4 kann man für vier MIDI-Ausgänge jeweils das Tempo verdoppeln und halbieren, hier kann man nur erhöhen, dafür aber einen Faktor einstellen.

Der andere und halb so teure Konkurrent ist die Multiclock von ERM. Sie bietet eine fließende Tempowahl und ist somit flexibler. Bei beiden Geräten geht es um Preise, die fast viermal bzw. achtmal höher sind.

Audiowerkstatt midi-clock-multiplier

Deshalb hat das Gerät für 120 Euro eine große Chance, solange man nur ein anderes Gerät relativ zum anderen zeitlich versetzen möchte. Denn sollte man vier davon benötigen, wäre die Multiclock bereits finanziert. Ohne Frage ist die ganze Serie von MIDI-Helfern ihren Preis wert, da die meisten sicher nur eine solche Möglichkeit benötigen.

Aufgrund des Namens ist aber auch eine Verdopplung des Tempos denkbar und auch sinnvoll. Das wird aktuell gegengecheckt und hier gepostet, sobald die Antwort sicher vorliegt. Die Frage ist nämlich, ob auch Halbierung möglich ist. Das ist allerdings anzunehmen. Die Veränderung wird immer korrekt umgesetzt, sodass kein sonstiger Versatz oder Einlogg-Zeiten nötig sind.

Bis dahin kann man sich auf der Website umsehen und 119 Euro einplanen für den Kauf.

Analysiert und erklärt: Behringer D-Synth

Behringer D-Synth Offen

Durchanalysiert und in kleine Details zerlegt wird der D-Synth in diesen Videos. Der Mensch hat nicht nur bereits einen D-Synth vor sich, er erklärt auch “jede Schraube” im Gerät. Allerdings sagt er auch, dass es sich um einen Prototypen handele, und damit kann sich die Qualität und Machart noch etwas ändern.

Wer schon immer wissen wollte, was SMD ist, wie das Filter in Form von 4 Transistoren aussieht und wie diese Dinge mechanisch umgesetzt werden, ist hier richtig. Ein aufwendiges Video, das sich Zeit lässt für alles. Das Gehäuse, die Frontplatte und die Platine werden genauer betrachtet und kommentiert. Wir alle kennen Markus Fullers tolle “Auseinandernehm-Videos”, aber das hier steht dem kaum in etwas nach.

Behringer D-Synth mit modernem Design

Jareth zeigt, dass die Teile aufgelötet sind und nur die Potis durchkontaktiert und somit auf der anderen Seite wiederzufinden sind. Modernes Design, dass den Platz gut nutzt. Natürlich ist das Original, der Minimoog, die Referenz. Er hat offenbar vor seiner Synth-Laufbahn in der Flugzeugindustrie gearbeitet und sagt, er hat so etwas täglich hergestellt. Also folge den Lippen des Sprechers und lehn dich zurück …

Er sagt, man könnte das Gerät auch in ein Eurorack-Case bauen und zurzeit ist es auch kaum anders als das. Das hat auch mich überrascht. Das wird wohl im Serienmodell nicht mehr so sein – spricht aber für Basteleien und Flexibilität. Bei 10:37 sieht man einen provisorisch aufgelöteten Spannungsregler, welcher im finalen Design so sicher nicht mehr zu finden sein wird. Trotzdem wirkt das Board schon sehr aufgeräumt, aber eng belegt.

Die Trimmer für die Kalibrierung liegen jetzt direkt auf dem Board und sind von hinten einzustellen, durch die Platine durch. Dafür muss man es öffnen, da es keine Öffnungen auf der Rückseite gibt, was sicher auch nachvollziehbar ist. Die Platine lässt durchaus Modifikationen zu und man kann alles reparieren. Er erklärt das für alle, auch die, die noch nie einen Synthesizer gesehen haben. Daher ist das Video nicht nur für Nerds geeignet.

Kein Klassiker, aber “super für das Geld”

Jareth betont, dass dies kein “Klassiker” sei, sondern eher “super für das Geld”, funktional identisch. Wir können alle genauer hinschauen, ob das Serienmodell wirklich noch ein Eurorack-Gehäuse hat und die Frontplatte so sauber gemacht und gearbeitet ist wie hier. Man kann sicher sagen, dass diese noch “Einzelanfertigungen” sind und die Qualität niedriger sein kann. Die Knöpfe scheinen hochwertig, da sie verschraubt sind mit Unterlegscheiben. Dies ist Revision C. Wer auch immer hier in Deutschland die ersten D-Synths aus der Serienfertigung bekommt, sollte mal nachsehen, wie sich die Fabrikmodelle von diesem Prototypen unterschieden.

Viel Spaß beim Anschauen:

Noch ein weiteres Video von Jareth.

Goodbye Mutable Braids – Abschied nehmen

Braids Modul

Mutable Instruments erfreut sich großer Beliebtheit in der Eurorack-Welt, so auch der Braids. Der besondere Touch dabei ist, dass die Welt im scheinbaren Analog-Fieber ja gerade bei Mutable als reine digitale Serie so positiv reagierte.

Jetzt, wo es sogar virtuelle Versionen des Moduls gibt, wird “das Original” abgekündigt. Und offenbar mit etwas Begleitung, denn Mutable selbst zeigten noch einmal den ersten Prototypen des Braids. Was kann das bedeutet? Gibt es einen Ersatz? Ohne Frage ist nämlich Mutable ein Begriff in der Modular-Szene und daher könnte es auch sein, dass es einen schöneren Nachfolger gibt. Was bedeutet eigentlich “schön” in diesem Fall?

Mutable Braids – gibt es einen Nachfolger?

Es ist denkbar, dass man mit einer neuen schnelleren und damit leistungsfähigeren Plattform weitermacht und dort noch mehr und andere Modelle von Oszillatoren anbieten könnte. Das läge insofern nahe, als dass das das bisherige Konzept der Mutable-Erfolgsmodule war und ist. Auch Elements ist deshalb beliebt, weil es hochwertig klingt und dennoch analog zu steuern ist. Technisch gab es jedoch nie so viele digitale Module wie aktuell, nicht nur von Mutable – auch von anderen Herstellern.

Im Eurorack-Format scheint der Wunsch nach Moog und Co. nicht ganz so prägend zu sein und der klassische Sound ebenso eher nicht, sondern neue Ansätze mit hohem Innovationsgrad. So sind “Post-Buchla”-Module auch jene, die wirklich im Fokus der Wunschlisten liegen. Das ist deshalb interessant, da die Kompaktsynthesizerwelt seit einiger Zeit fast vollständig im Retro-Fieber ist. Vielleicht inspiriert diese Tatsache die “großen” Hersteller oder auch kleinere aus dem Euro-Umfeld mal einen “klassischen Synthesizer” mit neuen Fähigkeiten wie die von Mutable vorgelegten zu fertigen? Ein Synthesizer aus Elements und ähnlichen Modulen lässt sich leicht vorstellen. Der Modularist selbst hingegen baut sich den natürlich jetzt schon selbst und sucht und findet.

Doch zurück zu dem, was ist es ist: ein Abschied. Wir sind gespannt. Ob das Ende von Braids ein Beginn für etwas Neues ist? Vielleicht sehen wir ja bald einen Prototypen für einen neuen Oszillator? Und ja, der wird wohl ebenfalls digital arbeiten und hochauflösend sein. Lofi machen andere. Das ist auch gut so.

Absolute Körperkontrolle – Synthesizer, Biofeedback & Stammzellenklang

Shiny Toys Transhuman

Wie klingen eigentlich Stammzellen? Kann man mit seinem Körperinneren Musik machen? Wie weit kann ich gehen, um meinen Körper sogar anzupassen oder Technik integrieren um neue Klänge zu schaffen? Es kommen die Körper-Synthesizer.

Nein, man kann faktisch nichts von dem wirklich direkt so kaufen. Und es ist vielleicht auch nicht so, dass jeder das sofort nachmachen möchte. Aber es gibt ein paar Beispiele, wie solche Dinge entstehen und was man heute machen kann. Diese Lösung hier ist eher teuer und aufwendig. Hier werden nur analoge Teile und Bio-Material verwendet, keine Computer – und hier wird ein Drummer nicht an Sensoren angeschlossen, sondern quasi Zellen vorgespielt, die wiederum den Synthesizer steuern.

Körper-Synthesizer: Ideen von der Ars Electronica

Hier sind die wichtigsten Ideen in einer Dokumentaion zusammengestellt – 6:35 Minuten Zeit reichen aus. Dies wurde auch auf der diesjährigen Ars Electronica in Linz gezeigt.

cellF – Stammzellen hören Schlagzeuger zu

Nun kann man das auch einfacher haben, nämlich mit einfacheren medizinischen Geräten, Kontaktmikrofonen und Punkgeist. Das zeigt die Gruppe Transhuman. Transhumanismus ist ein feststehender Begriff, der eigentlich die Erweiterung des Menschen durch Implantate und Technik wünscht, den Cyborg. So radikal ist aber erst das letzte Beispiel.

Transhumans – Cyborgs machen Musik

Transhumans nutzen ihr eigenes Blut und Dinge wie Puls und andere leicht messbare Größen, lassen ihr Blut auf eine Oberfläche fallen und nutzen dies als “Beat”. Das sieht dann so aus (meine Aufnahme stammt vom Shiny Toys Festival 2013): Die Leute scheinen aus dem Industrial- oder Dark-Bereich zu stammen, es war auch eher “noisy”. Die meisten Klänge werden sehr einfach über Bodeneffekte und ähnliches weiterverarbeitet – Punk eben!

Shiny Toys Transhuman
Shiny Toys Transhuman
Shiny Toys Transhuman

Das letzte Beispiel stammt von “Timeghost”. Er ist noch radikaler, aber nutzt auch mehr Technik, Modularsysteme und Implantate. Er möchte “die Maschine in den Körper bringen”. Free Jazz mit dem Körper, so etwas sind sein Ziele. Da zieht man sich auch mal ein Band oder Kabel durch die Wangen oder kästelt die Zähne mit Plastiknoppen ein.

Noch radikaler: Timeghost

Übrigens sieht man auch den Eloquencer im Rack, alles auch eher neue Module. Er nutzt eine Menge “Dinge” und betreibt großen Aufwand. Auch die Stimme und Sprache wird entsprechend umgesetzt. Er findet es eher lustig, wenn Leute es “hassen”, was er tut. Sein Einsatz ist schlicht hoch und genau deshalb ist es auch interessant.

Es ist sehr persönlich und steht vor dem rein klanglichen Output oder einer Musikalität, aber das muss nicht unmusikalisch sein. Es ist direktes Ergebnis von den Dingen und dem Equipment, was entsprechend direkt “gespielt” werden kann.

Die drei Ansätze sind in sofern ähnlich, als dass der Körper in allen Einsatzgebieten eine Klangquelle ist oder Lebendes anregt, diese Quelle zu sein, die fast eher “ausgewertet” wird und man nimmt, was kommt. Dabei ist es nicht wichtig, ob dies ästhetisch ist oder nicht, sondern es passiert, weil es eine Information ist, die man anzapfen kann und diese NICHT beliebig ist.

Es ist der eigene Körper oder es sind lebende Zellen! Und es ist Kommunikation, die ohne Sinne funktionieren kann. Vielleicht muss auch deshalb kein “Hirn” dazwischen sein. Sie Arbeit, wie etwas umgesetzt wird, hat vorher stattgefunden und ist während der Vorführung nicht direkt zu sehen. Dafür eher die Performance oder die arbeitenden Elektronik und Leben. Biopunk, Tactical Neural Implant! Gespräche darüber gerne hier.

This artist is blurring the line between human and machine

Timeghost is an artist who defies definition, and has developed techniques that are bringing his instruments literally inside of his body.

Posted by Circa on Donnerstag, 7. September 2017

Timeghost – Radikaler Implantierer!

Absolute Körperkontrolle – Synthesizer, Biofeedback & Stammzellenklang

Shiny Toys Transhuman

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Körper-Synthesizer: Ideen von der Ars Electronica

Hier sind die wichtigsten Ideen in einer Dokumentaion zusammengestellt – 6:35 Minuten Zeit reichen aus. Dies wurde auch auf der diesjährigen Ars Electronica in Linz gezeigt.

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Nun kann man das auch einfacher haben, nämlich mit einfacheren medizinischen Geräten, Kontaktmikrofonen und Punkgeist. Das zeigt die Gruppe Transhuman. Transhumanismus ist ein feststehender Begriff, der eigentlich die Erweiterung des Menschen durch Implantate und Technik wünscht, den Cyborg. So radikal ist aber erst das letzte Beispiel.

Transhumans – Cyborgs machen Musik

Transhumans nutzen ihr eigenes Blut und Dinge wie Puls und andere leicht messbare Größen, lassen ihr Blut auf eine Oberfläche fallen und nutzen dies als “Beat”. Das sieht dann so aus (meine Aufnahme stammt vom Shiny Toys Festival 2013): Die Leute scheinen aus dem Industrial- oder Dark-Bereich zu stammen, es war auch eher “noisy”. Die meisten Klänge werden sehr einfach über Bodeneffekte und ähnliches weiterverarbeitet – Punk eben!

Shiny Toys Transhuman
Shiny Toys Transhuman
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Noch radikaler: Timeghost

Übrigens sieht man auch den Eloquencer im Rack, alles auch eher neue Module. Er nutzt eine Menge “Dinge” und betreibt großen Aufwand. Auch die Stimme und Sprache wird entsprechend umgesetzt. Er findet es eher lustig, wenn Leute es “hassen”, was er tut. Sein Einsatz ist schlicht hoch und genau deshalb ist es auch interessant.

Es ist sehr persönlich und steht vor dem rein klanglichen Output oder einer Musikalität, aber das muss nicht unmusikalisch sein. Es ist direktes Ergebnis von den Dingen und dem Equipment, was entsprechend direkt “gespielt” werden kann.

Die drei Ansätze sind in sofern ähnlich, als dass der Körper in allen Einsatzgebieten eine Klangquelle ist oder Lebendes anregt, diese Quelle zu sein, die fast eher “ausgewertet” wird und man nimmt, was kommt. Dabei ist es nicht wichtig, ob dies ästhetisch ist oder nicht, sondern es passiert, weil es eine Information ist, die man anzapfen kann und diese NICHT beliebig ist.

Es ist der eigene Körper oder es sind lebende Zellen! Und es ist Kommunikation, die ohne Sinne funktionieren kann. Vielleicht muss auch deshalb kein “Hirn” dazwischen sein. Sie Arbeit, wie etwas umgesetzt wird, hat vorher stattgefunden und ist während der Vorführung nicht direkt zu sehen. Dafür eher die Performance oder die arbeitenden Elektronik und Leben. Biopunk, Tactical Neural Implant! Gespräche darüber gerne hier.

This artist is blurring the line between human and machine

Timeghost is an artist who defies definition, and has developed techniques that are bringing his instruments literally inside of his body.

Posted by Circa on Donnerstag, 7. September 2017

Timeghost – Radikaler Implantierer!

Kann man mit Apples iPhone X Musik oder sogar mehr machen?

Apple iPhone X

Apple hat gestern drei neue iPhones bekannt gegeben, darunter das iPhone X. Das Besondere ist nicht nur der neue schnellere A11 Bionic Chip, sondern etwas, was vielleicht später eine kreative Quelle werden könne.

Gemeint ist die Phalanx von Kameras und Sensoren des neuen iPhone X. Das iPhone 8 und 8+ sind weitgehend vom gleichen Potential wie bisherige iPhones. Sie sind schneller und die Ergebnisse für die Kameras können schneller berechnet werden und damit Rauschen verhindern. So auch beim iPhone X, aber was hat das nun mit Musik zu tun?

Apple iPhone X und die Musik

Eigentlich könnte diese neue FaceID-Sensorensammlung tun, was bisher Kinect tat, nämlich Gesten, Handstellungen und vieles mehr erkennen. Mit diesem Instrumentarium habe ich schon ganze Kunstausstellungen gefüllt gesehen, in denen 3D-Objekte auf Pappe projiziert werden und aussehen wie lebende Organismen, die die eigenen Tanzbewegungen in Muster umsetzen können. So könnte man selbstverständlich auch Musik erzeugen.

Die Möglichkeiten könnten Bewegungen eines Drummers oder Musikers umsetzen und damit Instrumente und Sounds einstarten helfen oder eine Art Theremin erschaffen, welches nicht nur auf die Entfernungen der Hände zu zwei Antennen berücksichtigen, sondern auch deren Stellungen.

Zauberwort Bewegungserkennung

Wieso sollte so etwas nicht eine Reihe Sampleloops auslösen können? Oder Audio in der Luft “aufnehmen“. Dies alles kann ein iPhone heute locker bewältigen, da schon der Vorgänger-Prozessor mit 6 Kernen in etwa die Kraft eines aktuellen 13” Macbooks hat. Dass diese Anwendungen auch VJs und Visual-Artists helfen könnte oder neuartige Controller aufbauen lassen könnten, liegt vermutlich auf der Hand. Denn das iPhone X besitzt einen Infrarot-Sensor, der auf Wärme reagiert – das liegt in der Natur der Sache.

iPhone X – alles in einem

Und wer Anwendungen von Kinect kennt, kennt vielleicht auch Instrumente wie das Space Palette von Tim Thompson. Das besteht aus einem selbstgebauten Rahmen und in einer Ecke des Raumes steht ein Kinect mit Rechner – so etwas kann das iPhone X heute allein vollbringen und könnte so aussehen. Wichtig dabei ist, dass das iPhone sowohl Klangerzeuger, Controller als auch Gesteneingabemaschine in einem wäre und verdammt portabel. Wesentlich weniger Aufwand ist nötig, als Kinect und Rechner aufstellen zu müssen. Man müsste bestenfalls einen Ständer haben, um die Kameras so auszurichten, dass sie auf den Performer zeigen. Und dann noch das nötige Kleingeld …

Das iPhone X auf den ersten Blick

Behringers Deep-Mind-12-Preis wird dreistellig und…

Behringer DeepMind12 Phat12 Prototype

Habt ihr mitbekommen, dass Behringer den Preis vom Deep Mind 12 gesenkt hat? Aus Spaß habe ich mir heute mal die Preise angesehen: Der viel diskutierte Synthesizer liegt gerade bei unter tausend Euro, genauer gesagt bei der psychologischen Standardmarke von 999 Euro.

Das sind immerhin 300 Euro weniger als bisher und somit ist klar, dass die Strategie nicht ganz zufällig ist. Offenbar konnte Behringer von vorn herein den Deep Mind 12 und sicher auch andere Geräte für weniger herstellen und macht den bekannten Trick – der früher Vogel hat richtig Bock auf das Gerät und zahlt dann auch ganz gern mehr. Schließlich war zur Zeit der Markteinführung lediglich DSI mit dem Prophet Rev 2 ein attraktiver echter Gegner, da es ihn auch mit 16 Stimmen gibt und inzwischen auch als Desktop. Auch vom Deep Mind 12 gibt es ein solches Rack / Desktopgerät.

Inzwischen ist aber Dave Smith mit seinen Geräten doch für den Preis von zwei DM12 zu haben und ist damit nicht mehr so attraktiv. Man muss für die weiteren Stimmen ordentlich bezahlen, bekommt dafür auch etwas mehr Synthese. Behringer kann dafür indirekt mit dem Roland-Sound werben, denn der Deep Mind ist in allen seinen Formen dem Klang des Juno 106 entsprungen oder davon “inspiriert”.

41 Behringer Deep Mind 12 Desktop
40 Behringer Deep Mind 6
Behringer DeepMind 12 - sind das die endgültigen die Facts?
Behringer DeepMind 12 - sind das die endgültigen die Facts?

Liegt es da nicht nahe, dass Deep Mind 6 und Desktop folgen. Nein, noch nicht. Dennoch muss man aber annehmen, dass diese Politik dann vielleicht für alle Synthesizer aus dem Hause gilt, es sind noch einige geplant. In den USA soll der D-Synth, also Behringers Minimoog-Clone, auf $299,99 starten. Wie der hiesige Preis aussieht und wie sehr dort noch nach unten Möglichkeiten bestehen ist nicht festzumachen, dennoch wird es wohl nicht die kleinstmögliche Option sein.

Übrigens macht auch Korg so etwas, allerdings nach einer deutlich längeren Erstverkaufszeit und niemals wenn die ersten Lieferungen schleppend nach kommen sondern wenn das Gerät schon Jahre auf dem Markt war. Sicher sind sie nicht die einzigen, sogar Roland hat einige Geräte wie die digitalen Module oder auch den SBX1 Synchronizer mit USB-MIDI-CV-Interface faktisch um den Faktor 3-4 gesenkt, ebenso mit dem A1. Wer nicht unbedingt sofort etwas braucht, kann offenbar sparen. Allerdings lebt eine Firma viel vom Erstfeedback und Verlässlichkeit und auch langfristiger Pflege. Aber – ich würde vermuten, die Behringer Synths werden mit der Zeit alle etwas günstiger.