Kosmos Elektronik-Baukasten: „Make-A-$30-Synth“

Make A Synth

Fast wie früher mit Kosmos: Bau dir deinen Synthesizer doch selbst. Und das nicht mit komplizierten Sachen, sondern mit einer Handvoll Bauteilen und einem Haufen Patch-Kabeln. Make A Synth!

Heute kann man Synthesizer auf einem Chip machen, was den Aufbau extrem einfach macht. Man kann ein wenig lernen, wenn auch nicht ganz „runter“ auf die Ebene von Transistoren und Co., dennoch sind hier enthalten:

  • 1 440 Breadboard Experimentier-Board
  • 65 Patch-Kabel
  • 1 2xAA Batteriehalter
  • 120 mm 0,015 W-Lautsprecher
  • 18-Pin DIP Synth Chip
  • 2 Alpha 9 mm Poti
  • 1 Knopf / Taster
  • 1 330 uF Kondensator
  • 1 1K-Ohm Resistor
  • 1 1N4148 Diode

Make A Synth – ein schöner Anfang!

Das sind wirklich nicht viele Elemente, weshalb man eigentlich ohne Angst und ohne Ahnung so etwas auch mal wagen kann. Wer ganz viel erfahren will, wird komplexere Bausätze bevorzugen. Dennoch ist es ein schöner einfach und kostengünstiger Start. DSP-Synth sind generell Hersteller von Chips, die komplette Sampler, Drummachines und eben auch Synthesizer bereitstellen, teilweise schon für eigene Produkte und auch als Angebot an andere, komplexere Synthesizer oder Drummachines daraus zu bauen. Vielleicht ist dies dann eine Basis oder Einstieg als Hersteller oder OEM-Macher und man ist in der Lage, schöne Gehäuse zu machen oder aber entwickelt etwas um die DSP-Engines herum.

3 bis 80 Jahre alt sein kann man dabei, so wird es auf dem Kit beschrieben. So sollte es wohl sehr einfach sein und erinnert noch mehr an die alten Baukästen. Gibt es so was eigentlich noch? Mit was spielt man heute eigentlich so? Ansonsten ist es ja nicht gefährlich, es ist ja für Kinder und wenn man etwas falsch macht, fallen alle Kühe um und es macht Puff. Das einzige, was man nicht zu lesen bekommt ist, wie das Teil klingt. Allzu viele Möglichkeiten wird es nicht haben angesichts der Menge der Bauteile. Vielleicht ist der Taster ein Wahlsystem und mit dem Poti stellt man diverse Parameter ein, die man nach und nach durchfahren kann? Das muss man also auch selbst herausfinden.

Ab 1. September wird alles geliefert und kostet 29,– US-Dollar. Der Versand wird allerdings pauschal  mit 10 weiteren US-Dollar berechnet, so landet man am Ende bei 39,– Dollar, etwa 35,– Euro.

Infos

Synth Addict – Der kleine günstige Noise Toaster ohne Brötchenhalter

Synth Addict Noise Toaster

Noise Toaster ist ein kleiner Synthesizer in quadratischer Form als Desktop oder Eurorack-Modul aus Italien.

Synth Addict? Bisher noch nie gehört, vertreiben ihre kleinen Synthesizer über Etsy. Ihnen gemein ist, dass sie alle bewusst klein gehalten sind und quasi ohne Schnörkel, aber mit allem, um ein Synthesizer zu sein.

Synth Addict Noise Toaster – quadratisch, praktisch …

Ein Oszillator wartet auf das Sync-Signal eines zweiten externen Oszillators, kommt aber auch ohne das aus. Zu diesem gesellt sich ein Rauschgenerator. Zwei Modulationsbusse führen zum Oszillator. Das Filter liegt direkt darunter und hat einen Modulationseingang. Ganz unten findet man einen LFO mit drei gleichzeitig zugänglichen Schwingungsformen. Er ist nicht modulierbar und hat das, was ein LFO minimal benötigt, nämlich einen Tempo-Knopf. Unten rechts findet man eine AR-Hüllkurve, die nicht nur einfach ausgelöst, sondern auch in einen Loop-Modus versetzt werden kann. Damit ist er im „Notfall“ auch ein LFO.

Der VCO bietet Rechteck und Sägezahn. Das System scheint prinzipiell offen zu sein, sodass man beispielsweise das Filter auch extern nutzen kann. Der VCA scheint wiederum semimodular und fest in der Signalkette hinten zu liegen, somit muss man den Toaster insgesamt als semimodular bezeichnen.

Die Schaltung stammt offensichtlich von Music from outer Space, einer Art DIY-Zulieferer, der eben zum Bau von Synthesizern animiert. Der Hersteller ist also dem Musikanten behilflich und lötet ein bisschen für die, die keine Lust dazu haben. Das Gerät kostet 190 Euro, was man nicht teuer nennen kann, nein es ist sogar unfassbar günstig und man hat tatsächlich einen echten Synthesizer in der Hand. Der Versand ist mit 29 Euro allerdings teuer zu nennen, sodass man in Deutschland mit 219 Euro dabei ist – was aber immer noch wenig ist. Die Möglichkeiten sind ein wenig über dem eines Monotrons. Das Gerät wird mit einem 9 Volt Netzteil betrieben, das man nicht extra kaufen muss.

Den Kauf kann man hier tätigen.

Kann billig gut sein? Was muss man sich nicht gefallen lassen?

Kann billig gut sein Teaser

Synthesizer waren doch immer teuer. Seit Ende der der Siebziger sind sie “erschwinglich”, aber heute sind sie sogar billig. Aber ging das auch auf Kosten von Qualität und Zugang? Kann billig gut sein?

Zunächst sei gesagt, dass dies nicht die erste Diskussion dazu ist, sondern eher die bestehenden aufnimmt. Da wäre dieser und jener Faden.

Und natürlich auch dieser Link. Hier beschwert sich jemand aus der Szene über die mangelnde Qualität, reduzierte Oberflächen und das alles nur, um den Preis von Synthesizern unter 500 oder gar 400 Euro drücken zu können. Dabei muss zwangsweise etwas fehlen. Die Elemente sind klein, nicht vorhanden oder qualitativ so schlecht, dass sie nicht sonderlich lange halten mögen?

Geht gut nur teuer?

Ist das wirklich so? Nun, schauen wir mal auf die gern kritisierte Boutique-Serie von Roland. Über die Größen der Bedienelemente kann man streiten. Der Vergleich aus der Ursuppendiskussion mit dem Schmidt Synthesizer könnte sich dabei als Bärendienst erweisen, denn genau das ist ja eher nicht die Alternative.

Wohl aber solche Geräte, die vielleicht 100€ mehr kosten. Es geht also nicht darum, Minitasten schlechter zu finden oder Formate zu kritisieren, sondern wirklich eine Art Pflichtenheft für die Industrie bereitzustellen. Wann ist ein Synthesizer einfach “nur billig” und was hätte man besser machen müssen? Auch auf die Gefahr hin, dass sich 2-3 Leute mit sehr knappem Geldbeutel den nicht leisten können.

Fakt ist sicher, dass Synthesizer wie die kommenden SE-02 oder D-Synth, also Clones oder die Boutique Serie oder auch die Volcas, von verschiedener Qualität und Zielgruppe sind. Ein Preis von 130€ für ein Gerät ist verdammt günstig und vielleicht nicht für jeden wirklich eine Alternative, der sich normalerweise eine TR-808 oder deren Äquivalent kaufen wollte.

Wohl aber macht es endlich möglich, dass diese Leute alle etwas bekommen können für weniger Geld, als man für etwas ausgeben mag, was einen nicht brennend, aber doch sehr interessiert. Denn man musste und muss sich brennend für Musik interessieren, um eben die teureren Synthesizer und die Ausrüstung komplett zu besitzen, wenn sie auch insgesamt günstiger ist als je zuvor. Wer soll darüber richten?

Woran darf es nicht fehlen?

Aber was geht nicht? Das ist leicht. Schlechte Buchsen, schon bald knirschende Potis, fehlende vergleichsweise notwendige und sinnvolle Anschlüsse wie etwa MIDI-Thru. Besonders bei Geräten, die Sync-Signale via MIDI bekommen und irgendwo zwischen Sequencer und Groovebox anzusiedeln sind.

Eine Tastatur ohne Anschlagsdynamik wäre ebenfalls wenig sinnvoll. Arturia hat mit dem Microbrute diese einfach mit drin gelassen – mit der Folge, dass der kleine Synth auch als Controller taugt. Ein MS20 Mini tut das nicht, da ihm sowohl das zweite “Wheel” fehlt als auch die Sendemöglichkeit per MIDI außer Note an und aus.  Das ist einfach Bullshit und kostet mehrere Zusatzboxen und Elektronik und macht eben einen solchen Synthesizer als Controller ungeeignet.

Ein typisches Beispiel

Siehe aktuell bei der neueren Electribe: Da wurde zu stark gespart, wo sonst die Qualität hoch ist. Das Gerät ist angenehm zu berühren und drehen, es fehlt aber MIDI-Thru, und einige Parameter sind in eine überlange Liste gefallen, was die Bedienung erschwert.

Ersteres ist nicht okay, zweiteres für Leute, die das live nicht benutzen, vielleicht ok, aber kein schlauer Schachzug. Der Aufpreis von gut 50-100€ für die Taster des Vorgängermodells wäre hier nicht zu sparen gewesen. Sie wird sich nicht besser verkaufen, wenn man das Prinzip durchschaut. Außerdem ist diese nervige Begrenzung auf 4 Takte ein Unding! Heute gibt es 8 oder 16 Takte, und das kostet nur etwas Speicher und eine Ladung LEDs. Das darf nicht sein.

Übrigens ist ein klassischer monophoner Aftertouch auch nur der Einbau eines Drucksensorbandes unter die Tastatur. So etwas kostet nicht sonderlich viel. Daher ist es absolut gut als Käufer, auch von günstigen Synthesizern, durchaus mal mit harter Hand zu sagen: Das hier wollen wir und da wird gefälligst nicht gespart.

Am falschen Ende gespart

Am Ende geht es um Bauteile und Langlebigkeit, keinerlei Obsoleszenz und weniger um Optik. Eine Buchse, die exotisch ist anstatt einer gängigeren Form, ist hingegen ein Ärgernis. Wieso spart man Einzelausgänge an einer Drummachine? Wieso werden Treiber von manchen Geräten schon nach 2-3 Jahren nicht mehr vom Hersteller gepflegt? So etwas ist Sparen am falschen Ende.

Wer das findet, sollte auch mal nicht kaufen und laut Feedback geben, da vieles ja toll ist an diesen günstigen Angeboten. Dieser Artikel polarisiert vielleicht weniger, aber wer mit dem Schmidt für 20k€ argumentiert, hilft niemandem. Es gibt hervorragende Synthesizer für 400€ heute. Aber sie wären einfach besser, wenn sie 410€ kosten würden und dafür ein bisschen langlebiger und für die Bühne besser geeignet wären. Selbst wenn der Käufer nur zu Hause damit Bimmelbahn spielen würde oder zu Weihnachten Songs von Jean-Michel Jarre spielt.

Und? Was sind genau diese Kriterien? Welche sind wichtig und welche nicht? Wir freuen uns auf Kooperation aber ohne Feedback würden die Hersteller vielleicht den Audioausgang einsparen und als Miniklinke ausführen. Eine Miniklinke, die nach 2-3 Jahren kaputt ist. Sowas gibt es auch bei teuren Eurorack-Modulen. Muss das sein? Nein! Muss es nicht! Danke!

Absichtlich billig oder nur nicht nachgedacht?

Schlimm ist leider, wenn ein Gerät sehr sehr nah an dem ist, was man gerne hätte. Aber es fehlt an ein paar LEDs oder Tastern. Oder sie taugen nicht viel. Das darf nicht dazu führen, dass selbst für Einsteiger Geräte zwar 300€ kosten können, aber für 325€ hätte man es viel viel besser machen können und nichts knirscht wie heute mein Volume-Knopf am Microkorg.

Das an einem Buchla die Knöpfe für den Preis nicht wackeln dürfen, versteht sich von selbst. Also: Ansagen und nicht kaufen, bis sie es tun, so man es dann auch wirklich kaufen will und wollte. Manche Hersteller glauben, dass knapp vorbei daneben sei. Schlimm ist aber, wenn Hersteller diese kleinen Dinge nicht tun.

Der schlimmste Fehler bei der Roland MC-Grooveboxen-Serie war damals, dass deren Patterns sich nur durch Anhalten des Sequencers ändern ließen und einen speziellen Modus dafür hatten. Sonst waren sie sehr attraktiv, aber das hat sie gekillt. Schade, wenn schon das technische Design “billig” ist. Oder ist es nur nicht nachgedacht?