Jolin Lab Tabør – Magisches Auge für Noise-Drone-Experimente und geheimnisvolles fast-Rauschen

jolinlab taborjolinlab tabor

Der Tabør ist ein Geräusch-Generator, der mit einem haarfeinen Trigger bereits startet.

Nach der Chaos-Theorie reicht ein Schmetterlingsflügel bereits aus, um die Welt komplett zu ändern. So ist das auch mit dem Eurorack-Modul Tabør. Es erzeugt in sich selbst Sounds, die abhängig von diversen Modulationseingängen losgetreten werden können. Ein kleiner kurzer Impuls sorgt bereits für Reaktionen, jedoch können LFOs und Oszillatoren Stürme entfachen und diverse Kräche und Geräusche ausgeben.

Die erzeugten Geräusche klingen bereits so, dass es intern Resonanzen und besondere Verbindungen gibt, die jeweils dadurch ausgelöst Geräusche erzeugen. Diese sind besonders bei weniger Input-Triggern interessant und könnten durch Effekte wie Hall und Delays ihrerseits beispielsweise als Intro-Sounds verwendet werden. Ein Oszillator erzeugt einen Sound, der wie eine Schleifmaschine klingt, aber eine coole. Und ja, dies ist eine Krachmaschine und sie zeigt ein paar Farbige Spiele in seiner Mitte an, um das ein wenig optisch zu untermalen. Wie das gemeint ist und wie das klingt ist am Ende des zweiten Videos zu hören.
Bei 12:29 im Video 2 kann man eine Art von noch-nicht-Rauschen hören, welches gerade so existiert anhand des angelegten eher wenig pulsendem Eingangssignal.

Das Modul ist daher für Effekte und Noises interessant und zum absamplen und vielleicht eher für alle, die gern Neues finden und offen für Krach sind. Die stärker modulierten Sachen erscheinen sehr brachial.

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Die Jolinlab Website gibt den Preis von 170€ als Bausatz bekannt und zusammengebaut kostet es 240€

Video

Erklärbär-Video

U-He Wiretap – Interessantes Spannungsvergleichs-Modul mit Magiefaktor

u-he wiretapu-he wiretap

U-He ist als Modulhersteller bereits in Erscheinung getreten. CVilisation hieß es und es wurde ruhig darum. Das wird ausgeliefert und gleich dazu gibt es ein weiteres. 

Es war nicht wirklich klar, ob U-He in die Hardware-Welt eintauchen würden, denn seit der Superbooth auf der es auch die netten UFO-T-Shirts gab, ist das Modul bisher nicht wirklich zu kaufen gewesen. Jetzt läuft aber die Produktion doch an und dabei ist gleich ein weiteres nützliches Modul mit auf den Weg gekommen. Wiretap heißt eigentlich Leitung anzapfen und ein bisschen das ist es auch.

Wenn eine Steuerspannung für Tonhöhen anliegt, könnte ein Synthesizer eigentlich auch selbst feststellen, dass dies jetzt das Gatesignal ist. Das kann Wiretap nämlich – man schließt CV an und erhält dazu ein Gate-Signal und kann damit andere Synthesizer „korrekt“ steuern. Die Idee ist einfach aber besonders viele Lösungen gibt es nicht. Das ist auch hilfreich für ältere Synthesizer, die zwar Pitch-CV anbieten aber kein Gate-Signal anbieten.

Natürlich ist das nicht die einzige Funktion, es ist insgesamt ein kleines Schweizer Taschenmesser mit weiteren schlauen Funktionen:

Wiretap hat 6 Ausgänge für Gates, die bestimmte Bedingungen erfüllen:

1. Bei steigender Spannung
2. Bei fallender Spannung
3. Bei Bewegung und Veränderung der Spannung
4. Wenn die Spannung stabil bleibt
5. Wenn die Spannung höher als die andere ist (es gibt nämlich mehr als eine Einheit)

Außerdem kann man die Gatelänge einstellen bis zu 2 Sekunden lang. Außerdem gibt es noch Hüllkurvenausgänge die gegenüber den Gates „normalisiert“ sind.
Das ist clever und kann eine Menge clevere Patches erwirken, da sich das natürlich auch für andere Dinge „missbrauchen“ lässt, denn das ist ein ideales Spannungsvergleichs-Modul.

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Bei U-He gibt es dazu mehr.

Klavis Quadigy – Vierfacher Mehrsegment-Hüllkurvengenerator

Klavis QuadigyKlavis Quadigy

Hüllkurvengeneratoren kann man immer gebrauchen, besonders wenn sie „alles“ können. Außerdem spart man eine Menge Platz im Rack.

Die vier Hüllkurven haben 7 Segmente, nämlich Delay, Hold, Attack, Punch, Decay, Sustain und Release. Jede davon hat eine einstellbare Kurvenform und lässt sich auch invertieren.

Die Segmente hören auf die einkommende Clock und das Modul selbst generiert 5 eigene Clock Divider. Die einzelnen Hüllkurven haben jeweils ihre eigenen Einstellungen und sind tatsächlich wie 4 Hüllkurven. Die Loops können synchron zur Clock laufen oder Teiler davon.

Die Modulation diverser Parameter ist über die beiden CV-Eingänge möglich, eine kleine „Modulationsmatrix“ bietet 156 Ziele an. Sehr spannend ist auch die Option die Hüllkurve zwischen mehreren Einstellungen zu morphen und verschiedene Hüllkurven zu speichern – dafür gibt es 32 Speicherplätze und natürlich wird zwischen diesen Speicherplätzen gemorpht – (zu sehen im zweiten Video). Es gibt auch ein OLED-Display mit grafischer Anzeige. Es können auch mehrere Hüllkurven gleichzeitig editiert werden.

Die einzelnen Phasen der Hüllkurve werden per LED angezeigt. Wenn das alles mal kein Luxus ist? Das Modul ist 14 HP breit.

Mehr dazu gibt es auf der Website von Klavis. Es kostet 159 €.

Video

Morphing Demo

Bubblesound Module Hex-Serie – 6 Hüllkurven in einem Modul

Bubblesound Module HEX ENV VCABubblesound Module HEX ENV VCA

Bubblessound gibt eine kleine Serie mit jeweils sechs Einheiten bekannt: VCA, Hüllkurven und Summierschienen fürs Eurorack.

Hex steht für die Zahl sechs. Jeweils sechs gleiche Baugruppen befinden sich dort. Der HEXa(s)r bietet Attack, Release und Gate-Eingänge. Außerdem gibt es noch einen SustainSchalter, der die AR-Hüllkurve in eine ASR-Hüllkurve umschalten kann. Das alles passt nicht nur in ein Modul, es gibt aber noch Kombinationsausgänge für die Reihen 1-3 und 4-6 als Summe sowie alle zusammen. Das ist ungewöhnlich. Das maximale Timing liegt bei gut 4 Sekunden pro Segment. Die Breite beträgt nur 9 HP.

Dasselbe Prinzip greift auch beim HexVca, dort sind es jeweils sechs VCAs mit Umschaltung pro VCA für exponentielle oder lineare Ansteuerung. Man kann nie genug VCA in einem Modulsystem haben. Hier sind sie schon sehr kompakt zusammen. Die Breite des Sechsfach-VCAs ist 7 HP.

Es gibt noch zwei weitere Module, die nicht wesentlich breiter als die Buchsen sind. Sie sind jeweils Booster und die anderen sind jeweils De-Amplifier genannt. Dabei ist Reducer De-Amplifier der Name, nicht etwas Abschwächer, was man natürlich auch dazu sagen kann.

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Die Bubblesound Page enthält noch weitere Informationen und die Preise liegen bei 167,23€ für den HEXa(s)r. Er ist damit günstig und das VCA ebenfalls.

Tiptops drei Eurorack Effekte ZVERB, Z5000 und ECHOZ

Tiptop Effekt SerieTiptop Effekt Serie

Eine ganze Serie von Effektmodulen im Euroformat gibt es von Tiptop, sie haben Jahrzehnt-Tasten!

Man kann wählen zwischen 70er, 80er, 90er-Hall, wenn man den Revers-Spezialisten ZVERB nimmt und Filter, Halbzeit und Qualität steuern.

Beim ECHOZ gilt das für Delays und die Auswahltasten ändern sich in Bandecho, Digital oder Pitch und sind sonst optisch und technisch gleich aufgebaut wie ZVERB und liefern ein Stereo-Effekt-Signal zurück. Zu steuern ist Feedback, Zeit und das Filter, was recht ähnlich beim ZVERB auch der Fall ist (statt Feedback handelt es sich um Modulation dort).

Das dritte neue Modul ist ein Multieffekt, nämlich das Z5000. Hier gibt es dann die Wahl zwischen Reverbs, Delays und Pitcheffekten und ist damit flexibel und hat ebenfalls die gleichen Anschlussmöglichkeiten und Modulationseingänge / CVs parat wie die beiden Spezialisten.

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Bei Tiptop Audio gibt es die drei Module in weiss oder schwarz und kosten jeweils $199. Das ist sicher nicht all zu teuer und zu haben sind sie „jetzt“ bzw. sehr sehr bald.

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Audio



Addac Drums im Modul für sehr wenig Geld: T-Networks

ADDAC 104 T-NetworkADDAC 104 T-Network

Es klingt eher nach irgendwas mit Radio oder Netzwerk, es ist aber ein Drum-Synthesizer – Der T-Networks Drumssynth ist aber eher ein Exot.

Vier Trigger-Eingänge und ebenso viele CV-Eingänge bietet, sie steuern die vier Tonhöhen der einzelnen Schlaginstrumente. Die Frequenzen lassen sich auch manuell einstellen und ebenso deren Lautstärken. Außerdem ist auch die Gesamtlautstärke steuerbar.

Damit ist alles sehr simpel gehalten und soll an eine alte Drummachine erinnern. Überraschend, dass mir dieser Namen noch nie aufgefallen war. Die Sounds sind klar analog und „vintage“.

Anders ist die Ansteuerung der Tonhöhe, da hier Attenuverter verwendet werden, die einen Offset und auch negative Werte einnehmen kann. In ihrem Nutzen ist interessant, dass es sehr kurze und sehr snappy Sounds machbar sind. Noch ungewöhnlicher sind die Frequenz-Bereichs-Schalter, der einfach nur den Bereich vorauswählt wie weit reichend die CV-Eingänge sind. Es gibt drei Frequenzbereiche.

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ADDACs Seite weist das T-Networks Modul für günstige 160€ aus. Es gibt farbige alternative Frontplatten für einen Aufpreis. Die normale Darreichungsform ist in silberner Farbe ausgeführt.

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ADDAC: Doppel-Sample & Hold- Modul mit Slew Limiter und Minihüllkurve

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ADDAC zeigt uns ein Sample & Hold Modul mit einigen Extras – also ein Hilfsmodul für zwei Zufallsspannungen und Verarbeitung.

ADDAC möchte aktuell einige sehr schmale Module zeigen, die sehr viele Funktionen und ganze Baugruppen auf kleinem Raum anbieten, damit das System insgesamt nicht so riesig wird, denn die wirklich großen Systeme können nicht auf Tour mitgenommen werden.

Hier gibt es gleich zwei Sample & Hold Einheiten in einem Modul, was eher selten ist. Dort wird nach einem Takt ein Signal in Treppenspannungen oder andere Stufungen eingeteilt. Man ist stolz auf eine geringe Abweichung und wenig Drift. Damit lässt es sich auch gut als eine Art Arpeggiator missbrauchen. Außerdem kann auch Track & Hold eingesetzt werden, die etwas weniger bekannte Variante des Festhaltens von Werten für eine gewisse Zeit, bis der Trigger sich löst. Außerdem gibt es einen Glättungsglied mit Attack und Decay-Hüllkurve.
Das Modul ist also definitiv sehr platzsparend aufgebaut und kann auch mehr als die meisten klassischen Sample & Hold Module.

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Bei ADDAC Systems Website erfährt man den Preis von 125€ und die Bauform (Breite) von 6 HP.

Sixtyfour Pixels Sequencer Noodlebox Serendipity

Sixtyfour Pixels noodlebox serendipity sequencerSixtyfour Pixels noodlebox serendipity sequencer

Der Name war mir seit der Superbooth 2019 nie ganz klar, denn Sixtyfour steht nicht drauf sondern Noodlebox und das Gerät heißt Serendipity. Aber es zog mich an und ich machte ein Bild. Seitdem ist nicht viel passiert. Aber einige Blogs haben es aufgeschnappt.

Es ist offiziell nichts zu sehen auf der Page von Sixtyfour, weshalb es eigentlich zu früh ist oder viel zu spät. Damit kann man auch zeigen, wie News funktionieren und wie die Dynamik dabei ist. Das Besondere an der Noodlebox sind viele CV Anschlüsse und MIDI, dazu ein attraktives großes Display. Es scheinen 4 Gates und 4 CV’s zu sein und noch einmal jeweils Buchsen für RX, TX, was für senden und empfangen stehen dürfte. Was aber genau, ist nicht bekannt.

Das Display ist eine Matrix aus Pixeln und es sind 32 in die Breite, nicht 64 wie der Name der Firma. In der Höhe sind es 16. Vielleicht ist es also ein Hinweis gewesen, wie der Name sich zusammensetzt. Neben diesen gibt es auch einen MIDI-CV Converter, der jeweils 8 CV und 8 Gate Ausgänge bietet und natürlich MIDI. Diesen gibt es für 110 Britische Pfund bereits im Shop, während der Sequencer bisher dort nicht zu finden ist.

Mit seinen offenbar und mutmaßlich vier Spuren und vielleicht auch mehr als 32 Steps, die man über die drei LEDs theoretisch ansteuern könnte, kann man schon weit kommen. Wie es sich genau verhält erfahren wird wohl nächstes Jahr. Immerhin gibt es nämlich einen Endlosknopf und einige Taster für simple Funktionen. Es wäre ein Leichtes, die Matrix über Drücken und drehen zu weiteren Pages kommen zu lassen.

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220 GBP soll das Gerät kosten. Das sind 254 €. Es soll Anfang 2020 erscheinen und dann wird wohl auch etwas auf der Website zu sehen sein.

Effekte in einem schmalen Modul – FX Aid – und sehr günstig – mit Updatemöglichkeit für „Fremdeffekte“

Happy Nerding FX AIDHappy Nerding FX AID

Das klingt ja fast wie Happy Knobbing, kennt man das eigentlich? Was man aber kennen sollte, sind gute Effekte in kleinen Modulen, wenn man diese per CV steuern kann, die sind nämlich Gold wert. 

Der Name FX Aid wirkt etwas missverständlich, besonders wenn man den Preis von 180€ betrachtet, könnte man vermuten, dass es sich nur um ein Anschluss-Modul oder Zusatz zu dem eigentlichen Effekt-Modul geht, dem ist aber nicht so. Das Modul IST der Effekt. Die Ansteuerung ist recht einfach und mit einem CV für einen von drei vorhandenen Parametern vorgesehen. Die zweite Steuerbuchse ist für das Effektverhältnis vorgesehen.

32 Effekte sind über zwei Taster und einem Kranz aus grünen LEDs zu erforschen. Die beiden Eingänge und Ausgänge deuten auf eine stereo-Natur des Moduls hin. Theoretisch sind Effekte anderer Anbieter möglich, die auf diesem Effektchip laufen. Diese möchte der Hersteller auch zulassen und liefern und kündigt sie auf der Website bereits an. Das Einbringen der Effekte wird über die Audioeingänge gelöst. Es gibt also etwas  8-Bit-Heimrechner-Gepiepse zu hören für das Modul und es ist dann ein komplett anderer Mensch, also ein anderes Modul.

Das passiert übrigens nicht einfach so, man muss auch die beiden Effektwahltaster lange gedrückt halten, es wird also kein zufälliger Sound das Modul umprogrammieren können.

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Die simple aber informative Website von Happy Nerding verrät den Preis von 180€ und das ist günstig.

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Radical Frequencies Waveshaper Suboszillator und SH1-Filter – Puristisch aufgebaut.

Radical Frequencies Waveshaper SubRadical Frequencies Waveshaper Sub

Nur aus Transistoren besteht das Shaper aus Griechenland. Radical Frequencies geht es um den klassischen Sound der Siebziger und deshalb soll es einfach, chiplos sein.

Der Waveshaper

Etwa je eine Hälfte nimmt jede der beiden Funktionen etwa ein. Neben dem Focus auf die schon erwähnte „diskrete“ Bauweise sind die Module handgemacht. Zwei Eingänge führen zu zwei verschiedenen Shapern. Der Aufbau ist so einfach, dass man eigentlich kaum übersehen kann, wie es funktioniert. Zwei Knöpfe verändern das Shaping, zwei andere justieren den Pegel. Man kann mit dem Modul mehr Obertöne herstellen und auch das Signal insgesamt dicker machen. Auch die Pegel ändern bereits etwas am Klang des Signals.

Suboszillator

Der Suboszillator-Part besteht aus einem Eingang und jeweils einem Ausgang für die gleichzeitige Abnahme des invertierten Signals eine Oktave oder zwei Oktaven unterhalb des eingespeisten Audiosignals. Die Oktavlage wird über einen Schalter bestimmt.

Weitere Information

Die Website gibt alle Daten preis, die man wissen sollte und kostet 160€. Es gibt aktuell acht Module von Radical Frequencies, welche nicht zu verwechseln sind mit Radikal Technologies. Das sind aktuell ein Doppel-VCO, ein aufwendiges Sample & Hold – Zufalls Modul, ein Multimode-Filter, ein ADSR-Hüllkurven-Generator, ein Doppel-VCA, ein vierfacher Mixer mit VCAs, sowie ein weiteres Filter, was offenbar von Rolands SH-1 inspiriert ist und mehrere Flankensteilheiten anbietet und hier nicht unerwähnt bleiben sollte, welches ebenfalls nur 160€ kosten soll.

Video

Roland SH1 – Filter Demo