Kompletter FM-Synthesizer mit Knöpfen im Eurorack YM3812 III

Reckless YM3812 IIIReckless YM3812 III

Frequenzmodulation ist noch immer eine sehr effektive Methode, Klänge mit wenigen Parametern sehr effizient herzustellen. Die Bedienung solcher Geräte war aber meist etwas spezieller. Wieso nicht mal mit Knöpfen?

Das Modul basiert auf dem Yamaha-FM-Chip mit dem wenig griffigen Namen 3812. Wieso nicht einfach ein Interface drumherum bauen, das für Menschen sinnvoll ist? Das hat man sich bei Reckless auch gefragt und hat es einfach versucht, so etwas mal aufzubauen. Das ist sichtlich gelungen. Die Anordnung ist mit 2 Operatoren natürlich nicht unbedingt dasselbe wie ein DX7 oder auch nur ein DX100. Aber man kann es direkt bedienen und faktisch alles per Steuerspannung erreichen.

Reckless YM3812 III – FM mit Knöpfen!

Ein OP ist ein Operator und der besteht aus einem Oszillator, dessen Lautstärke von einer Hüllkurve gesteuert wird. Dieser Operator steuert wiederum einen weiteren Operator an und so werden erst die komplexen Klänge möglich, während der Haupt-Operator faktisch die Lautstärke beeinflusst. So ist das auch hier, jedoch gibt es einen ALG-Eingang. Das ist deshalb besonders, weil 2 Operatoren nicht auf all zu komplexe Weisen verbunden werden können.

Der Synthesizer hier ist eigentlich neunstimmig. Das ist schon deshalb gut, da ein Klang dieser Komplexität auch mit langen Release-Zeiten nicht abgeschnitten werden muss, sondern einfach eine weitere Stimme ansteuern kann. Das ist nicht nur ungewöhnlich in der Modulwelt, es ist auch nicht all zu üblich lineare FM zu machen. Es gibt zwar solche Module mit Thru-Zero-Phasensteuerung, aber das sind reine Oszillatoren. Hier haben wir ja bereits einen mehrstimmigen kompletten Synthesizer mittels des Chips an Bord.

Das Modul ist zum Selbstbau gedacht und daher günstig. Man bekommt die Platine, den OPL3 genannten Yamaha Chip 3812 und die Frontplatte für 74,99 US-Dollar (ohne Porto / Zoll).

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Video

Es gibt auch zwei Videos, die den Prozess des Aufbauens erklären.

Audio und Funktion-Demo

DIY Teil 1 und 2

SSSR Ritm 2 – russisch und fett – Desktop-Synthesizer

SSSR Ritm2SSSR Ritm2

Der Ritm 2 ist ein klassischer russischer Synthesizer aus dem Jahre 1984. Gebaut wurde er von Kirovski. Damals war natürlich die Herstellung von Synthesizern in Russland so eine Art Nebensache und wurde als unwichtig erachtet. Der kleine Synth klingt aber sehr anständig und ziemlich überzeugend. 

Ziemlich selten hierzulande zu finden und nicht zu verwechseln mit Elektrons Analog Rytm ist der RITM 2. Er hat zwei Hüllkurven und einen Oszillator, der jedoch kräftig klingt. Die neue Reinkarnation ist in ein handliches Desktop-Gehäuse in Pultform eingebaut und hat einen wertigeren Look und natürlich auch „Feel“.

SSSR Ritm 2 – Neuauflage eines seltenen Synthesizers

Mit recht wenigen Bedienelementen kommt der SSSR Ritm 2 aus, dennoch bietet er einen LFO mit drei Schwingungsformen und ebenso einen LFO dazu für Filter und Pulsbreitensteuerung. Der VCA kann über eine „Repeat“-Funktion sich selbst neu starten und ist sogar per Anschlagdynamik steuerbar. Das Filter ist ein klassischer Tiefpass mit Resonanz und Filtertracking in zwei Stufen. Außerdem ist auch ein Rauschgenerator an Bord. Das Recheck und der Sägezahn, der wahlweise auch ein Dreieck sein kann, sind gleichzeitig zu verwenden, ähnlich wie beim Roland SH-101.

Lautstärke, Pulsbreite, Tonhöhe und das Filter lassen sich per Steuerspannung steuern und MIDI hat der kleine Russe ebenfalls.

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Der Preis ist vergleichsweise hoch, einen gebrauchten Ritm 2 findet man heute eher selten, weshalb er für die meisten wohl die einzige Alternative bleiben wird. Mit  899,- US-Dollar kann man ihn direkt aus dem Shop von SSSR Labs erwerben. SSR stellt auch Eurorack-Module her, darunter auch einen Matrix-Verbinder oder den Wavetable-Oszillator Kotelnikov. Es gibt noch weitere Dinge zu entdecken, da der Shop noch mehr anbietet.

Video

Ein klanglicher Eindruck ist hier zu finden: Ausgereizt wird er in beiden vielleicht eher nicht, dennoch sind sie ein Anhaltspunkt für den Grundsound.

Der Klassiker:

Analogue Solutions Fusebox – Sonderedition in schwarz

Analogue Solutions Fusebox schwarzAnalogue Solutions Fusebox schwarz

Schwarz sieht die sonst orange Fusebox doch ziemlich gut aus, vielleicht aber auch „normaler“. Der Hersteller bringt eine Sonderediton heraus.

Analogue Solutions Fusebox ist nun in einer limitierten Auflage von 50 Stück aufgelegt worden. Der Preis ist identisch mit dem der orangenen Version, die ähnlich der gleichnamigen Frucht auffällig ist wie ein Feuermelder, da er aufrecht stehend als Desktop-Maschine eine Grundwuchtigkeit besitzt.

Analogue Solutions Fusebox in Schwarz

Seine Innovation ist inzwischen ja auch als Sequencer zu bestaunen. Weshalb das vorher noch keiner gemacht hat, ist im Nachhinein kaum verständlich, denn es gibt die Option mit wenigen Bedienelementen Sequenzen herzustellen. Analogue Solutions nennt es Patternator und Interval Generator. Letzterer dient dazu, eine Abfolge von Transpositionen in einem Song eingehen zu können. Die im Patternator oder Arpeggiator eingestellten Muster können mit ein paar Tastern entsprechend gestimmt und gespielt werden. Der Patternator erzeugt Modulationen oder Töne, die jeweils wenige einstellbare feste Töne enthalten und einen Verlauf mit Dynamik hinzugefügt bekommen.

Diese speziellen Auflagen sind für kleine Hersteller durchaus groß genug. So sind 50 vielleicht gar nicht so viele, jedoch werden sie weltweit angeboten, und wenn sie verkauft sind, sind sie weg. Solche Anreize sind für den Verkauft gut und das Gerät sieht nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des Erkenntnisinstitutes für steigende Statistiken auch bis zu 28% schön aus.

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Mehr über den Sequencer und natürlich die Fusebox gibt es auf der Website von Analogue Solutions.

Videos

Patternator und Co. in Aktion:

Funktion und Sound in klassischer Farbe

Robaux SWT16+ Sequencer erfindet sich neu. Intuitiver und größer!

Robaux SWT16+Robaux SWT16+

Vor einiger Zeit sprach mich jemand an, er hätte einen Sequencer gebaut, der war gar nicht übel und landete auch hier in Gearnews. Etwas später fragte ich nach und er meinte – jetzt besser nicht. Der Grund war, er war nicht so zufrieden und hat das Konzept noch einmal komplett überarbeitet.

Robert Menzel ist der Mensch hinter dem Sequencer und der Robaux SWT16+ wurde ganz offensichtlich verändert, denn nun gibt es mehr von allem: Mehr Taster und mehr Anschlüsse und auch die Anordnung hat sich verändert. Außerdem gibt es nun eine Beschriftung, damit die Bedienung nicht zu kryptisch ist. Der Speicher scheint auch etwas anders organisiert zu sein, denn man hat nun einfach mehr Patterns.

Robaux SWT16+ Sequencer – mehr von allem

Anders gesagt: Es ist eigentlich ein neuer Sequencer, denn den alten gab es zwar zu sehen und auch als Bausatz, aber es ist doch einiges passiert, auch wenn der „neue“ nur das „+“ mehr im Namen trägt. Er ist aber „nur“ aufgebohrt und erweitert worden und kann nun doch etwas mehr. Seine Bedienung ist ähnlich wie bei einer kleine MPC und entsprechend direkt ist auch der Zugang. Es gibt allerdings nun 64 Steps für jede Spur und 16 Spuren sind es insgesamt. Aus einer wurden 16 Einstellungen. Der alte SWT wurde übrigens bereits beschrieben. Trigger lassen sich nun invertieren, auch die Zufalls-Funktion ist optimiert worden und das Timing wurde ebenfalls überarbeitet. War der erste Entwurf bereits alles andere als schlecht, dieser hier ist noch besser. Es gibt allerdings auch zunehmend mehr Sequencer-Angebote.

Die Bedienung und das Handling sind einfacher und direkter und damit kann das Modul spätestens Anfang Januar als Selbstbau-Variante auf den Markt kommen. Der Preis ist noch nicht bekannt und die „fertige“ Version wird etwas später dazu kommen und auch dessen Preis ist noch nicht festgelegt.

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Robaux SWT16+ Sequencer erfindet sich neu. Intuitiver und größer!

Robaux SWT16+Robaux SWT16+

Vor einiger Zeit sprach mich jemand an, er hätte einen Sequencer gebaut, der war gar nicht übel und landete auch hier in Gearnews. Etwas später fragte ich nach und er meinte – jetzt besser nicht. Der Grund war, er war nicht so zufrieden und hat das Konzept noch einmal komplett überarbeitet.

Robert Menzel ist der Mensch hinter dem Sequencer und der Robaux SWT16+ wurde ganz offensichtlich verändert, denn nun gibt es mehr von allem: Mehr Taster und mehr Anschlüsse und auch die Anordnung hat sich verändert. Außerdem gibt es nun eine Beschriftung, damit die Bedienung nicht zu kryptisch ist. Der Speicher scheint auch etwas anders organisiert zu sein, denn man hat nun einfach mehr Patterns.

Robaux SWT16+ Sequencer – mehr von allem

Anders gesagt: Es ist eigentlich ein neuer Sequencer, denn den alten gab es zwar zu sehen und auch als Bausatz, aber es ist doch einiges passiert, auch wenn der „neue“ nur das „+“ mehr im Namen trägt. Er ist aber „nur“ aufgebohrt und erweitert worden und kann nun doch etwas mehr. Seine Bedienung ist ähnlich wie bei einer kleine MPC und entsprechend direkt ist auch der Zugang. Es gibt allerdings nun 64 Steps für jede Spur und 16 Spuren sind es insgesamt. Aus einer wurden 16 Einstellungen. Der alte SWT wurde übrigens bereits beschrieben. Trigger lassen sich nun invertieren, auch die Zufalls-Funktion ist optimiert worden und das Timing wurde ebenfalls überarbeitet. War der erste Entwurf bereits alles andere als schlecht, dieser hier ist noch besser. Es gibt allerdings auch zunehmend mehr Sequencer-Angebote.

Die Bedienung und das Handling sind einfacher und direkter und damit kann das Modul spätestens Anfang Januar als Selbstbau-Variante auf den Markt kommen. Der Preis ist noch nicht bekannt und die „fertige“ Version wird etwas später dazu kommen und auch dessen Preis ist noch nicht festgelegt.

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Aufwendiger Modularsynthesizer aus Peru: Atomosynth Asterion

Atomosynth Asterion 3Atomosynth Asterion 3

Aus Peru kommt er, der Atomosynth Asterion. Es gibt durchaus ein paar Anbieter die vom Südamerikanischen Kontinent stammen, vielleicht kennen einige den grünlich-gelben und durchsichtigen Atomosynth Mochika, den es später in einem ansprechenden beigen Box-Design gab ohne Plexiglas.

Der Atomosynth Asterion ist ein ganz anderes Kaliber, denn Mochika in drei Versionen ist nicht mehr erhältlich und war auch noch nicht modular. Der Asterion hat eine Menge Patchbuchsen, die tatsächlich nicht vorverdahtet sind. Man hat also jeden Sound komplett neu zu patchen, anders als bei einem ARP 2600 oder einem Macbeth M5 etwa. Das Gerät ist voll modular, nur dass die einzelnen Baugruppen natürlich nicht in Modulen austauschbar sind. Aber alles kann mit allem verbunden werden.

Atomosynth Asterion

Hier ist ein Modul in Form einer Knopfreihe abgebildet. Es gibt 3 Oszillatoren mit Puls und Sägezahn. Außerdem gibt es zwei LFOs und drei ADSR-Hüllkurven. Damit ist er vergleichbar mit einem Luxus-ARP2600 oder dem schon erwähnten M5. Drei Spannungs-Mischstufen und einige Abschwächer machen das System rund. Natürlich fehlt auch nicht so etwas wie Glide und diverse Splitter.

Die Konkurrenz sind Hersteller wie Analogue Solutions, die ebenfalls mit aufrecht stehenden Desktop-Pultgehäusen imposante Angebote anbieten. Das System ist eher wuchtig wie die GRP Synthesizer, jedoch modular, muss aber mit relativ viel gefühlter Konkurrenz klar kommen, da es auch inzwischen in gehobeneren Preisregionen Angebote gibt. Mit 104 Buchsen ist das System schon üppig und mit großen Klinken ausgestattet. Die untere Reihe besteht allerdings aus Multiples, die jedoch in einem System wie diesem auch dringend gebraucht werden. Tief- und Hochpass-Filtereingänge, Rauschgenerator und 2 VCAs sprechen schon die Sprache eines großen und offenbar auch nicht all zu schlecht klingendem Instruments.

Trotz der Möglichkeiten ist die Optik durchaus ansprechend und aufgeräumt. Die Kabel unten, die Einstellungen sind oben zu machen, so bleibt es alles eher ordentlich.

Wie so oft handelt es sich um Handarbeit vor Ort. Über Verfügbarkeit und Preise wird es recht bald mehr konkrete Daten geben.

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Noise Engineering – Ataraxic Iteritas – Eine Serie von KI-Modulen.

Noise Engineering Ataraxic IteritasNoise Engineering Ataraxic Iteritas

Angriff der neuen Module! Noise Engineering zeigt in einer aktuellen Demo ein neues Modul, welches ein bisschen härter noisigere Drones erzeugt und ein eigenes Prinzip verfolgt. Die „Iteritas“-Serie bekommt Zuwachs. 

Ataraxic Iteritas ist kein all zu handlicher Begriff. Die beiden Demos zeigen jedoch recht gut, in welche Richtung die Noise Engineering Module gehen. Neben der generellen Stimmung (Pitch) und der obligaten Shape-Einstellung für die Schwingungswahl gibt es noch Waveform (ein ziemlich radikales Shaping), Time Mod, Soft Fold (Wave Folding, zum „Verbiegen“ der Schwingung in subtilerer Art) sowie Comb (Kammfilter) und Noise. Hier arbeitet eine Künstliche Intelligenz, sagen die Hersteller von Noise Engineering. Aber es ist zum Glück nicht so intelligent, dass man mit dem Modul reden kann — es hat nur ungewöhnliche Parameter.

Die Waveform-Einstellung kann man sich als Wavetable oder radikaleres Shaping vorstellen. Der „Noise“-Knopf ist nicht einfach nur „Rauschen“ oder „farbiges Rauschen“, sondern britzelt und kratzt bis es fast schon wie digitales weißes Rauschen klingt. Für radikalere Formen von Krach ist es hervorragend einzusetzen und eher von der kantigeren Sorte.

Der Kammfilter-Effekt ist vielleicht schon einigen von diversen Synthesizern bekannt und klingt eher wie eine Art großer Phaser, jedoch auch hier etwas dreckiger. Es werden Kerben in das Material geschlagen, die für sich nicht so radikal sind, jedoch sind es mehrere und daraus entsteht auch das „Phasing“. Dieses nimmt auf das ganze Klangspektrum und die Obertonstruktur Einfluss.

Ansonsten ist auch ein Sync-Anschluss vorhanden und insgesamt sind alle genannten Parameter mit Steuerspannungseingängen versehen. So ist ein sehr eindrückliches Spektakel möglich und seit dem 22.Oktober auch vorbestellbar. Es ist für 355 US-Dollar zu haben und kommt aus Los Angeles.

 

Mehr Information…
Der Shop von Noise Engineering ist hier zu finden.
Reichlich Information über Entstehung und Prototyping gibt es auf der Website.

Rechteckiges Ding – Synthesizer mit Rambler und Fragezeichenknopf!

TINRS Rectangular ThingTINRS Rectangular Thing

This is not rocket science (TINRS) zeigen den neuen kleinen Synthesizer Rectangular Thing im Eurorack-Format. Es ist namensgerecht rechteckig und es enthält „Rambler“. Was zum Teufel ist ein Rambler?

Rectangular Thing

Curtis Chips machen es möglich: Ein kompletter Synthesizer mit je einer ADSR-Hüllkurve für Filter und Lautstärke, zwei Oszillatoren mit Soft- und Hard-Sync und einem Doppelfilter für Tief und Hochpass mit Resonanz im Stile des MS20. Mit MS20 ist nicht der Sound sondern die Anordnung Tiefpass und Hochpass gemeint. Es würde auch der Yamaha CS-Vergleich passen.

Die Oszillatoren nutzen die Schwingungsformen Sägezahn, Rechteck mit Pulsbreitenmodulation und Dreieck. Dazu kommt noch ein vierter Knopf mit Fragezeichen. Man darf selbst per Jumper auf der Rückseite bestimmen, was genau dort anliegt: Ein SuboszillatorRambler oder ein Saw-Pulse (ein wechselnder Zyklus zwischen Sägezahn und Rechteck, um neue Obertöne zu erhalten). Auch die Filter-Reihenfolge kann per Jumper getauscht werden. Intern haben beide Oszillatoren jeweils einen Suboszillator, der den Klang insgesamt fetter macht.

Der Rambler kehrt zurück

Der schon erwähnte Suboszillator wechselt in Audiogeschwindigkeit zwischen den beiden VCO hin und her. Auf kleinerer Ebene hat man den oben schon erwähnten Saw-Pulse, wenn man ihn per Jumper auf den Fragezeichen-Knopf legt (jeweils separat pro VCO).

700 Euro kostet das Modul. Nicht wenig, aber dafür bekommt man auch etwas jenseits der FM – schnelle VCO-umschaltung. Die Bestellung erfolgt etwas ungewöhnlich per E-Mail.

Mehr zu dem innovativen Synth-Modul kann man hier finden. Und es ist doch „Rocket Science“. Verdammte Nerds!

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Circlefade CF1 – ein komplettes MIDI / CV Sequencer Studio

CF1 SequencerCF1 Sequencer

Was der Atari ST für MIDI war, ist der Circlefade CF1 für MIDI und CV inkl. USB, nämlich ein Sequencer mit Pianorollendarstellung in sehr kompakter Form.

Wer schon immer ohne Computer arbeiten will, das Gerät auch mitnehmen und sogar unterwegs ein paar Sequenzen bauen will, könnte das mit dem Circlefade CF1 tun. Der ist gerade mal so groß wie ein Gameboy und sieht auch aus wie ein Gamepod mit Display. Er hat einen klassischen Pianorollen-Editor.

Circlefade CF1 – Work in Progress

Aktuell ist das Gerät noch nicht fertig, sondern in der Entwicklung. Es ist die Zeit, in der man noch Feedback geben kann. Es ist allerdings bemerkenswert, dass man in dem kleinen Gerät auch 12 Ausgänge für analoge Steuerspannung findet, die man als Gate, CV, Anschlagdynamik oder als LFO verwenden kann.

Zusätzlich gibt es einen Song-Mode zum Arrangieren. Der Screen ist touchfähig, man braucht also nicht unbedingt ein iPad dazu. Jedenfalls gibt es auch noch Arpeggiatoren und Skalierhilfen und die Auflösung ist mit 1/128 im brauchbaren Rahmen. Interessant sind noch Ratcheting und eine KI für Sequenzen(er)findung.

Preis und Verfügbarkeit sind noch nicht fest. Sicher scheint, dass es eher um Arrangement als um Performance oder Live-Spiel geht, jedoch ist es nicht ausgeschlossen. Als Vorteil kann man schon nennen, dass die Patterns keine Grenze haben, wie das bei einigen rückständigeren Konzepten noch der Fall ist. Auch bei den Grooveboxen ist diese Grenze bei ernstzunehmenden neueren Konzepten verschwunden, wie es sich gehört. Mögen die aktuellen Angebote diesem Beispiel folgen.

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Max Matthews neue Synthese in ein Modul gegossen – QuBit Scanned

qubit scannedqubit scanned

Neue Synthese, danach suchen doch eigentlich alle. Subtraktiv ist langweilig, additiv kennen wir ja auch schon und Physical Modeling erstmal, allet öde, wa? Also die Innovation kommt in Form eines Eurorackmoduls: QuBit Scanned.

So etwas kann sich der brave Bürger ins Eigenrack schrauben. Das Modul bietet eine Reihe spezieller Parameter, aber auch eine Schwingungsform-Wahl, die stufenlos von Sinus bis Sägezahn reicht. Ungewöhnliche Begriffe heißen Steifheit, Dämpfung und Update Rate sowie Stärke. Außerdem gibt es einen Masse- sowie einen Center-Knopf. Der Auslöser dazu heißt „Excite!“ und all diese Dinge inklusive „Inject“ findet man als Buchsen wieder.

QuBit Scanned – neue Synthese fürs Eurorack

Die Idee und Grundlage dreht sich um eine Saite, die im Raum schwebt. Daher auch die Steifheit und Dämpfungs-Bezeichnung. Das riecht ein bisschen nach Physical Modeling. Wie bewegt sich nun die Saite? Das ist das Basis für die Synthese und dazu gibt es einfach noch eine Art von Berechungsgeschwindigkeit, die man herunterregeln kann und man erhält dann LoFi-Artefakte. Intern werden offenbar Wavetables berechnet anstatt einer Emulation. Das ist anders als bei klassischer Modeling-Synthese. Die VCO-Schwingungsformen werden generell vom virtuellen Hammer angeschlagen und sind daher auch nicht dasselbe wie in einem VCO. Denn sie werden als Anreger in die richtige Form vermorpht™ und dann losgelassen und wie schon erwähnt in Wavetables gewandelt. Daher wird „Excite“ verwendet, denn es ist eine Anregung der Saite, die am Ende die Klangveränderung auslöst. Daher rührt auch der Parametername „Stärke“.

Die Wavetable-Erzeugung kann freilaufend oder getriggert sein. Diese Stimme braucht keine Filter oder VCAs, da die Synthese bereits mit Ausklang in sich selbst geschlossen sinnvoll und ausreichend ist. Der Inject-Eingang ist für CV-Tonhöhe gedacht, der Excite-Knopf ist faktisch für Gate-Signale ein sinnvoller Empfänger.

Das Ergebnis ist trotz allem nicht zu sehr Saiten-haft, sondern wegen der Wavetable-Zwischenstufe eher „Synthesizer“-artig. Man sollte also eher Noises und Flächen erwarten als täuschend echte „Saiten-Simulationen“.

349,– US-Dollar kostet die Reise in diese andere, aber auch nicht total fremde Welt. Die Frontplatte kann in silber oder schwarz bestellt werden.

Infos

  • Die offizielle Qu-Bit Scanned Webpage.

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