Superklein – R606 MkII: TR-606 Drums im 4HP Eurorack

DSP r606mk2

Kleiner geht es wohl nicht mehr. In 4 HP verpackt ist eine komplette TR-606 in ein Modul „gequetscht“. Der Name ist R606 MkII. 

Samples oder Simulation?

DSP Synthesizers ist eher eine Art Lieferant von Chips, die eine Menge machen können. Die Mk1-Version dieses Moduls hatte vier Sounds, die neuere hat jetzt sechs Sounds aus der TR-606. Es ist eher zu vermuten, dass das Samples sind als eine Rekreation der TR-606 in diesem Chip, denn das wäre nicht weniger als eine weitere Sensation. Samples sind leichter zu machen und somit wäre der Chip eher ein Abspielchip.

So gesehen könnte man sicher auch einen Erica Pico Drum nehmen, der immerhin 2 Samples abfeuern kann. In diese Richtung geht es auch bei DSP, nur dass man sich eben für bestimmte Maschinen entscheiden kann. Wirklich? Nein, die Sounds sind tatsächlich virtuell analog, also eine Simulation! Das sind also keine Samples. 

Neu ist aber auch, dass man das nicht selbst zusammenbauen muss, denn bei nur einem Chip ist das eigentlich nur etwas für Bastler. Deshalb gibt es auch ein R606 MKII Modul, das man fertig kaufen kann. Hier zu sehen ist der Prototyp noch auf einem sogenannten Breadboard. Neben den Sounds selbst gibt es einen 6dB Boost als Accent zur Betonung von Sounds.

Der Preis liegt bei 149 US-Dollar. Das wäre sogar irgendwie teuer für einen Chip, aber da es eine Simulation ist und das ein vollständiges Modul ist, muss man sagen, dass es günstig ist. Heute sind gute 50 bis 99 Euro ein sehr günstiges Angebot, das unter dem Durchschnitt liegt. Mit bis zu 200 Euro muss man meist rechnen, weshalb dies ein „nomales“ Angebot ist.

Infos

  • Die Produktwebsite und weitere Information gibt es hier: DSP Synthesizers Webshop.

Video

Beepstreet bastelt an modularem Drambo – Drumbox Synth

Beepstreet Drumbo

Beepstreet haben schon ganz interessante Synthesizer für das iPad gemacht, darunter Sunrizer und Impaktor, das Elektroschlagzeug, das per Microfon zu steuern war.

Jetzt gerade per Dropbox-Link-Video wurde ein Prototyp mit Lauflicht gezeigt mit dem Namen Drambo („Drum Box“). Man kann eindeutig sehen, dass noch einiges in der Gestaltung fehlt. Wohl aber findet man den Satz über dem Video „I always wanted a modular drum machine with p-locks“. Damit ist dann wohl klar: Es wird eine modularisierte Drum-Maschine, die sehr flexible Klangerzeugung erlaubt und Automation pro Step erlaubt, wie man es von Jomox oder Elektron her kennt. Denn Parameter-Lock ist der Werbebegriff von Elektron für Automation.

Beebstreet Drambo – fürs iPad

Das Ganze läuft auf einem iOS-Tablet, und man sieht eine Hand daran herumspielen, Steps setzen und den Klang etwas justieren. Wann das soweit sein wird, ist nicht bekannt. Die Arbeit an Software ist nicht weniger aufwendig bei der Findung des finalen Konzepts und Looks. Auch bei der Superbooth gibt es durchaus Apps zu sehen, dennoch vermuten wir, dass die finale Version einfach irgendwann in den kommenden Monaten kommen wird.

Nicht ganz Modular,  aber extrem vielseitig sind sonst noch Elastic Drums von MOM Instruments. Aber der Spruch, dass man noch kein modulares System habe, war schon bei Hans Nordelius sehr sympathisch, darauf hin präsentierte er den Nord Modular.

Schade, dass es den nicht mehr gibt, aber vielleicht ein Drum-Modular-Synth? Drums sind technisch natürlich auch einfacher herzustellen, daher wird es interessant sein, wie genau das aussehen wird. Man kann aber schon sehen, in welche Richtung es geht.

Infos

Behringer statement about synthesizer and drummachine leak – Move Along, Nothing to See Here folks

The Behringer synthesizers and drummachines announcement was a website glitch, nothing more, nothing less according to the Behringer’s Facebook page. So Move

Modal Craftrhythm Drumsampler mit Stretch/Pitch-Modes und Filter

Modal CRAFTrhythm

Er sieht ähnlich aus wie der Craftsynth, ist aber ein komplett anderes Gerät: der Craftrhythm. Denn er hat eine andere Funktion, nämlich Sampling für 8 Instrumente bzw. Drum-Kanäle.

Ein 16-Step-Sequencer mit acht Spuren Sampling aus 44.1 kHz und 16 Bit Samples lässt sich mit wenigen Handgriffen zusammensetzen und ist ohne Lötbedarf. Man stellt faktisch nur die Einzelteile zusammen und schraubt sie fest, ähnlich wie das bei Korgs MS20M Kit war.

Modal Craftrhythm

64 Samples können intern gespeichert werden und jede Sektion hat eine Lautstärke und ein Panning sowie ein Tiefpass-Filter mit Resonanz und eigener AHD-Hüllkurve. Die Tonhöhe kann mit Speed, Stretch oder Shift verstellt werden, jedoch muss man sich für eine davon entscheiden. Dabei ist Speed die klassische Methode zum Stimmen für Samples, wie man sie kennt. Shift arbeitet mit Pitch-Shifting mit gleicher Länge, wie die Hüllkurven das vorgeben. Stretch passt das Tempo über klassisches Time-Stretching an. 16 Speicher gibt es und man kann diese auch mit 16 Speichern verketten (Chaining).

Es gibt ein Tap-Tempo am Gerät, und eine ganz clevere Idee ist “Pattern Groove Control”. Damit lässt sich Swing halbieren oder verdoppeln und in 8 Speicher sichern, um diese als Variationen schnell parat zu haben. So kann man auch Triplets und anderes zusammebauen.

Während das Gerät läuft, kann man auch die Steps verändern, wie sich das gehört. Das erwähnt der Hersteller extra, doch ohne dies wäre es wohl kein sinnvolles Live-Tool. Es bietet MIDI über USB, wie man das erwartet. Alles kann per App gesteuert werden, der Editor ist fürs iPad oder Android erhältlich. Die Performance damit kann man im Video begutachten. So gesehen kann der Craftrhythm weniger als der Craftsynth, der ein kompletter Synth ist, aber er ist ein vollwertiger Sampler und vielleicht am besten mit dem Volca Sample zu vergleichen. Allerdings hat er mit besserer Klangqualität und den angesprochenen Stretch- und Pitch-Shift-Methoden dem etwas voraus.

Der Preis ist noch unbekannt. Der Craft Synth kostet nur zweistellig und das wird sicher auch für den CraftRhythm gelten.

CRAFTrhythm Demo Video

Modal Electronics (UK) are proud to announce CRAFTrhythm – the next member of the Modal CRAFT family.Modal CRAFTrhythm is an 8 track drum & percussion sampler device that features a range of sample sequencing and modification options, all packaged in a DIY, solder-free kit, that takes less than 10 minutes to assemble – and requires no tools. Each Modal CRAFTrhythm track contains its own mixer section, low pass resonant filter, and pitch & time modes – all of which each have their own envelopes. The built-in 16 step sequencer allows for 16 recallable patterns and up to 16 part pattern chaining, with realtime and step input, and provides a powerful groove control for creating unconventional rhythms. Modal CRAFTrhythm can store onboard up to 64 x 16-bit mono audio samples with a sample rate of 44.1kHz, and, through the Modal CraftApp, users are able to upload their own samples into memory. The factory sound bank that comes installed as standard on the Modal CRAFTrhythm include several drum, percussion and rhythmic sounds and effects created on the CRAFTrhythm’s bigger brothers Modal 001, 002 and 008.Up to 8 kits, combining chosen samples and parameter settings, can be created and stored on the Modal CRAFTrhythm, allowing for on-the-fly sample and parameter changes – great for live performance. Modal CRAFTrhythm can be used standalone, and contains a large number of panel controls and LEDs for setting up and displaying parameters, as well as touch pads for playing samples in realtime. The device can also be used in conjunction with the Modal CraftApp, to provide easy access to all parameters, as well as sample, kit, and pattern management. CRAFTrhythm can connect to a computer, tablet or phone via class-compliant USB-MIDI, allowing compatibility with external MIDI software and devices. Full specification as follows:Modal CRAFTrhythm: • 8 track drum/percussion sampler instrument kit with built in 16 step sequencer, requires no soldering, electronics skills or tools. • Can store up to 64 x 16-bit mono samples with a sample rate of 44.1kHz, and using CraftApp users can upload their own samples • Mixer stage per track with level and pan controls • Low pass resonant filter per track with a dedicated Attack-Hold-Decay envelope • Amplitude Attack-Hold-Decay envelope per track • Tune control with 3 different pitch modes – SPEED, STRETCH and SHIFT • SPEED alters the pitch by playing the sample faster or slower • STRETCH selects the number of steps the sample will be stretched to fit into, allowing for tempo matching for looped samples • SHIFT activates a pitch shifting algorithm that maintains the original sample length along with a dedicated Attack-Hold-Decay envelope, which works well with samples containing melodic content • 16 recallable patterns with up to 16 part pattern chaining • 8 recallable kits that store the per-track parameters for sonic changes on the fly • Global tempo and tap tempo with a step division for semi-quavers, quavers and quarter notes • Pattern groove control that up to half way increases the swing/shuffle amount and then provides 8 preset grooves that allow for triplets and other non-conventional rhythms • Live input mode allows steps to be played in while the sequencer is running • Class-compliant MIDI provided over USB connection to host computer, tablet, or smartphone • Headphone and line output • Powered by USB Mini B or optional AAA battery pack (Adafruit 727, 3 x AAA pack)CraftApp: • All CRAFTrhythm track parameters accessible from a single interface • Sequencer grid page for editing sequences • Sample management page allows users to upload their own sounds via a drag and drop interface to replace the default samples • Many live options available including different pattern loading options and a sample grid to trigger any of the 64 samples at any time • Patterns and kits can be stored locally into the banks provided • 8 User configurable fills to temporarily replace the current pattern • Allows the user to edit the default groove presetsPrice and availability to be announced soon. For more details visit http://www.modalelectronics.com/craft STOP PRESS: See the first public appearance of CRAFTrhythm at Modal Electronic’s booth #41 at Knobcon in Chicago, USA, 8-10th September 2017.In this video the drums, percussion, and main bassline are played from CRAFTrhythm. Sub bass and all other melodic content from Modal CRAFTsynth.

Posted by Modal Electronics on Freitag, 8. September 2017

Soulsby Oscidrum & Odytron – Drums & Odyssey Synthesizer Eurorackmodul

Soulsby Oscidrum

Soulsby sind bekannt für digitale Module mit sehr umfangreichen Funktionen und Möglichkeiten. Die Oscidrum ist nicht das erste Modul, es gab schon den Odytron Oszillator und das Oscitron.

Die Oscidrum ist ein 16-Step-Sequencer mit 8 Drumsounds aus einem Set von insgesamt 16 Klängen. Diese Klänge sind grundsätzlich Samples und lassen sich auch im laufenden Betrieb wechseln. Interessanterweise wechseln sie immer sinnvoll, nämlich wenn die Sequenz durchgelaufen ist. Somit folgt der Wechsel der Sounds dann auf den ersten Beat im nächsten Takt.

Odytron Synthesizer

Gezeigt wurde das Modul auf dem Brighton Modular Meeting. Beim unserem letzten Bericht war der Odytron Synthesizer ganz neu und wurde daher nur kurz angerissen. Er orientiert sich am ARP Odyssey und bietet alle klassischen Möglichkeiten, ist aber wie alle Angebote von Soulsby ein digitales Modul. Es sind eigentlich zwei Oszillatoren und Filter, so wie man das vom Odyssey her kennt.

Zurück zum Oscidrum

Hier kann man eine kleine Hüllkurve einstellen und damit die Länge des Klanges vorgeben. Außerdem gibt es einige Steuereingänge für Sequencer und Sounds. Prinzipiell unterscheiden sich die Module äußerlich nicht, technisch gesehen könnte man die entsprechenden Software-Varianten in das Modul schicken und es umwandeln. Nur die Beschriftung wäre dann natürlich falsch.

Der Sequencer hat 8 Patterns, die gespeichert werden können. Die beiden bunt leuchtenden großen Knöpfe dienen dem Laden von Sounds und Patterns.

Einstellbar sind neben der Hüllkurve auch die Lautstärke und die Tonhöhe. Dazu wählt man das entsprechene Instrument an und dreht am passenden Knopf oder schickt eine Steuerspannung an das Modul. Diese Wahl erinnert an die TR-808 und viele andere Drummachines. Es ist sehr einfach.

Dazu ist ein Retrigger-Delay mit an Bord, was einfach den Klang etwas leiser als zuvor neu startet, um jenen Echo-Effekt zu erhalten. Das funktioniert gut und wird im Video bei Index 2:08 gezeigt. Jeder Sound kann individuell über den Gate-Eingang getriggert werden.

Das Modul funktioniert bereits und soll in wenigen Wochen erhältlich sein. Der Preis liegt bei etwa 80 Pfund.

Moog DFAM – Limitierte Submutter für Drums und Basslines

Moog DFAM

Nach dem “Brother From Another Mother” kommt nun auch noch der “Drummer From Another Mother”. Moog kündigt mit dem DFAM einen Synthesizer an, den es zum Moogfest zum selber bauen gibt. Dasselbe Schicksal erlebte schon der “Werkstatt-01”. Er kam später dann als fertiger Synthesizer auf den Markt. 

DFAM klingt per Begriff eigentlich nach einer Drummachine, die Bedienung hingegen sieht eher nach BFAM aus. Das Gehäuse stammt vom Moog Mother-32, dazu gibt’s einen regulären Sequencer mit 16 Potis. Diese teilen sich offenbar auf Pitch und Gate auf und sehen damit nach einem einfachen 8-Step-Sequencer aus.

Sequencer und Klangerzeugung unterscheiden sich allerdings zumindest leicht vom Mother-32. Beim DFAM findet man nämlich “nur” einen Decay-Knopf und dies auch gleich zweimal. Da sich links die Tonhöhensteuerung befindet, kann man wohl mutmaßen, dass somit zwei Decays für Pitch und damit “Impact” eines Drumsounds (Bassdrum/Toms) erzeugt werden können und auch komplexere Basslines mittels des umschaltbaren Hoch- und Tiefpass-Filters mit Decay-Hüllkurve möglich sind.

Basslines und Drums oder perkussive Sounds sind damit eindeutig das, was der BFAM in der Lage zu erzeugen ist. Das Patchfeld entspricht weitgehend dem des Mother-32.

Der Begriff Drummachine oder Drum-Synth wäre übertrieben und gleichzeitig auch untertrieben, denn der Synth wird nur einen Klang herstellen können – dafür aber tonal. Somit ist der Moog DFAM nicht wirklich ein “Drummer” sondern eine Art Perkussions-Synthesizer mit einem einfacheren Sequencer.

Der größte Unterschied zum Mother-32 ist das Vorhandensein von zwei Oszillatoren, die jeweils mit Sägezahn und Rechteck ausgestattet sind. Das wird mehr “Wumms” haben als ein Mother-32, der mit einem Oszillator den DFAM auch sicher gern als Hilfs-Expander hinzunehmen können wollte. Nicht sicher ist, ob die beiden Oszillatoren sich auch getrennt ansteuern lassen, denn das wäre die Voraussetzung für FM-Fähigkeit und für experimentellere metallische Töne.

Wir erwarten noch die Ankündigung, ob der Moog DFAM auch regulär auf den Markt kommt oder nur fürs Moogfest zu haben sein wird. Ebenso warten wir noch auf die Info, ob er als reiner Bausatz zu haben sein wird wie der Werkstatt-01 oder auch als fertiges Gerät, der eine gute Ergänzung zum Mother sein könnte, zumal es ja Menschen gibt, die sich mittels dreier Mütter vollkommen unnatürlich “eine Art Minimoog” bauen wollen.

Preise und ähnliches sind natürlich noch nicht bekannt. Wir bleiben dran.

DFAM Sound Test

Test run of the Drummer-From-Another-Mother today in the #MoogFactory: Sign up for the Engineer VIP Pass at Moogfest 2017 to build this percussion synthesizer with the Moog engineers who designed it and take home your very own limited-edition DFAM. INFO–> https://www.moogmusic.com/news/moogfest-engineer-vip-workshop

Posted by Moog Music Inc. on Mittwoch, 26. April 2017

Malekko – Analoge Grooveboxen mit interessanten Features – Drums, Synths und ein bisschen SH101 Feeling

Malekko Synth + Drums

Manther  ist ein analoger Synthesizer, der sehr stark der Struktur des vereinfachten SH101, also der MC202 entspricht. Die Hardware baut auf die klassischen Curtis Chips CEM 3340 für die Oszillatoren und CEM 3320 für das Tiefpass-Filter auf und erinnert sehr an Rolands Klassiker. Curtis Chips kann man heute durchaus wieder kaufen, beziehungsweise clonen, weshalb man nicht ganz in Angst um Reparatur leben werden muss. Der Manther hat einen Step-Sequencer mit eingebaut, weshalb der Vergleich zur Roland MC202 wirklich nahe liegt.

MR.D Analoge Drummachine mit Einzelausgängen und Trigger-Eingängen und 6 Instrumenten – Zwei Bassdrums, eine Snare, 2 Toms und Cymbals / Hihats. Außerdem Soft-Clipping, Hard-Clipping und einen Bitcrusher an Bord. Es finden sich ganze sieben Potis nur für Klangparameter für die erste Bassdrum finden, im Video kann man die Parameternamen sehen und erinnern sehr an die der TR808 und 909. Außerdem gibt es einen Master-Kompressor und ein Drive. Bei den Fadern oben links ist auch einer für die Probability, also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Step gespielt wird kann mit dem Zufall in genau bestimmter Größe kombiniert werden. Das kennen einige sicher bereits vom Beatstep oder dem Drumbrute (beide von Arturia). Der Delay-Fader scheint kein Effekt zu sein, da er im Video nicht erwähnt wird, dennoch könnte das hochspannend sein und als kompakte Minimal-Analogmaschine viele Freunde finden. Aber es gibt Repeat, was offenbar der Roll-Funktion der Röhren-Generation der Korg Electribes entspricht. Eine sehr schlaue Funktion, die innerhalb einer der 64 Steps weitere Noten triggern kann und so scheinbar ein schnelleres und hochauflösendes Raster als 1/32 vortäuschen kann. Das ist eine sehr gute Entscheidung.

BFF ist ebenfalls ein Synthesizer, allerdings mit vier Stimmen und Wavetables in der Oszillator-Abteilung – die Klangerzeugung ist also digital. Die Maschine wurde in Zusammenarbeit mit Harvestman gebaut. Der BFF hat anstatt nur einem ADSR-Generator gleich zwei Hüllkurven, allerdings ebenso wie der Manther besitzt er einen LFO mit einem kleinen Set von Schwingungsformen. Auch hier ist das Filter ein Clone des CEM 3320 Filters. Der Sequencer in den beiden Synthesizern ist fast identisch, allerdings ist er für Polyphonie optimiert. Der Synthesizer bietet auch vier CV/Gate Ausgangspaare für die Ansteuerung externer analoger Synthesizer.

Die Preise werden etwa bei $599 liegen (für die ersten beiden),
der BFF wird $649 kosten.
Alle Geräte sollen im März fertig sein.

Freeware: Max For Live-Patches für AIRA TB-3 und AIRA TR-8

Rolands AIRAs (Test hier) haben diverse Features, die (noch) nicht im Manual stehen, darunter auch eine Reihe von MIDI CCs, mit denen sich die Klangparameter steuern lassen (nicht alle, aber viele). Aus den uns bisher bekannten (falls ihr noch welche gefunden habt, sagt Bescheid) haben wir euch zwei einfache Max For Live-Patches für die TR-8 und die TB-3 gebastelt, mit denen ihr die Modulationen ihrer Parameter in Live aufnehmen könnt, was mit dem internen Sequenzer bisher noch nicht möglich ist. Das TB-3 Patch ist ein reines MIDI-Patch, die TR-8 Remote ist ein Drum Rack, mit dem ihr via Push (oder anderen Controllern) loslegen könnt:

Roland AIRA TR-8 Drum Rack and Remote 1.0

airadrumrem

Download

Roland AIRA TB-3 Remote 1.0

airatb3screen

Download

Für alle, die die CCs gern für Eigenkreationen nutzen möchten, hier ist die Liste:

TR-8

71, Accent
9, Shuffle

91, Reverb Level
89, Reverb Time
90, Reverb Gate

16, Delay Level
17, Delay Time
18, Delay Feedback

12, Ext In Level
13, Ext In Side Chain

20, BD Tune
21, BD Attack
22, BD Comp
23, BD Decay
24, BD Volume

25, SD Tune
26, SD Snappy
27, SD Comp
28, SD Decay
29, SD Volume

46, LT Tune
47, LT Decay
48, LT Volume

49, MT Tune
50, MT Decay
51, MT Volume

52, HT Tune
53, HT Decay
54, HT Volume

55, RS Tune
56, RS Decay
57, RS Volume

58, HC Tune;
59, HC Decay;
60, HC Volume;

61, CH Tune
62, CH Decay
63, CH Volume

80, OH Tune
81, OH Decay
82, OH Volume

83, CC Tune
84, CC Decay
85, CC Volume

86, RC Tune
87, RC Decay
88, RC Volume

TB-3

74, Cutoff
71, Resonance
16, Accent
17, Effect
12, ENV
13, MOD
11, X
1,Y

Analog Rytm

Elektron haben die kompletten Specs und einen Schwung frischer Audiosamples ihrer neuen analogen Groovebox Analog Rytm veröffentlicht. Das Teil sieht jetzt von den Features her auch wie eine direkte Konkurrenz für den DSI Tempest aus, der mit 1800 Euro nochmal 300 Euro teurer ist. Schade nur, dass der ausgefuchste Sequenzer wohl wie beim Analog Keys keine MIDI-Daten über den Ausgang schickt.

Features:

The Sequencer
12 drum tracks
1 FX track
Up to 64 steps per pattern
Individual track lengths
Trig mute, accent, swing, slide functions
Micro timing
Parameter locks
Chromatic mode
Scene mode
Performance mode
Sound-per-step change
Assignable Retrig
Instant Pattern, Kit and Sound reload
Full real-time control

Storage
128 Projects (+Drive)
128 Kits per Project
128 Patterns per Project
16 Songs per Project
4096 Sounds (+Drive Sound Library)
128 Sounds per Project
128 samples per Project
1 GB +Drive sample storage
128 factory samples

Send Effects
Delay
Reverb

Master Effects
Analog stereo distortion
Analog stereo compressor

Drum voice features (×8)
Fully analog signal path
1× specialized analog percussion sound generator
1× sample playback engine
1× analog overdrive circuit
1× 2-pole analog multi-mode filter
1× panning VCA pair
1× filter envelope
1× amp envelope
2× individual effect sends
1× assignable LFO
1× dedicated LFO fade envelope

Hardware
12 velocity, pressure sensitive, and backlit pads
122×32 pixel backlit LCD
MIDI In/Out/Thru with DIN Sync Out
2 × 1/4″ impedance balanced main out jacks
4 × 1/4″ dual mono separate voice out jacks
1 × 1/4″ audio in stereo jack
1 × 1/4″ stereo headphone jack
48 kHz, 24-bit D/A and A/D converters
Flash-EEPROM upgradable OS
USB 2.0 port

Balanced Audio Outputs
Headphones out level: +15 dBu (55 Ω)
Main outputs level: +15 dBu
Output impedance: 440 Ω unbalanced

Unbalanced Audio Inputs
Input level: +15 dBu maximum
Audio input impedance: 9 k Ω

Individual Voice Mono Outputs
Output level: +15 dBu
Output impedance: 440 Ω unbalanced

Electrical Specifications
Unit power consumption: 14 W typical, 20 W maximum.
Recommended power supply: 12 V DC, >2 A

Physical Specifications
Sturdy steel chassis
Dimensions: W340×D176×H63mm (13.4×6.9×2.4″) (including power switch, knobs and rubber feet)
Weight: approximately 2.4 kg (5.3 lbs)

Und falls ihr euch sicher seid: Eine Warteliste gibts hier.

Preis: 1498 Euro

Elektron

Im Test: Roland AIRA TR-8 und TB-3

Nach gefühlten Jahrhunderten und tatsächlichen Jahrzehnten hat Roland seine größten Klassiker 909, 808 und 303 mit der AIRA-Reihe neu geremixt und damit ordentlich Staub aufgewirbelt. Nachdem Korg mit der Neuauflage des MS-20, den monotrons, der monotribe und nicht zuletzt den Volcas vorgemacht hatte, wie man mit seit langem bewährten traditionellen Konzepten und einer einfachen Bedienung für wenig Geld großen Erfolg haben kann, ist der Groschen auch bei Roland gefallen. Die vier Geräte (VT-3-Test kommt noch nach, ebenso System 1 und vielleicht auch die Sync Box, sollte sie jemals das Licht der Welt erblicken) mit froschgrünem Rand und viel buntem Light-Candy haben zwar designtechnisch leider nur wenig geerbt von ihren Ahnen, aber durchaus den richtigen Sound in der DNA.

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TR-8
Die TR-8 ist in etwa so groß wie ein 15-Zoll Laptop und mit knapp zwei Kilo relativ leicht, aber wie auch der Rest der AIRAs einfach, aber solide verarbeitet. Anschlußseitig gibts neben einem Stereoausgang noch zwei frei belegbare Einzelausgänge, einen Kopfhörerausgang und einen Stereoeingang. Dazu kommen MIDI In und Out sowie ein USB-Anschluss und der für das externe Netzteil. Über den USB-Anschluß lässt sich die TR-8 als 24 Bit/ 96 kHz Audio Interface am Rechner nutzen (mit Einzelausgängen für jedes Instrument), kann aber auch MIDI schicken und empfangen.

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Die 11 Instrumente bieten je einen Fader für die Lautstärke und vier (Bassdrum und Snaredrum) bzw zwei (alle anderen Drumsounds) Drehregler für die Klangparameter. Bei der Bassdrum sind das Tune, Attack, Decay und Comp, bei der Snaredrum Tune, Snappy, Decay und Comp. Comp sorgt bei beiden für reichlich extra Punch und Lautstärke, was aber im Zusammenspiel mit der im Verhältnis deutlich geringeren Lautstärke beim Rest der Instrumente dafür sorgt, dass man sie sehr vorsichtig lauter machen muss, wenn alles aus dem Stereoausgang kommt, weswegen es wahrscheinlich am sinnvollsten ist, die Einzelausgänge für Bassdrum und Snare zu nutzen. Der Rest der Instrumente bietet Tune und Decay. Mit Drum Select lässt sich pro Instrument wählen, ob die 808- oder die 909-Version benutzt werden soll, wobei spätestens hier angesichts der vielen leeren Steps daneben klar wird, dass Roland die TR-8 noch mit jeder Menge anderer Drum-Emulationen füllen könnte (und wohl wird, als nächstes soll die 707 dran sein, dann wahrscheinlich die CR 78). Die Bandbreite der Parameter ist zum Teil, etwa beim Tune der Hihats, etwas konservativ und könnte deutlich breiter ausfallen, klingt aber über den gesamten Bereich gut. Die Accent Funktion kommt mit einem eigenen Regler und lässt sich stepweise für alle Instrumente gemeinsam definieren.
Dazu gibts zwei Effekte: einmal ein Reverb und ein Delay. Die sind ebenfalls stepweise nutzbar und wirken immer auf das Gesamtsignal, das lässt die Anleitung zumindest zunächst vermuten. Mit ein wenig Ausprobieren geht´s dann doch auch separat: einzelne Instrumente können aus dem Kit-Modus heraus bei gedrückter Steptaste des Effekts über die Instrumenttaster dem Effekt zugeschaltet werden. Auch Panning (ebenfalls undokumentiert) ist möglich: Instrument-Taste gedrückt halten, BPM-Knob drehen.

Das Reverb kommt mit Level, Time und Gate und klingt in fast allen der acht Presets ziemlich großräumig, leider ist der Level-Regler äußerst empfindlich, verhältnismässig wenig Reverb bekommt man nur auf dem ersten Viertel, danach wirds doch, abhängig davon welches Preset gewählt ist, sehr hallig. Das gleiche gilt für das Delay, das soundtechnisch ein bisschen in Richtung Space Delay geht, gut klingt und neben Level noch Time und Feedback bietet und ebenfalls mit acht Presets kommt. Da sollte Roland nochmal feinjustieren, auch der Time-Parameter ist nur mit viel Fingerspitzengefühl einstellbar. Über den Stereoeingang lassen sich externe Signale per Sidechain bearbeiten, was nicht nur klassische Pumpeffekte, sondern ziemlich genaue Eingriffe in den Groove erlaubt, denn der Sidechain hat ebenfalls acht unterschiedliche Modi und kann stepweise gesetzt werden.

Schliesslich gibt es noch den Mangle-und Stotter-Effekt Scatter: in 10 Variationen wird das Gesamtsignal geloopt, rückwärts gespielt und neu zusammengesetzt, mit einem großen Drehregler kann die Intensität des Effekts gesteuert werden.  Scatter lässt sich in manchen Einstellungen nur schwer rhythmisch sinnvoll einsetzen und wirkt mit seiner eckigen Zerhackerei dann ein wenig deplatziert.

 

Der Sequenzer bietet ganze sechzehn Patterns mit je ein bis 32 Steps Länge (Last Step, A/B-Pattern) und die übliche stepweise Programmierung oder direktes, aber quantisiertes Einspielen über die Steptaster. Nebeneinanderliegende Pattern lassen sich chainen. Auch der 909-Shuffle bzw. etwas sehr Ähnliches hat es in die TR-8 geschafft: Über den etwas klein geratenen Shuffle-Knob lässt sich den Patterns stufenlos positiver und negativer Shuffle verpassen.

Note Repeat wird über die Steptasten gesteuert: zur Wahl stehen Achtel, Sechzehntel und zwei Variationen. Die lassen sich bei mehreren gleichzeitig gedrückten Modes kombinieren, was ziemlich funky Variationen ermöglicht. Schliesslich gibt es noch einen Mute-Taster für die einzelnen Instrumente, Solo aber nicht.

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TB-3

Die TB-3 kommt mit gerade mal fünf Drehreglern, alle anderen Funktionen werden über das Touchpad bedient.  Das Audio Interface der TB-3 ist auf zwei Ein- und Ausgänge begrenzt und ebenfalls fest auf 96 kHz eingestellt. Volume, Cutoff, Resonance, Accent und Effect haben je einen Regler, Envelope Modulation wird über das Touchpad gesteuert, das auch als Keyboard fungiert und die Buttons für die Patterns. Zwar lässt sich nicht zwischen Square und Saw umschalten, aber die erste der vier Soundbänke ist komplett für verschiedene 303-Variationen reserviert, wobei der Effect-Regler hier und da neben Effekten auch einen zusätzlichen Eingriff ins Filtergeschehen bietet.

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Der Sound der 303-Emulationen ist bei den allermeisten Presets gelungen und auch ein paar der anderen Klänge sind ziemlich überzeugend, was aber nicht unbedingt für alle fest zugeordneten Effekte gilt.

Der Sequenzer der TB-3 hat zwei Modi: einmal den Step Mode, in dem sich pro Step die Tonhöhe, Accent , Slide, Rest/Tie und Octave Up/Down definieren lassen und dazu einen Realtime Modus, in dem sich die Noten über das Keyboard quantisiert einspielen lassen. Einmal programmiert und aufgenommen können die Pattern über das Touchpad ausgewählt werden, für mehrere hintereinander wischt man einfach über die gewünschten Patterns drüber. Pro Pattern gibt es maximal 32 Steps, insgesamt stehen 64 Patterns in acht Bänken zur Verfügung. Auch hier gibts den negativen/positiven Shuffle wie bei der TR-8 und eine Randomfunktion für Patterns, die zum ziellosen Losjammen einlädt.

Leider gibt der sehr praktisch und schnell bedienbare TB-3 Sequenzer über MIDI keine Transponierung aus, denn die scheint Roland intern zu berechnen, ansonsten lässt er sich aber prima auch mit dem Touchpad für externe Geräte oder Plugins nutzen. Scatter ist in der TB-3 sinnvoller einzusetzen als in der TR-8, hat hier jedoch auch eher enge Grenzen, wenn es um tatsächliche Nutzbarkeit geht: die Funkyness einer Bassline gewinnt nicht unbedingt durch eckiges Gestotter und auch hier muss man sehr treffsicher sein, um den Effekt an einer sinnvollen Stelle zu starten.

Sound

Insgesamt klingt das Analogue Circuit Behaviour wirklich erstaunlich gut, so dass sich die eh schon reichlich zähflüssige  Analogdiskussion erübrigt, denn digitale Artefakte sind nirgends zu hören, der Sound ist immer verdammt nah dran und klingt ziemlich fett. Klar, 808, 909 und 303 klingen schon ein bisschen anders (und im Original altersbedingt staubiger), was bei einzelnen Instrumenten zu hören ist (Cowbell und Rim etwa) aber nicht so sehr, dass es groß ins Gewicht fallen oder stören würde.

Weder bei der TB-3 noch bei der TR-8 können bisher Reglerbewegungen in den Sequenzer aufgenommen werden, was natürlich ein bisschen schade ist. Das könnte sich allerdings noch ändern, denn bei beiden lassen sich alle Klangparameter auch extern über MIDI CCs steuern, was darauf hindeutet, dass die Funktion mit einem Firmware-Upgrade integriert werden könnte. Beide schicken nicht nur MIDI CCs, sondern auch die Noten der Sequenzer, allerdings mit zwei Ausnahmen: Note Repeat wird bei der TR-8 leider lediglich als lange Note ausgegeben und die TB-3 schickt die Transponierung der Sequenzen nicht über MIDI raus.

Überhaupt scheint Roland mit der AIRA-Reihe so eine Art erweitertes Public Beta zu machen: diverse Funktionen (wie die Parametrisierung bei der TR-8) wirken noch nicht ganz fertig, andere sind undokumentiert und müssen erst herausgefunden werden, an gewissen Stellen könnte man sich gut noch Erweiterungen per Update vorstellen, die wohl auch kommen werden.

Roland hat bei den AIRAs bei TR-8 und TB-3 extrem viel richtig gemacht, was bei den vorherigen Versuchen die eigene Gerätegeschichte in neue Maschinen zu integrieren zumeist gnadenlos schief lief: die Klangcharakteristik der Originale gut getroffen, aber auch die Spezialitäten ihrer Bedienung, wo sie sinnvoll sind übernommen, und mit der Audio Interface-Funktion die Gegenwart gekonnt integriert.

Weniger überzeugend sind für meinen Geschmack die Scatter-Effekte, ansonsten kann man für den Preis aber bei TB-3 und TR-8 sicher sein, dass man so günstig keinen so guten Klon bekommt, der so viel Spass beim Jammen macht und dermassen livetauglich ist. Alles, was sich mit 808, 909 und 303 machen lässt, geht auch mit TB-3 und TR-8, der Groove stimmt, der Sound auch und nicht zuletzt der Preis.
Interessant ist die Informationströpfelstrategie, die Roland bei den AIRAs verfolgt, um unsere Aufmerksamkeit konstant hoch zu halten: erst die Teaser, dann die offizielle Vorstellung und nach und nach Features, die im Manual (noch) nicht erwähnt (MIDI CCs, Einzelbelegung für die Effekte, Panning usw.) aber trotzdem vorhanden sind und als letztes noch die beiläufige Erwähnung, dass es demnächst neue Drum Models für die TR-8 geben wird: Da kommt noch was nach.

Preise:

TR-8: 499 Euro

TB-3: 299 Euro

Roland