Angecheckt: Twisted Electrons MegaFM 4 OP FM-Synthesizer mit Knöpfen

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Er ist dann auch mal eingetroffen. Einer der ersten tatsächlich mit Fadern ausgestatteten FM-Synthesizer mit 4 Operatoren und 12 Stimmen. Twisted Electrons MegaFM.

MegaFM im Test

Der MegaFM kommt mit einem externen Netzteil und hat zwei Ausgänge für jeweils 2x 6 Stimmen, die dem YM2612 entnommen werden. Dieser Chip ist nicht der, der in den klassischen Yamaha-Synthesizern der DX Serie zu finden ist sondern eher im Spielesektor. Das merkt man auch an ein paar Unterschieden, die die Synthese insgesamt etwas vereinfachen, jedoch nicht stark. Man kann das Prinzip mit einem leicht abgespeckten DX100 oder CX5M vergleichen. Es gibt 5 Fader (ADDSR) für die Hüllkurven und feste Ratio-Frequenzen. Die Umstellung der Operatoren als „fixed“-LFOs gibt es nur für alle in einem speziellen „Noise-Modus“ namens Dual CH3 (technisch gesehen ist das ein „Fixed Frequency Mode“).

Es gibt also keinen Fixed-Mode und hat stattdessen 4 eigene LFOs und keine Pitch-Hüllkurve. Aber es gelten die gleichen Regeln wie für Yamahas Klassiker. Wer sich mit FM auskennt, wird hier schnell Sounds  erstellen können. Recht interessant ist die Verstimmung der 6 Stimmen gegen die weiteren 6 Stimmen, die jeweils separat ausgeführt sind. Dadurch gibt es zunächst einen Andickungseffekt und je nach Modus eine krasse Verstimmung (12 Stimmen-Modus) und interessante Effekte (Fixed Modus und Unisono). Das gibt es „so“ bei den Yamahas nicht. Der Unisono-Modus macht den Grundsound sehr fett und nur mit ihm kann man den Arpeggiator nutzen, der auch Random-Modes und 2 Sequencer-Melodien umfasst. Für die anderen Betriebsarten steht das nicht zur Verfügung.

TE MegaFM Rückseite

TE MegaFM Rückseite

Technik-Kram und Handling

Die 8 Algorithmen sind klassisch und sinnvoll. Das sind die Verschaltungen der 4 Operatoren (Sinus-Oszillator mit Lautstärke-Hüllkurven). Die Feedback-Reglung für die Erzeugung von Rauschen reicht von 0 bis 7, die OP-Frequenzen von 0.5 bis 15 und die Werte werden schön angezeigt beim drehen. Das ist zuweilen sehr wichtig. Die Verstimmung ist nicht grober und über eine ganze Oktave zu erledigen sondern kann nur in sehr wenigen Schritten nach oben und unten erfolgen. Mit 7 Schritten Auflösung ist man im MegaFM leider etwas knapp, denn manchmal wünscht man sich mehr und das macht eine Reihe schön-schräger Sounds nicht ganz so einfach machbar. Für mehr Tuning muss man dann den Fixed-Frequency Modus nutzen, der aber nicht über die Tastatur trackt und damit nur für „Noises“ gedacht ist und weniger für tonale Melodiesounds.

Der eigentliche Spaß wird durch die 4 Operatoren-Fader bereit gestellt und – wie vermutet und als Programmer-Besitzer für den Reface stimmt meine Vermutung: man braucht wirklich für jeden Operator solche Fader oder alternativ Endlosknöpfe, sonst orgelt man einfach zu lange herum oder verstellt sich ständig die Werte im Vergleich zu den Nachbar-Hüllkurven. Das ist beim MegaFM tatsächlich ein echtes Wunder und so hätte man eigentlich schon immer FM Synthesizer ausstatten sollen.

Es macht ungleich viel viel mehr Spaß. Ich möchte unbedingt sagen – das ist so viel besser als mit jedem anderen FM Synth, sieht man mal vom DX200 ab. Die Hüllkurven müssen stets gegeneinander abgestimmt werden und das klappt wunderbar und schnell. Das ist das große Plus – alle Regler verstehen Standard-MIDI-Controller und können auch automatisiert werden (Externe Sequencer oder DAW). Es gibt 3 Modulations LFOs und noch einen vierten LFO für Vibrato – das wirkt auf alle Operatoren. Es wäre super gewesen, wenn man 4 Taster hätte und diese Modulation nur einzelnen Operatoren zuordnen könnte. Aber 4 LFOs insgesamt sind etwas was kein normaler FM Synthesizer sonst hat. Und diese kann man auch den Frequenzfadern zuordnen kann. Also erzähle ich noch etwas zu den 3 anderen LFOs:

Wie man LFOs baut?

Da es keine Fixed-Frequenz-Operatoren gibt, hat man gleich drei langsame LFOs eingebaut, eigentlich sogar vier mit dem schon genannten Vibrato-LFO. Die reichen aber leider nicht mal annähernd in den schnelleren oder Audiobereich hinein. Das sind weit unter 25 Hertz. Für langsame Modulation im sehr klassischen Sinne reichen sie aber aus. Für die Frequenz sind sie Einsatzbereit, man muss sich aber im Klaren sein, dass man keine feinen Frequenzsweeps glatt ausführen kann wegen der nur geringen Auflösung und Auslenkung der Detune-Parameter.

Eine super Idee ist aber, dass man die LFOs auch als einmalig durchfahrene Welle nutzen und damit kann man eine Minihüllkurve „simulieren“ – Das schaltet man mit „Loop“ an und aus. Die Zuweisung der LFO-Ziele erreicht man durch bewegen der Zielfader/Knöpfe und antippen der „Link“ Taste. Damit lassen sich 3 Ziele pro LFO steuern. Besonders kompliziert ist das nicht. Es ist eben eher einfacher für die meisten, die FM ggf. noch fälschlicherweise für zu kompliziert halten. Jetzt nicht mehr!

MegaFM Anschlagdynamik?

Das WICHTIGSTE in der FM Synthese ist Velocity – wo sind denn da die Knöpfe? Anschlagdynamik, Modulationsrad und Aftertouch werden jeweils den drei LFOs zugewiesen. Das ist etwas ungewöhnlich, da man sie dann für klassische Dynamik-Einflüsse auf sehr langsam stellen muss, dann laufen sie faktisch nicht. Schön ist aber, dass es eine Zufallswellenform und eine „fallende Kurve“ gibt. Die Umschaltung der Algorithmen und das Feedback, was einen Operator mehr in Richtung Rauschen erklingen lässt, lassen sich auch den LFOs zuweisen – das ist besonders. Man muss allerdings ein bisschen vorsichtig drehen, damit die Geschwindigkeiten passen. Die Auflösung ist trotz allem aber ausreichend mit 64 Stufen. Das liegt am YM-Chip und lässt sich nicht aushebeln.

Ich habe das Gerät faktisch ohne Anleitung recht schnell verstehen können. Nachsehen muss man nur den Firmware-Updateprozess (1.5 ist aktuell) und wie man in den Modus kommt, die LFOs in Anschlagdynamik, Modulationsrad und Aftertouch-Modus zu bekommen. Alle LFOs, Arpeggiator und so lassen sich per MIDI Clock syncen. Die Anleitung ist aber im Netz zu finden und das Video erklärt eigentlich eh alles.

TE MegaFM Algo

TE MegaFM Algo

Wer der FM Synthese nicht mächtig ist?

Aber was macht man wenn man nicht weiss was man tun muss für FM? Das lernen ist hier schlicht einfacher als bei anderen, da man alles direkt ausprobieren kann. Dabei schaut man welcher Operator ganz unten steht – das ist der Grundton. Man stellt dann zunächst diese ein, dann zieht man die Pegel der drüber liegenden Operatoren lt. Algorithmusbildchen hoch und stellt für alle Frequenzen zunächst überall 1 ein (Mult heißt der Fader am Gerät) und macht für alles „Orgelhüllkurven“. Jetzt kann man Filter-artige Verläufe mit dem Pegel-Fader bis zum krassesten Oberton den man im Klang benötigt einstellen und dann die Hüllkurve für den Klangverlauf für diesen Klangverlauf einstellen.

So verfährt man dann mit allem was darüber liegt als Modulatoren der Modulatoren. Weitere parallel liegende Operatoren hingegen kann man gegeneinander verstimmen oder ein bisschen umstimmen, um Intervalle zu bekommen wie bei klassischen Synths – maximal sind da 4 möglich – das geht im additiven „Orgelmodus“ (Algorithmus 8). Das ist spielend lernen, mit den Fadern auch schnell ausprobiert und macht echt Spaß. Der Sound ist eher gamig und dennoch erinnert es eben auch an die kleinen 4-OP FM Synths von DX9 über DX11 bis FB01.

Das klingt alles eher nach erster Generation und damit leicht LoFi aber nicht billig oder trashig. Allerdings bedeutet das nicht „Trash-Sound“ sondern eben klassisch-kühle FM – ohne das alte Aliasing der frühen ersten Generation und ohne Artefaktes zu produzieren. Wer das Gegenteil will mit High-End-Druck-Sound muss sich den Yamaha Reface DX mit Programmer kaufen, hat aber weniger Spaß, vielleicht auch beide? Etwas druckvolleres im FM-Bereich habe ich noch nie gehört. Mehr noch als die großen Montage Synths. Als Hilfestellung noch eine Erklärung: Ein einfacher FM Bass.

Fazit

Der Synthesizer ist nicht ohne Limits, aber er hat 600 Speicher und eine Würfelfunktion für Sounds. Dabei kommen „ganz lustige Sachen“ heraus, aber gezielte Sounds für Ambient, Bässe, Texturen (und vieles sonst) sollte man mit etwas Kenntnis erstellen und es geht kaum irgendwo schneller als hier. Effektsounds und metallische Sounds sind allerdings trotz der Begrenzung des Tunings trotzdem möglich. Die Kenntnis kann man auch spielend erreichen, denn intuitivere  Bedienkonzepte als beim MegaFM gibt es aktuell nicht.

Es gibt Grenzen wie die wörtlich zu nehmenden eher langsamen LFOs (es gäbe viel mehr Sounds mit Audio-Tempo) und echten Fixed-Modi und Pitch-Envelope. Aber so wie hier wurde das noch nie dargereicht und ist gerade für Neulinge im FM Bereich eine große Hilfe. Wieso das nie jemand gemacht hat, kann man nicht verstehen und es musste ein kleiner britischer Hersteller (gebaut wird er in Frankreich) kommen und hat das schön umgesetzt. Der MegaFM ist sicher gut 200€ teurer als ein Reface DX aber er macht einfach mehr Spaß und ist superschnell am Ziel. Knöpfe hat man schon anderswo teurer bezahlt.

Das Wissen zu vermitteln, dass FM am Ende nur wenige Parameter braucht – nämlich die Hüllkurven und Tuning nebst Pegel (superwichtig) sind zu begrüßen. Und das ist so dermaßen ein Lob wert. Wer spielerisch arbeiten will sollte sich den mal ansehen.

Weitere Information

Den Mega-FM gibt es aktuell hier bei Thomann.de (Affiliate) für 522,21 €. Die Website bietet noch eine Anleitung und genug Erklärung. Natürlich sollte man dennoch selbst wissen wie FM funktioniert oder Lust haben. Man muss eigentlich nur mit Frequenzen und Pegeln experimentieren und zunächst alle Hüllkurven „flach“ einstellen wie bei einer Orgel, dann lernt man die Synthese sehr schnell.

Video

** Artikel enthält Affiliate Links

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Aus dem Bowen Solaris wird ein 4-OP FM Synth und Casio CZ

John Bowen Solaris 2.0John Bowen Solaris 2.0

Der Solaris von John Bowen bekommt ein Update. Damit ist nicht nur die Stimmerweiterung und die tastenlose Version gemeint, sondern auch Multitimbralität und neue Möglichkeiten mit FM und Phase Distortion.

4-OP-FM

Beim Solaris hört vieles auf die Zahl vier. So sind es vier Oszillatoren und vier VCAs und es gibt Mehrsegmenthüllkurven. Damit kann man natürlich auch einen FM-Synthesizer bauen. In diesem Falle ist es natürlich denn ein 4-OP-FM Modell wie Yamaha Reface, DX11 oder DX9. Das Routing und damit der Algorithmus ist aber frei – im Gegensatz zu den Originalen inklusive der Möglichkeit der Selbstmodulation (im Original „Feedback“ genannt, um Sounds bis ins rauschhafte hinein zu erzeugen).

Casio CZ

Außerdem hat man sich auch der Phase Distortion gewidmet, bei der es gar nicht so weit geht wie mit dem späteren iPD Prinzip, welches wesentlich effektiver und vielseitiger war, sondern „nur“ mit dem Klassiker in CZ101, CZ5000 und CZ1000 (etc.). John Bowen nennt den Modus „Waveshaping“.

Multimode!

Als dritte Möglichkeit ist die bereits früher verkündete Multitimbralität mit 2 festen Stimmen (min.) pro Slot mit vier verschiedenen Sounds möglich. Mit der neuen $1k-teuren externen Stimmerweiterung kann man diese Stimmenzahl verdoppeln.

Weitere Information

Mehr dazu kann man inzwischen auf der John Bowen Website nachlesen.

Video

Twisted Electrons 4-OP FM Synthesizer Mega FM – mit Fadern

Twisted Electrons Mega FMTwisted Electrons Mega FM

Es hat bis jetzt gedauert bis es wirklich mal einer macht – einen FM Synthesizer mit Fadern – quasi mit Programmer und heißt Mega FM. Dies dürfte nach dem DX200 nach langer Zeit der erste bedienbare FM-Synthesizer sein.

Vier mal eine Hüllkurve mit fünf Parametern und den drei wichtigsten Parametern sind jeweils alle einzeln als Schieberegler vorhanden und damit entsteht das Problem von nur einem Satz von Parametern nicht. Bei FM (=Frequenzmodulation), wie sie hier eingesetzt wird, müssen die Parameter eng miteinander abgestimmt werden und das ist hier möglich.

Die Klangerzeugung entspricht denen eines Yamaha Reface DX, DX9, DX21, DX11 oder FB01 oder ähnlichen Synthesizern. Er hat im Gegensatz zu diesen jedoch gleich 3 LFOs zu bieten. Er ist zwölfstimmig, hat verfügt über 8 Algorithmen  (die Verschaltungen zwischen den Oszillatoren mit jeweils ihren dazugehörigen Hüllkurven). Auch ein Arpeggiator ist an Bord. Die Basis ist der Yamaha Chip YM2612 FM.

Es lassen sich die Stimmen komplett gleichzeitig abfeuern (Unisono Modus) aber auch einzeln anspielen. Dafür hat der Mega FM mehrere Abspielmodi für Stereo und Mono-Abspielsituationen. Es ist möglich einen Split auf 2x 6 Stimmen zu machen.

Einen Synth in der Art hat schon Sam von Look Mum No Computer gebaut, allerdings einfacher in der Struktur.

Weitere Information

Der Preis ist mit 474€ festgelegt – dazu kommen noch MwSt (19″) – das entspricht gut 564€ . Mehr dazu findet man auf der Website und das Gerät lässt sich bereits vorbestellen.

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Audio

Erstaunlich durchdachter Synthesizer mit Sequencer mit FM Synthese – Cirrus!

Otem Rellik CirrusOtem Rellik Cirrus

Er hat einen 32-Step-Sequencer und ist mit FM-Synthese und Filter ausgestattet. Der Otem Rellik Cirrus hat Touch-Tasten und überschaubare Bedienelemente, aber er ist doch erstaunlich flexibel.

FM Synthese ist nicht mehr so sagenumwoben, aber hier überrascht ein kleines Gerät doch ziemlich. Es gibt einen 32-Step Sequencer und der Synth lässt sich auch über eine externe MIDI-Tastatur spielen. Ansonsten hat er USB und wird über die 8 Touch-Felder gespielt, die offenbar nach oben hin durch Sensoren erfasst werden.

Es gibt Filter und zwei Operatoren mit loopbarer Hüllkurve und erreicht sowohl den LFO als auch den Ratio/Fixed-Status für den zweiten Operator. Damit lassen sich linksseitig FM-Sounds aufbauen und rechtsseitig eher Filterungen durchführen. Außerdem ist noch ein Hall eingebaut. Die 8 Stimmen reichen durchaus sehr gut aus und es gibt 8 Speicher und sogar eine Clock-Verständigung für die Außenwelt.

Eigentlich sieht er ja total unscheinbar aus, aber das Demo zeigt bereits, dass doch recht viel möglich ist mit wenigen Bedienelementen und es sich nicht um ein „Gadget“ oder Spielzeug handelt. Es ist denkbar, ganze Stücke nur damit zu machen.

Weitere Information

Bei Otem Rellik gibt es mehr zu diesem doch spannenden Projekt mit langer Entwicklungszeit. Das merkt man sogar, denn die Parameter sind recht gut durchdacht – und zwar so, dass der $300 aktuell schon ausverkauft ist, vielleicht gibt es eine zweite Auflage?

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Tasty Chips wird einen FM-Synthesizer bauen!

Tasty Chips FM BisonTasty Chips FM Bison

Tasty Chips sind die mit dem Granulär-Sampler GR1, sie sind also für innovative und ungewöhnliche Hardware bekannt. Jetzt gab es ein Bild, was wie eine Software aussieht von einem FM-Synth namens FM Bison.

Das Bild lässt deutlich erkennen, dass es sich um einen 4-Operatoren-FM-Synthesizer handelt. Das Besondere scheint zu sein, dass man für jeden Operator den Algorithmus separat sehen kann. Das ist eigentlich unnötig, deshalb könnte es bedeuten., dass man pro Operator auch verschiedene Dinge machen kann oder FeedbackSchleifen oder ähnliches vielleicht nur pro Operator angezeigt werden soll, damit man das durchaus erkennen kann. Leider ist in deren Screenshot nur leider ein vollkommen identischer Algorithmus zu sehen.

Sicher ist, dass man verschiedene Wellenformen aussuchen kann und an anderer Stelle wird sich noch die Hüllkurve befinden. Normalerweise würde man sie rechts fortführen oder aber in einem eigenen Bildschirm. Da TC eher bekannt sind für Hardware, vermuten wir stark, dass dies eine Art Simulation oder Erstentwurf einer Hardware ist, die physikalische Knöpfe haben wird. Die Hüllkurven werden also wohl eher dort Platz finden. Für FM sind Endlosknöpfe sinnvoll, mehr als in jedem anderen Synthesetyp, denn dann könnte man auch eine komplexere Hüllkurve bedienbar machen. Die Methode würde mit Potis vollständig ad Absurdum geführt.

Noch ist viel Platz für Spekulation, wie der Bison aussehen wird und was er wirklich können wird. Vielleicht sind die Doppel-Algorithmen auch nur eine Ablenkung und so etwas wie eine erste Designstudie an Leute, die FM-Synthese kennen?

Weitere Information

Tasty Chips Facebook-Account zeigte genau diesen Screenshot, ihre Website befindet sich hingegen hier.

Dexed, der DX7 für’s iPad ist da – 6-OP-FM

Dexed iOSDexed iOS

Er ist nicht der erste FM-Synth und noch nicht einmal der erste 6-OP-FM Synth für iOS, aber vermutlich noch immer der bekannteste, der dem DX7 nacheifert.

Als Plug-in ist er schon sehr lange zu haben, auf dem iPad ist er hingegen recht neu. Neben NFM und KQ Dixie ist er nun mit einer großen Ladung an Patches im Apfel-Store gelandet. Die Konzepte der drei Angebote ist doch ziemlich verschieden. KQ Dixie ähnelt es noch am meisten, denn dort sieht man ebenfalls alle 6 Operatoren gleichzeitig, jedoch ist die Bedienung etwas schwierig, da man dort tatsächlich nicht direkt tippen und wischen kann, um damit einen Knopf zu drehen. Laut Anzeige ist Dexed auch noch nicht in der Version 1.0 und damit „nicht fertig“.

20000 Cartridges wurden ausgelesen, um die Presets auf eine unfassbare Menge ansteigen zu lassen. Im alten DX7 gab es jeweils 32 Sounds in einer Bank, dennoch handelt es sich um wirklich viele Sounds und ist damit auch sinnvoll für Leute, die nur Klänge spielen wollen.

Die Bedienelemente liegen recht dicht gedrängt nebeneinander und lassen sich MIDI Controllern zuweisen. Außerdem ist Dexed als AU in der letzten Version 3 verfügbar.

Weitere Information

Dexed findet man im Appstore. Es gibt auch eine Github-Page, da es sich um ein Open Source Projekt handelt. Die Kosten im Store liegen bei 4,49€ und damit eher niedrig. Dexed läuft auch auf dem iPhone.

Video

Dies ist zwar die Plugin-Demo, aber die Oberfläche ist identisch..

Kodamo – ein 6 OP FM Synthesizer mit anderer Optik und 300 Stimmen und vielen Extras.

Kodamo Essence FMKodamo Essence FM

Essence FM heißt er und hat offenbar eine freie Zusammenstellung von Algorithmen, also jenen Verbindungen zwischen den Operatoren und wirklich viele Stimmen, nämlich 300.

Die extreme „Megadrone“ aus FM-Sounds wäre kein Problem für ihn, denn mit seinen 300 Stimmen (!) ist er wohl sowas wie Vollpolyphon zu nennen und noch mehr. Das große Display scheint Schwingungsformen, die sich frei zeichnen lassen und Strukturen mit Android-Charme anzuzeigen und Ein Mensch namens Masami zeigt ihn erstmal auf dem Syntfest in Frankreich. Es gibt sogar ein Filter, obwohl man das in einem FM Synthesizer nicht benötigt. Es gibt eine Modulationsmatrix und mehrere Splits und Layer Zonen mit 128 Speicherplätzen und neben Effekten auch MPE-Tauglichkeit und offenbar ist er generell ziemlich auf der Höhe der Zeit. Das Gerät ist in 3 Sekunden startklar, länger bootet es nicht. Wellenformen lassen sich auch extern einladen. Ob dies nur einzelne Zyklen oder komplette Samples sind, ist allerdings nicht genau klar, wir vermuten es handelt sich um einfache Wellen, nicht um umfangreiche Samples! Dennoch ist er damit neuartig und macht da weiter, wo der SY99 aufgehört hat. Wem das Wort „Operator“ nichts sagt – es handelt sich um eine Kombination aus einem Oszillator mit Lautstärkensteuerung und komplexem Hüllkurvengenerator. Jeder dieser Operatoren kann einen die Frequenz eines anderen steuern.

Weitere Information

Die Website von Kodamo informiert, was und wann nach dem Prototypen kommt und was er kostet auch – sobald dies möglich ist.

Video

Fingersonic Analog Fusion 6OP-FM und analoge Filter Polysynths!

Fingersonic Analog FusionFingersonic Analog Fusion

Whaaah, was ist denn das? Ein 6 OP FM Synthesizer, Wavetable und analoger Synthesizer in einem? Ziemlicher Knaller?

Diese Firma hat bereits einen 6-Operatoren-FM Synthesizer vorgelegt und jetzt soll dieses neue Teil 6stimmig wahlweise genau das tun oder Wavetables oder als klassischer „Standard-Analoger“ arbeiten können.

Das Geheimnis ist offenbar, dass er hybrid arbeitet, er hat analoge Filter und bietet Ringmodulation, Pulsbreitenmodulation, Sync, hat 3 LFOs, bietet Rauschen und 3 Schwingungsformen und das alles soll diskret – also nicht mit digitaler Technik aufgebaut sein.

Dazu kommt jener oben erwähnter digitaler Teil, der faktisch einem DX7 vergleichbar ist, zumindest nach Zahlen und Technik. Außerdem können alternativ 10 Drums abgespielt werden und zwar in Forum von Sampling. die Maschine hat USB und MIDI und macht den Job mittels dreier ARM Prozessoren. Das alles wird in Italien hergestellt. Einen CV/Gate Anschluss bietet der Synth genau so wie eine Tastatur und Effekte.

Ebenfalls an Bord sind Arpeggiatoren und 5 einzelne Sequencerspuren und ein SD-Kartenschacht um das alles zu speichern.

Außerdem gibt es zusätzlich noch einen kleinen Bass Synthesizer in analoger Form mit klassischem 24 dB / Oktave- Tiefpassfilter.

Die Auslieferung wird noch bis Sommer 2019 benötigen und daher ist ein Preis noch nicht genannt worden. Das ist nun doch mal spannend und kann wirklich nicht wenig.

 

Mehr dazu findet man auf der Fingersonic Website.

Yamaha MODX7 FM-Synthesizer – Ein günstiger 8-OP-FM-Synth

Yamaha MODX7

Yamaha hat mit dem Montage bereits den Grundstein für 8-OP-FM gelegt. Der Yamaha MODX7 ist offenbar die günstigere Version dazu, die den Montage vermutlich nicht ablöst sondern nach unten abrundet.

Ein Nachfolger läge wohl in einem ähnlichem Preis-Segment. So hat man hier die Option, die 8-Operatoren und die Samples aus der AWM-Abteilung mit etwas weniger Steuerung drumherum und ohne MIDI-Thru-Anschluss und einfacherer Tastatur spielen zu können. Meist trifft es ja den Aftertouch, und prompt finde ich keinen Hinweise auf „Pressure“ oder „Aftertouch“ in der Feature-Liste.

Yamaha MODX7 – was schon bekannt ist

Er soll etwa 1.550,– Euro kosten, was ebenfalls die Mittelklasse ist. Yamaha hat im ganz günstigen Sektor noch die Reface-Serie mit 4 Operatoren im Angebot, welche mit 280,– Euro auch als superfaires Angebot gelten und mit viel Druck und Livetauglichkeit sogar das beste Minikeyboard bieten. Hier ist es ein wenig anders, man bekommt das volle Paket mit „Super Knob“, dem Morph-Element: Es verändert radikal einige Parameter in der FM- und AWM-Synthese und ist damit das große Ding in der Werbung zum Montage gewesen.

Das Audiointerface mit dem Rechner ist eingebaut. Aktuell findet sich noch kein exakter Hinweis, ob man eigene Klänge einladen kann für die Sample-Engine. Die Begriffe sagen eher „nein“, denn ROM heißt normalerweise genau das.

Um den Vergleich möglich zu machen, hier die Daten des MODX (die Zahl hinter dem Namen sagt aus, wie viele Tasten das Instrument hat – 6, 7 oder 8 steht für 61, 76 oder 88. Geplant ist aber hier offenbar zunächst die MODX7 -Version. AWM ist schon immer die Bezeichnung für Samples.

Infos

Yamaha MODX7 – Feature-Liste

  • AWM2 (Advanced Wave Memory 2) sample and synthesis engine
  • 76-note semi-weighted keybed for fluid playability
  • Unparalleled sonic versatility for creating sounds from iconic 80s sounds to modern-day EDM cutting-edge leads
  • Integrated performance controls include faders and encoders for in-depth control over parameters
  • Ideal for both studio and stage use
  • FM-X Synth Engine
  • LCD-Touchscreen 7″-Colour-Wide-VGA-TFT
  • Waveform-ROM expanded from 741 MB to 5.67 GB
  • 2,370 new Waveforms, 6,347 total in ROM
  • 1 GB Flash-ROM built-in
  • Ca. 2,000 preset performances
  • 640 user performances
  • 5,120 library performances
  • Seamless Sound Switching “SSS“ for Performances with up to four Parts
  • 13 dual insert effects (12 Parts + A/D Input)
  • Over 256 preset live set slots, 2,048 User & 2,048 library live set slots
  • 10,239 arpeggios
  • Eight arpeggio Parts simultaneously
  • Eight Scenes per Performance
  • Master keyboard functions for each Performance
  • Multichannel USB Audio Interface, 2-in/10-out

Sunset FM – vollständiger FM – Synthesizer mit 6 Operatoren und Sequencer

Fingersonic Sunset FM

FM Synthesizer gibt es in klein und groß und mit verschiedenen Bedienkonzepten. Zur Superbooth macht sich ein neuer Vertreter auf nach Berlin, derFingersonic Sunset FM

Der italienische Hersteller mit dem schrägen Acid-Piano geht nun in den Bereich „richtiger“ Synthesizer. Es wird eine kleine Box mit einem Display und sogar mit CV/Gate-Anschlüssen sein. MIDI und USB sind auch an Bord und erlauben den eigentlichen Zugang und der Sequencer kann diese Ausgänge entsprechend beschicken.

Fingersonic Sunset FM

Offenbar 32 Steps fasst der Sequencer des multitimbralen und achtstimmigen Synthesizers, der auch eine kleine Drum-FM-Sektion hat und somit ein bisschen auch etwas von Elektrons Digitone hat. Zwei Arpeggiatoren und eine komplette FM-Klangerzeugung mit 6 Operatoren, so wie man das vom DX7 und Nachfolgern her kennt, sind dort umgesetzt. Sie können mit mindestens 5 Sequencer-Parts auch unterschiedliche Sounds ausgeben und den CV/Gate- und MIDI-Port beschicken.

Die Editierung scheint ausschließlich über das Display zu laufen. Deshalb weiß man nicht unbedingt, wie bequem oder aufwendig die sein wird. Offensichtlich wird das Gerät aber eher günstig sein und erstmals in Berlin gezeigt werden, weshalb Preise und ähnliches noch nicht bekannt sind.

Es gab schon von Yamaha selbst eine Art Groovebox mit FM-Klangerzeugung. Dessen Manko war der zu knappe Sequencer mit nur 16 Steps. Das ist für FM-Sounds und Entwicklung derselben sicher zu kurz und für heutige Musik und Stile etwas knapp bemessen, auch mit 32 Steps ist das noch sehr sehr knapp. Man könnte es aber als eine andere aufwendigere FM Volca sehen.

Interessant, dass sich bei FM wieder einiges tut. Erst kürzlich gab es eine kleine spanische Maschine, und meist sind es eben „kleine Kästen“, einen neuen Bedienansatz bieten die meisten eher nicht. Aber multitimbral ist selten geworden.