NAMM 2019: Korg Volca Modular – semimodulare Wunderkiste?

Korg Volca Modular West Coast SynthesizerKorg Volca Modular West Coast Synthesizer

Wir wussten zwar schon durch den Leak vom Volca Modular, aber nun haben wir die Gewissheit: Er kommt zur NAMM 2019. Der Name ist allerdings etwas überschwänglich gewählt, denn er ist eigentlich nur semimodular. Wie es klingt, erfahrt ihr hier.

Korg Volca Modular

Eigentlich passiert beim Modular, was alle wünschen, alle lieben, aber niemand gewagt hat, dass Korg das ausgerechnet in das Volca-Format stecken würde. Sie haben es aber getan. Wir berichteten dazu auch bereits. Was für Make Noise 0-coast und für Buchla und Co. üblich, landet in minimaler Form auch im Volca und lässt sich mit kleinen Käbelchen patchen. Das Prinzip wurde klar vom Anyware Tinysizer übernommen, er war deutlich der, der dieses Prinzip erstmals verwendet hat. Er enthält sogar eine Art Woggle-Bug, einer erweiterten Mehrfach-Sample & Hold Einheit, die von Grant Richter (Wiard) in die Welt gebracht wurde.  Es gibt zwei Lowpass-Gates und somit haben wir es mit Westküsten-Denkweise zu tun. Der Oszillator ist mit Wavefolding/Waveshaping ausgestattet, um obertonreiche Klänge zu generieren, auch Grant Richter hat damals das Borg-Filter, eine Kombination aus Buchla und Korg gemacht, was hier wohl auch hier teilweise mit drin steckt, allerdings gibt es keine Resonanz, so wie das bei LPGs üblich ist. Mehr Verarbeitung bekommt man über die logischen Verknüpfungen hin, die für Audio und Modulation tauglich sind.

Die Bedeutung dieser Volca ist wohl doch als hoch einzustufen und der Preis soll dennoch unter 199 Euro liegen. Die Beliebtheit des 0-Coast ist nach-wie-vor hoch und nun kann „jeder“ in diese Welt einsteigen, die bei Make Noise immerhin noch 529 Euro kostet. Korg hat inzwischen alles nachgeliefert, was man liefern kann – wie macht man die berühmten Buchla Bongos? Wie geht man damit um? Und was macht er wirklich genau? Richtig gut ist auch der Hall, denn zu Geräten dieser Bauart passt immer etwas Hall. Die Hüllkurve ist natürlich vom Typ AR. Das reicht aber auch und ist für diese Form auch genug. Der Sequencer hat 16 Steps und kann auch zufällig abspielen, was durchaus wichtig ist für Synthesizer dieser Art.

Mehr Infos

Video

Behringer erstes Modul – Roland System 100m mit Potis 3x günstiger als Roland

behringer-system100mbehringer-system100m

Eurorack-Module wollten sie beim Behringer System 100 bauen, die zwischen 49 und 99 US-Dollar kosten. Das erste echte Modul ist nun fertig und wird herumgereicht, außerdem bestätigten sich die Preise.

Behringer arbeiten immer nach diesem Prinzip. Zunächst zeigt man Pläne und Vorhaben, vielleicht auch ein Rendering und grobe Vorstellungen dazu. Danach kehrt etwas Ruhe ein und einige Zeit später werden fertige erste Stücke gezeigt, ein Prototyp der funktioniert und an ihm werden letzte Korrekturen ausgeführt.

In diesem Status befinden sich die „Roland System 100m“-Module im Eurorack-Format. Sie sind fast wie das Original, jedoch hat man statt Fadern aus Platzgründen Potis verwendet. Roland selbst bietet diese Module als System 500 ebenfalls an, jedoch kosten die nicht 100 US-Dollar, sondern ab etwa 300 Euro. Behringer möchte also die Module dreimal günstiger anbieten und wird das auch tun, denn die Preise pro Modul sind nun bestätigt worden.

3x billiger

Genauer ist, dass Module sogar nur 50-100 US-Dollar kosten sollen. Und man möchte nicht nur 100m-Module kopieren, sondern auch weitere bauen und hatte vor einigen Monaten Hersteller und Entwickler durchaus eingeladen, gemeinsam etwas zu machen. Wie die genauen Bedingungen für die Entwickler dabei sind, ist nicht bekannt.

Das System 100m ist ein sehr guter Einstieg, jedoch ist es eben auch von ihren ursprünglichen Entwicklern schon im Angebot. Ähnlich wie der Minimoog von Moog könnte auch Roland sich dazu entscheiden das System bis zum Release vom Markt zu nehmen. Noch immer könnte auch ein MS20 angeboten werden und die anderen Projekte wachsen ebenfalls.

Besonders ist, dass man nun tatsächlich die Eurorack-Sparte beglücken möchte. Und für alle Synthesizer gilt die Idee, dass Klassiker für jeden erschwinglich werden sollen. Alle Projekte und Planungen zielen genau auf diese Idee und unterbieten jeden anderen Hersteller um Längen. Nicht selten ist es deutlich weniger als die Hälfte des Preises eines heute hergestellten Klassikers, während die echten Klassiker meist mehr als 10x teurer sind.

behringer-system100-110-proto

behringer-system100-110-proto

Module Module

Im System 100m gab es zwei Rahmen und ein Konzept für jeweils doppelte VCOs, VCFs und VCAs. Dazu kam ein Kombinationsmodul mit genau diesen drei Komponenten. So kann man mit einem Doppel-Hüllkurvenmodul faktisch eine komplette Synthesizer-Stimme aufbauen. Der Klang des Systems ist legendär und wurde sehr viel eingesetzt. Deshalb ist es sicher nicht der schlechteste Start in die Modulwelt, solange sie noch den Höhenflug genießt, den sie aktuell hat.

System 100 vs 100m

Bei Behringer heißen die Modulreihen „System 100“, denn es gibt auch von Roland ein System 100. Das ist deutlich weniger modular und war ganz anders konzipiert und klingt auch etwas anders. Das dürfte jedoch der Einfachheit dienen, und Behringer verwendet für die Clones stets ähnliche aber nicht identische Namen.

Information

gibt es eher auf der Facebook-Präsenz von Behringer. Ansonsten gibt es die Music-Tribe Hauptseite, wo alle Behringer Produkte zu finden sind. Die Information beschränkt sich auf die wirklich lieferbaren Synthesizer, weshalb Odyssey und SH-101 ebenfalls fehlen, obwohl sie bereits in Deutschland sind. Eine Liste des aktuellen Status aller angekündigten Synthesizer gibt es hier: Behringer Synths – Status.

Geheimnisvolles Modul von Rossum Electro aufgetaucht

Rossum Electro Modul PrototypRossum Electro Modul Prototyp

Rossum Electro ist niemand geringeres als E-Mu Gründer Dave Rossum, der bereits einige spektakuläre Module veröffentlicht hat. Darunter ein Sampler und das Z-Plane Filter Modul. Jetzt tauchte ein seltsames Modul ohne jeden Kommentar auf. 

Wer bist du?

Alles was wir wissen: Es ist von Dave. Und der ist fit in Sachen analoger und digitaler Technik. Das beweisen seine bisherigen Module: Filter mit 6-Pol Morphing, das ohne „Noises“ auf 2-Pol ummophbar ist – analog. Außerdem Z-Plane Filter und Fuinktions Generatior mit DSP Technik, also digital. Die Basis ist also da.

Frontplatten-Rätsel

Hier sind Taster verbaut, also wird es innen wohl eher digitale Technik geben oder zumindest einen Teil davon ausmachen. Dazu findet man einige Reihen von Potis, die in einer offensichtlich zusammengehörigen Weise arbeiten. Die Anordnung ist sicher kein reiner Zufall. So findet man in der oberen Reihe drei, in der nächsten nocheinmal drei und darunter sogar fünf Steuereingänge – offenbar allesamt mit Abschwächer.

Was ist es?

Die Taster, LEDs sowie die Buchsen drumherum lassen sich wirklich nur mit wildesten Spekulationen zu etwas definieren, was man kennen könnte. Die Anordnung der Potis dürfte noch der einzige Hinweis sein. Sie könnten eine total neue Synthese bedeuten, denn Oszillatoren kann es nie zu wenig geben.

Die Reihe mit 5 Knöpfen ist fast wie eine Hüllkurve angeordnet, ganz unten findet man 8 Knöpfe, die zu einem Sequencer gehören könnten. Und in der Mitte? Sagen wir doch einfach, dass dies Beeinflussungselemente von etwas sind, die vermutlich das steuern, was weiter oben auch passiert. Oder vielleicht doch ganz eigene Sachen?

Zu viel wirrwar?

Mit diesem Modul ist auf jeden Fall „viel los“ und es könnte fast alles sein vom 5-Step-Sequencer im Buchla Stil bis hin zu komplexen Filtern oder Oszillatoren oder auch einer knopfreicheren Version für einen LFO / Hüllkurven-Supergenerator, der auch ein bisschen Sequencer ist. Vermutlich ist es nichts davon, deshalb schauen wir einfach die nächste Zeit genauer hin. Wir treffen uns an dieser Stelle wieder.

Mehr Infos

Das Bild stammt von Dave Rossums Facebook Account. Die Website sagt bisher noch gar nichts. Schade.

Demzufolge wissen wir auch noch nichts über Preise und Verfügbarkeit.

Was meint ihr? Was ist das?

Funkstill Filter Threek 13700 fließendes Morphing zwischen Filtertypen

Funkstill Filter Threek

Filter gibt es ja schon einige, für das Eurorack kommen immer wieder neue Sachen. Dieses Mal kommt mit Filter Threek 13700 die Besonderheit aus der Schweiz: Ein Filter mit Morphing!

Filter Threek 13700

Die Bedienung ist sehr einfach, denn der Filtertyp wird stufenlos gemorphed. Die Filtertypen sind dabei: H (Hochpass), L (Lowpass) und A (Allpass). Es gibt unter diesen verschiedene Kombinationen zu wählen, von 3-Pol Tiefpass (18 dB/Okt) bis zum Hochpass mit 6-12 dB/Okt. – das Ergebnis ist dann stufenlos mit den Einstiegs-und Endeinstellungen überblendbar . So lassen sich diverse Filtertypen und Steilheiten bis 2 Pol (12 dB / Oktave) definieren.

Viel Bass mit Resonanz

Außerdem gibt es eine Resonanzkompensation, was den Pegel und damit den Bass mit hohen Resonanzwerten lobenswert dominant lässt. Ausdünnen ist damit „abschaltbar“. Es gibt es sogar 2 Schalter, um das zu variieren. Der bekannteste Vertreter dieser Technik dürfte Oberheim sein. Offenbar können Hoch- und Tiefpass auch vertauscht werden. Dazu kommt lineare FM für die Filtersteuerung, was dann über einen VCO einfach zu erstellen ist. Die Resonanz ist also per Steuerspannung kontrollierbar.

2 CV

Mit seinen 2 CV Eingängen und entsprechenden Abschwächern sollte das Modul ohne zu viele Hilfsmodule auskommen. Der Morph lässt sich natürlich von außen steuern und die 1-Pol-Variante der Filter ist einzeln herausgeführt. Insgesamt gibt es übrigens 12 Filter Modi – langweilig wird das wohl nicht all zu schnell.

Der Funkstill Filter Threek 13700 ist 14 TE breit und kostet 339 CHF, das sind etwa 301 Euro.

Mehr Infos

Videodemos gibt es auch, jedoch offenbar nur direkt auf der Seite. Schade.

Der ultimative Name für ein Modul: WTF Oscillator!

dove audio wtf oscillator

Der Name ist super, WTF Oscillator in zwei Größen für das Modulsystem. Er hat ein neues Verfahren, um Schwingungsformen zu „bauen“.

Es wird das Modul mit dem schönen Namen WTF Oscillator in zwei Größen geben, nämlich 5 HE und Eurorack und es hat ein Display, um die resultierende Form anzuzeigen. Es lässt Pulsbreitenmodulation zu, aber seine eigentliche Funktionsweise wird über das gleichzeitige Abspielen verschiedener Schwingungsformen hergestellt. Die beiden Schwingungen werden übereinander gelegt und man kann nun eine Art Segment (Fenster) zur anderen Form öffnen. Sogar zwei sind möglich. So entstehen beispielsweise eine oder zwei „Spitzen“ eines Sägezahns innerhalb eines Rechtecks oder umgekehrt. So werden die Obertöne neu gebaut und eben auch neue Schwingungen.

WTF Oscillator – ein Crwodfunding-Projekt

Der Hersteller ist eine alte Bekannte, nämlich Paula Maddox. Sie ist bekannt von diversen Wavetable-Synthesizern wie dem Modulus Monowave und Projekten und die Arbeit bei Modal. Sie war Gründerin, damals noch unter dem Namen Paul. Man trennte sich schon vor einiger Zeit, es gab also genug Vorlaufzeit für ein neues Projekt, um ein neues Gerät zu entwickeln. Genauer gesagt ist es jetzt gut ein halbes Jahr her.

Der Oszillator ist ein Crowdfunding-Projekt. Das findet man genau hier und startet genau jetzt – um 12:00 Uhr britischer Zeit bei Kickstarter.

Infos

Die offizielle Produkt-Website mit weiteren Informationen ist hier zu finden

Es gibt jeweils auch eine Twitter- und FaceBook-Präsenz, wo vielleicht auch schon früher Dinge zu finden sind. Die „About“-Page liest sich interessant für alle, die noch nicht wissen, wer hier hinter dem Projekt steht.

Videos

Audio-Demo

Snazzy Effekt Serie – Glitch, Noise, Gitarren-Synthesizer und Modulation

snazzy fx tracer city

Mit der neuen Snazzy FX Serie hat Erica Synths eine Reihe sehr spezielle Effektmaschinen vorgestellt. Sie sind nicht nur für Synthesizer gedacht, sondern auch für Gitarren und wo es eben noch passen könnte.

Die Geräte sind von Dan Snazelle entworfen worden, daher stamm auch der Name der Serie. Er stammt aus New York und macht abstrakte Elektronik und Techno. Die Geräte kosten zwischen 300 und 390 Euro plus Steuer hierzulande, was gut 50€ mehr ausmachen wird. Es gibt aktuell drei Geräte:

Zunächst das Tape Glitch Noise Pedal Wow and Flutter für 300 € (plus Steuer und Versand), das Mini-ark 350 Euro (gleiche Bedingungen), ein Gitarren-Synthesizer – den man aber auch für alles was tonale Geräusche machen kann einsetzen kann. Das dritte Gerät ist Tracer City 390 € (ebenfalls plus Steuern und Versand) ist ein analoges Modulations-Effekt-Pedal.

Alle diese Geräte sind zwar hier mit Gitarren vorgeführt, funktionieren aber auch mit anderen Signalen und machen seltsame Dinge mit dem Signal. Es lässt sich einfach nicht in Worte fassen. Man benötigt etwas Phantasie, sich diese mit eigenen Signalquellen und Instrumenten vorzustellen. Ein wenig Melancholie mit Pads und Strings könnte in die Richtung gehen, wie man sie von skandinavischen Bands kennt…

Der Gitarrensynthesizer erlaubt jede Art von Experiment mit dem zugeführten Signal, die Vorführung ist daher eher „konservativ“. Eigentlich folgt der Synthesizer der Stimmung des Signals, egal ob es gepfiffen, gezupft oder mit Tasten gespielt wird.

Aber Töne sagen mehr als tausend Worte:

Soundcloud

Videos

Arturia RackBrute Eurorack-Klapp-System für Minibrute-Serie & Modular

arturia-rackbrute3u2

Arturia brachte gestern und vorgestern Minibrute 2 und 2s zum ersten Mal unter die Augen. Diese beiden haben eine spezielle Halterung an der Seite. Die ist nicht zufällig, sondern gehört zu dem neuen RackBrute-System.

Für das System gibt es zwei Optionen, ein Doppelrack oder ein einfaches mit 3 HE, also der Eurorack-Größe für fremde Module und vielleicht ja auch zukünftige Arturia-Euromodule? Der große Clou daran ist, dass nicht nur die klassische Rahmen-Stromversorgung und das Mechanische dabei vorhanden ist, sondern dass sich Minibrute 2 oder Minibrute 2s und das Rack als ein System aufstellen lassen und in einem angenehmen Anstellwinkel zueinander ausrichten lässt.

Arturia RackBrute

Das ist nicht nur live oder im Studio interessant, sondern auch für den Transport des kompletten Systems. Genau deshalb sind die neuen Minibrutes auch mit einem so aufwendigen Patchfeld ausgestattet, denn sie sind füreinander gemacht und elegant zusammenzubringen.

Als Beispiele kann man nur das Modulsystem für sich benutzen und der Ständer dient dann als Fuß und zum Anstellen der Systeme, beim Doppelsystem liegend, beim einfachen eher stehend. Natürlich lassen sich auch zwei Racks verbinden, dann liegt eins davon und ein weiteres ist angewinkelt dazu aufgestellt. Deshalb gibt es die Holzseitenwände mit den Seitennubsis, jeder dieser orangen Halter ist das Clevere am System.

Arturia RackBrute

Arturia RackBrute

Eine Option davon ist natürlich, die Tastatur oder den Sequencer unten zu befestigen und dazu im angenehmen Winkel das Eurorack. Und unterwegs werden die beiden mit den Knöpfen gegeneinander geklappt. So entsteht kein Schaden und man kann alles gut transportieren. Und dennoch ist genug Platz zwischen den Geräten als Schutz und für eventuelle Patchkabel. Besser als Tetrapack, irgendwie clever.

Infos

Die Produktwebsite von Arturia zeigt einige Beispiele.

Video

Roland – das Geheimnis des verlorenen Moduls – System 80 füllt Lücken.

System 80 - 850

Rolands System 500 ist in sich geschlossen nutzbar und auch “vollständig”. Allerdings fehlt ein Modul, das es damals gab. Das muss man sogar von anderen Herstellern beziehen, da man selbst wohl bewusst nur jene Module anbieten mochte, die relevant nach Roland klingen. System 80 sorgt mit dem 850 für Abhilfe.

Modul 150 im alten System 100m und im neuen würde es wohl 550 heißen. Bei System 80 aber nennt es sich 850. Das ist ein Sample- and Hold Modul mit zusätzlichem LFO mit 4 Schwingungsformen und Rauschgeneratoren für weiß und rosa und einem Glättungsmodul (Slew Limiter), um zwischen den Stufen erneut eine Rundung zu erzeugen.

System 80 – 850 Modul

Sample and Hold benutzt man für interessante Treppenstufen-Muster, die man aus einem LFO und Rauschen generieren kann. Dazu taktet das Sample & Hold und greift bei jedem Taktsignal einfach ab, was am LFO oder Zufallsgenerator anliegt. So bekommt man entweder eine gerasterte steigende oder eine fallende “Treppe” oder jenen bekannten Zufallssprung von Takt zu Takt.

Alle diese Module sind gut gewählt, um eine vollständige und extrem praxisnahe Nutzung zu erhalten. Deshalb ist dieses Open-Source-Modul für alle Nutzer des neuen und des alten Systems von Roland das fehlende Stück Hardware. Da es offen und für jeden erreichbar sein soll, kann man sich auf auf Github. bedienen, einer bekannten Ablagerungsstelle für Open-Source-Hard- und Software. Ein kleines Delay ist übrigens auch eingebaut, welches sich auf den LFO bezieht. Die Taktung des Sample & Hold liegt bei 100 Hz, und der LFO kann sogar 150 Hz erreichen und startet bei 0,015 Hz. Damit ist das Modul definitiv für alle Anforderungen gewappnet.

System 80 ist uns bereits früher aufgefallen und der Name ist offenbar Programm: Roland-Clones von Modulen und vielleicht später noch mehr? Das Jupiter-6-Filter gab es “so” nie als Modul, aber als JOVE kann man es noch immer bekommen.

Mehr Infos

 

SSF Entity Eurorack Serie – Synthetische Drums im ansprechenden Design

SSF Entity Eurorack Drums

SSF kannte ich bisher gar nicht. In einem Video kündigen sie eine kleine Serie von Drummodulen für offenbar verschiedene Zwecke an. Zu sehen sind Bassdrum und Percussion. Die Serie heißt Entity. 

Das Video verwirrt ein wenig. Es werden kurze Schläge und ratternde, eher einfache Noise-Salven abgeschossen. Eigentlich ist es nicht die Aufgabe des Moduls die Trigger zu erzeugen. Der Hersteller wollte aber wohl Nerds beeindrucken und zeigen: Hey, in schnell geht das auch, und in verschiedenen Tempi per Zufall getriggert klingt es erstmal interessant.

Nein – klingt nicht interessant! Es zeigt aber, dass es Noiseteppich und tonalen Anteil gibt. Nicht total anders als bei anderen, aber mit Phantasie könnte es gut sein, wenn man es denn zeigen würde.

Interessante Serie

Zu drehen gibt es nämlich viel an dem Modul und somit ist diese Serie nicht uninteressant. Die meiste Zeit ist der Rauschanteil aber eher etwas zu hoch eingestellt. Man muss sich also selbst daraus eine Aussage destillieren. Dies wird dem Auskennenden, im westlichen Vulgograd auch “Nerd” genannt,  eher gelingen. Und wird zum Schluss kommen, dass es ok ist.

Aber reißt es vom Hocker? Es gibt ja schon viele Module? Das könnte die Menge der Knöpfe zeigen, theoretisch ist das also interessant. Außerdem lassen sich alle Knöpfe auch modulieren, und 14 Buchsen sind für ein Drummodul sehr stattlich. Es riecht komisch, ist aber diesen Blick wert mit einem weiteren besseren Video.

Offenbar ist auch eine FM intern vorgesehen und man kann sie auch hören. Leider ist nur jeder zehnte Sound irgendwie im Bereich von “brauchbar”. Die Bassdrum wurde nicht vorgeführt, sondern man sieht sie nur im Bild.

Abwarten …

Wir warten also lieber ab und denken uns: Ja, da ist was mit Knöpfen mit Potential zu reichhaltiger Steuerung. Aber wie musikalisch und sinnvoll das ist, beurteilen wir, wenn das nächste Demo kommt.

Da die Module offenbar so bei £335 liegen, werden sie nicht billig sein, was auch für das technisch Gebotene angemessen ist. Teuer bedeutet: Wir prüfen es weiter. Also der Leser dieser Zeilen wird das tun müssen, wenn es richtige Demos gibt und die Module lieferbar sind. Ich glaube sogar, dass es ganz interessante Module werden, aber nicht jede Einstellung ist sinnvoll.

Alles dazu wird hier zu finden sein.

Intellijel Plonk für zweistimmige Physical Modeling Sounds

Intellijel Plonk Modul

Bisher war es das faszinierende Modul “Elements” von Mutable, das den Platz für Physical Modeling belegte und sehr begehrenswert ist. PM ist die Simulation von akustischen Instrumenten mit ausreichend weiter Dehnung der Parameter, sodass auch interessante “neue” Instrumente entstehen können. Jetzt gibt es etwas Neues in dieser Richtung von Intellijel.

In Zusammenarbeit mit AAS, Applied Acoustic Systems, dem Software-Hersteller für genau diese Thematik  mit Produkten wie Tasman und Chromaphone, wurden die entsprechenden Algorithmen in das neue Modul “gegossen”.

Das Modul wurde bei der Superbooth in Berlin gezeigt und es gibt bereits auch einen Eintrag bei Modulargrid für die Detailbetrachtungen. Es wird 309 USD kosten.

Das Modul hat zwei CV/Gate-Eingänge und ist tatsächlich zweistimmig ausgelegt.
Das Exciter-Element ist für die Erzeugung von Vibraphon-ähnlichen Instrumenten gemacht und kann so weit gedehnt werden, dass es auch als interessante Geräuschquelle dient.

Dazu gibt es den Resonator, der Membranen, Trommelfelle,  und Saitenbewegung simuliert. Hier sollen später nicht nur PM-Modelle, sondern auch ganz klassische subtraktive Synthesemodelle angeboten werden, um das Modul flexibel zu machen. Auch das kennt man in eher umgekehrter Variante vom Elements, der auch einige spannende Modeling-Modelle anbietet, aber auch klassische Oszillator-Varianten darreichen kann.

Das Modul rechnet mit 24 Bit und 44,1 kHz und kann als Hi-Fi-Modul bezeichnet werden. Es gehört zu den Innovationen der digitalen Module, derer es immer mehr gibt und die auch auf der Superbooth es nicht wenige zu sehen und hören gab.

In diesem Video hört man ein paar spontane Drehversuche mit Plonk ab ca 14:15 mit bestem Dank an “Moondust”