Funkstill Filter Threek 13700 fließendes Morphing zwischen Filtertypen

Funkstill Filter Threek

Filter gibt es ja schon einige, für das Eurorack kommen immer wieder neue Sachen. Dieses Mal kommt mit Filter Threek 13700 die Besonderheit aus der Schweiz: Ein Filter mit Morphing!

Filter Threek 13700

Die Bedienung ist sehr einfach, denn der Filtertyp wird stufenlos gemorphed. Die Filtertypen sind dabei: H (Hochpass), L (Lowpass) und A (Allpass). Es gibt unter diesen verschiedene Kombinationen zu wählen, von 3-Pol Tiefpass (18 dB/Okt) bis zum Hochpass mit 6-12 dB/Okt. – das Ergebnis ist dann stufenlos mit den Einstiegs-und Endeinstellungen überblendbar . So lassen sich diverse Filtertypen und Steilheiten bis 2 Pol (12 dB / Oktave) definieren.

Viel Bass mit Resonanz

Außerdem gibt es eine Resonanzkompensation, was den Pegel und damit den Bass mit hohen Resonanzwerten lobenswert dominant lässt. Ausdünnen ist damit „abschaltbar“. Es gibt es sogar 2 Schalter, um das zu variieren. Der bekannteste Vertreter dieser Technik dürfte Oberheim sein. Offenbar können Hoch- und Tiefpass auch vertauscht werden. Dazu kommt lineare FM für die Filtersteuerung, was dann über einen VCO einfach zu erstellen ist. Die Resonanz ist also per Steuerspannung kontrollierbar.

2 CV

Mit seinen 2 CV Eingängen und entsprechenden Abschwächern sollte das Modul ohne zu viele Hilfsmodule auskommen. Der Morph lässt sich natürlich von außen steuern und die 1-Pol-Variante der Filter ist einzeln herausgeführt. Insgesamt gibt es übrigens 12 Filter Modi – langweilig wird das wohl nicht all zu schnell.

Der Funkstill Filter Threek 13700 ist 14 TE breit und kostet 339 CHF, das sind etwa 301 Euro.

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Videodemos gibt es auch, jedoch offenbar nur direkt auf der Seite. Schade.

Der ultimative Name für ein Modul: WTF Oscillator!

dove audio wtf oscillator

Der Name ist super, WTF Oscillator in zwei Größen für das Modulsystem. Er hat ein neues Verfahren, um Schwingungsformen zu „bauen“.

Es wird das Modul mit dem schönen Namen WTF Oscillator in zwei Größen geben, nämlich 5 HE und Eurorack und es hat ein Display, um die resultierende Form anzuzeigen. Es lässt Pulsbreitenmodulation zu, aber seine eigentliche Funktionsweise wird über das gleichzeitige Abspielen verschiedener Schwingungsformen hergestellt. Die beiden Schwingungen werden übereinander gelegt und man kann nun eine Art Segment (Fenster) zur anderen Form öffnen. Sogar zwei sind möglich. So entstehen beispielsweise eine oder zwei „Spitzen“ eines Sägezahns innerhalb eines Rechtecks oder umgekehrt. So werden die Obertöne neu gebaut und eben auch neue Schwingungen.

WTF Oscillator – ein Crwodfunding-Projekt

Der Hersteller ist eine alte Bekannte, nämlich Paula Maddox. Sie ist bekannt von diversen Wavetable-Synthesizern wie dem Modulus Monowave und Projekten und die Arbeit bei Modal. Sie war Gründerin, damals noch unter dem Namen Paul. Man trennte sich schon vor einiger Zeit, es gab also genug Vorlaufzeit für ein neues Projekt, um ein neues Gerät zu entwickeln. Genauer gesagt ist es jetzt gut ein halbes Jahr her.

Der Oszillator ist ein Crowdfunding-Projekt. Das findet man genau hier und startet genau jetzt – um 12:00 Uhr britischer Zeit bei Kickstarter.

Infos

Die offizielle Produkt-Website mit weiteren Informationen ist hier zu finden

Es gibt jeweils auch eine Twitter- und FaceBook-Präsenz, wo vielleicht auch schon früher Dinge zu finden sind. Die „About“-Page liest sich interessant für alle, die noch nicht wissen, wer hier hinter dem Projekt steht.

Videos

Audio-Demo

Snazzy Effekt Serie – Glitch, Noise, Gitarren-Synthesizer und Modulation

snazzy fx tracer city

Mit der neuen Snazzy FX Serie hat Erica Synths eine Reihe sehr spezielle Effektmaschinen vorgestellt. Sie sind nicht nur für Synthesizer gedacht, sondern auch für Gitarren und wo es eben noch passen könnte.

Die Geräte sind von Dan Snazelle entworfen worden, daher stamm auch der Name der Serie. Er stammt aus New York und macht abstrakte Elektronik und Techno. Die Geräte kosten zwischen 300 und 390 Euro plus Steuer hierzulande, was gut 50€ mehr ausmachen wird. Es gibt aktuell drei Geräte:

Zunächst das Tape Glitch Noise Pedal Wow and Flutter für 300 € (plus Steuer und Versand), das Mini-ark 350 Euro (gleiche Bedingungen), ein Gitarren-Synthesizer – den man aber auch für alles was tonale Geräusche machen kann einsetzen kann. Das dritte Gerät ist Tracer City 390 € (ebenfalls plus Steuern und Versand) ist ein analoges Modulations-Effekt-Pedal.

Alle diese Geräte sind zwar hier mit Gitarren vorgeführt, funktionieren aber auch mit anderen Signalen und machen seltsame Dinge mit dem Signal. Es lässt sich einfach nicht in Worte fassen. Man benötigt etwas Phantasie, sich diese mit eigenen Signalquellen und Instrumenten vorzustellen. Ein wenig Melancholie mit Pads und Strings könnte in die Richtung gehen, wie man sie von skandinavischen Bands kennt…

Der Gitarrensynthesizer erlaubt jede Art von Experiment mit dem zugeführten Signal, die Vorführung ist daher eher „konservativ“. Eigentlich folgt der Synthesizer der Stimmung des Signals, egal ob es gepfiffen, gezupft oder mit Tasten gespielt wird.

Aber Töne sagen mehr als tausend Worte:

Soundcloud

Videos

Arturia RackBrute Eurorack-Klapp-System für Minibrute-Serie & Modular

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Arturia brachte gestern und vorgestern Minibrute 2 und 2s zum ersten Mal unter die Augen. Diese beiden haben eine spezielle Halterung an der Seite. Die ist nicht zufällig, sondern gehört zu dem neuen RackBrute-System.

Für das System gibt es zwei Optionen, ein Doppelrack oder ein einfaches mit 3 HE, also der Eurorack-Größe für fremde Module und vielleicht ja auch zukünftige Arturia-Euromodule? Der große Clou daran ist, dass nicht nur die klassische Rahmen-Stromversorgung und das Mechanische dabei vorhanden ist, sondern dass sich Minibrute 2 oder Minibrute 2s und das Rack als ein System aufstellen lassen und in einem angenehmen Anstellwinkel zueinander ausrichten lässt.

Arturia RackBrute

Das ist nicht nur live oder im Studio interessant, sondern auch für den Transport des kompletten Systems. Genau deshalb sind die neuen Minibrutes auch mit einem so aufwendigen Patchfeld ausgestattet, denn sie sind füreinander gemacht und elegant zusammenzubringen.

Als Beispiele kann man nur das Modulsystem für sich benutzen und der Ständer dient dann als Fuß und zum Anstellen der Systeme, beim Doppelsystem liegend, beim einfachen eher stehend. Natürlich lassen sich auch zwei Racks verbinden, dann liegt eins davon und ein weiteres ist angewinkelt dazu aufgestellt. Deshalb gibt es die Holzseitenwände mit den Seitennubsis, jeder dieser orangen Halter ist das Clevere am System.

Arturia RackBrute

Arturia RackBrute

Eine Option davon ist natürlich, die Tastatur oder den Sequencer unten zu befestigen und dazu im angenehmen Winkel das Eurorack. Und unterwegs werden die beiden mit den Knöpfen gegeneinander geklappt. So entsteht kein Schaden und man kann alles gut transportieren. Und dennoch ist genug Platz zwischen den Geräten als Schutz und für eventuelle Patchkabel. Besser als Tetrapack, irgendwie clever.

Infos

Die Produktwebsite von Arturia zeigt einige Beispiele.

Video

Roland – das Geheimnis des verlorenen Moduls – System 80 füllt Lücken.

System 80 - 850

Rolands System 500 ist in sich geschlossen nutzbar und auch “vollständig”. Allerdings fehlt ein Modul, das es damals gab. Das muss man sogar von anderen Herstellern beziehen, da man selbst wohl bewusst nur jene Module anbieten mochte, die relevant nach Roland klingen. System 80 sorgt mit dem 850 für Abhilfe.

Modul 150 im alten System 100m und im neuen würde es wohl 550 heißen. Bei System 80 aber nennt es sich 850. Das ist ein Sample- and Hold Modul mit zusätzlichem LFO mit 4 Schwingungsformen und Rauschgeneratoren für weiß und rosa und einem Glättungsmodul (Slew Limiter), um zwischen den Stufen erneut eine Rundung zu erzeugen.

System 80 – 850 Modul

Sample and Hold benutzt man für interessante Treppenstufen-Muster, die man aus einem LFO und Rauschen generieren kann. Dazu taktet das Sample & Hold und greift bei jedem Taktsignal einfach ab, was am LFO oder Zufallsgenerator anliegt. So bekommt man entweder eine gerasterte steigende oder eine fallende “Treppe” oder jenen bekannten Zufallssprung von Takt zu Takt.

Alle diese Module sind gut gewählt, um eine vollständige und extrem praxisnahe Nutzung zu erhalten. Deshalb ist dieses Open-Source-Modul für alle Nutzer des neuen und des alten Systems von Roland das fehlende Stück Hardware. Da es offen und für jeden erreichbar sein soll, kann man sich auf auf Github. bedienen, einer bekannten Ablagerungsstelle für Open-Source-Hard- und Software. Ein kleines Delay ist übrigens auch eingebaut, welches sich auf den LFO bezieht. Die Taktung des Sample & Hold liegt bei 100 Hz, und der LFO kann sogar 150 Hz erreichen und startet bei 0,015 Hz. Damit ist das Modul definitiv für alle Anforderungen gewappnet.

System 80 ist uns bereits früher aufgefallen und der Name ist offenbar Programm: Roland-Clones von Modulen und vielleicht später noch mehr? Das Jupiter-6-Filter gab es “so” nie als Modul, aber als JOVE kann man es noch immer bekommen.

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SSF Entity Eurorack Serie – Synthetische Drums im ansprechenden Design

SSF Entity Eurorack Drums

SSF kannte ich bisher gar nicht. In einem Video kündigen sie eine kleine Serie von Drummodulen für offenbar verschiedene Zwecke an. Zu sehen sind Bassdrum und Percussion. Die Serie heißt Entity. 

Das Video verwirrt ein wenig. Es werden kurze Schläge und ratternde, eher einfache Noise-Salven abgeschossen. Eigentlich ist es nicht die Aufgabe des Moduls die Trigger zu erzeugen. Der Hersteller wollte aber wohl Nerds beeindrucken und zeigen: Hey, in schnell geht das auch, und in verschiedenen Tempi per Zufall getriggert klingt es erstmal interessant.

Nein – klingt nicht interessant! Es zeigt aber, dass es Noiseteppich und tonalen Anteil gibt. Nicht total anders als bei anderen, aber mit Phantasie könnte es gut sein, wenn man es denn zeigen würde.

Interessante Serie

Zu drehen gibt es nämlich viel an dem Modul und somit ist diese Serie nicht uninteressant. Die meiste Zeit ist der Rauschanteil aber eher etwas zu hoch eingestellt. Man muss sich also selbst daraus eine Aussage destillieren. Dies wird dem Auskennenden, im westlichen Vulgograd auch “Nerd” genannt,  eher gelingen. Und wird zum Schluss kommen, dass es ok ist.

Aber reißt es vom Hocker? Es gibt ja schon viele Module? Das könnte die Menge der Knöpfe zeigen, theoretisch ist das also interessant. Außerdem lassen sich alle Knöpfe auch modulieren, und 14 Buchsen sind für ein Drummodul sehr stattlich. Es riecht komisch, ist aber diesen Blick wert mit einem weiteren besseren Video.

Offenbar ist auch eine FM intern vorgesehen und man kann sie auch hören. Leider ist nur jeder zehnte Sound irgendwie im Bereich von “brauchbar”. Die Bassdrum wurde nicht vorgeführt, sondern man sieht sie nur im Bild.

Abwarten …

Wir warten also lieber ab und denken uns: Ja, da ist was mit Knöpfen mit Potential zu reichhaltiger Steuerung. Aber wie musikalisch und sinnvoll das ist, beurteilen wir, wenn das nächste Demo kommt.

Da die Module offenbar so bei £335 liegen, werden sie nicht billig sein, was auch für das technisch Gebotene angemessen ist. Teuer bedeutet: Wir prüfen es weiter. Also der Leser dieser Zeilen wird das tun müssen, wenn es richtige Demos gibt und die Module lieferbar sind. Ich glaube sogar, dass es ganz interessante Module werden, aber nicht jede Einstellung ist sinnvoll.

Alles dazu wird hier zu finden sein.

Intellijel Plonk für zweistimmige Physical Modeling Sounds

Intellijel Plonk Modul

Bisher war es das faszinierende Modul “Elements” von Mutable, das den Platz für Physical Modeling belegte und sehr begehrenswert ist. PM ist die Simulation von akustischen Instrumenten mit ausreichend weiter Dehnung der Parameter, sodass auch interessante “neue” Instrumente entstehen können. Jetzt gibt es etwas Neues in dieser Richtung von Intellijel.

In Zusammenarbeit mit AAS, Applied Acoustic Systems, dem Software-Hersteller für genau diese Thematik  mit Produkten wie Tasman und Chromaphone, wurden die entsprechenden Algorithmen in das neue Modul “gegossen”.

Das Modul wurde bei der Superbooth in Berlin gezeigt und es gibt bereits auch einen Eintrag bei Modulargrid für die Detailbetrachtungen. Es wird 309 USD kosten.

Das Modul hat zwei CV/Gate-Eingänge und ist tatsächlich zweistimmig ausgelegt.
Das Exciter-Element ist für die Erzeugung von Vibraphon-ähnlichen Instrumenten gemacht und kann so weit gedehnt werden, dass es auch als interessante Geräuschquelle dient.

Dazu gibt es den Resonator, der Membranen, Trommelfelle,  und Saitenbewegung simuliert. Hier sollen später nicht nur PM-Modelle, sondern auch ganz klassische subtraktive Synthesemodelle angeboten werden, um das Modul flexibel zu machen. Auch das kennt man in eher umgekehrter Variante vom Elements, der auch einige spannende Modeling-Modelle anbietet, aber auch klassische Oszillator-Varianten darreichen kann.

Das Modul rechnet mit 24 Bit und 44,1 kHz und kann als Hi-Fi-Modul bezeichnet werden. Es gehört zu den Innovationen der digitalen Module, derer es immer mehr gibt und die auch auf der Superbooth es nicht wenige zu sehen und hören gab.

In diesem Video hört man ein paar spontane Drehversuche mit Plonk ab ca 14:15 mit bestem Dank an “Moondust”

Procedural Sequencer – Das ist doch keine Raketenwissenschaft? Doch!

This is not rocket science - 4 neue Module - hier Hüllkurve

“This is not rocket science” ist nicht nur ein inzwischen auch hier bekanntes Meme, sondern auch der Name eines neuen Herstellers, der einige Module für und zur Superbooth 2017 präsentieren möchte.

Insgesamt sind es vier Module, die vorgestellt werden:

  • Tuesday, ein Sequencer
  • Wobbler, LFO mit komplexen Wellenformen
  • Edgecutter, ein Hüllkurvengenerator
  • BigFish, eine komplette Synthesizer-Stimme

Zu sehen im Bild oben ist der Hüllkurvengenerator “Edgecutter”, der per LEDs anzeigt, an welcher Stelle sich die Hüllkurve gerade befindet. Dazu sind offensichtlich alle Segmente modulierbar.

Hochinteressant scheint der “prozedurale Sequencer”, der dazu noch sehr kompakt ist. Dabei scheinen Teile einer Sequenz mittels einfachem Umschalten per Steuerspannung über die Eingänge oder direkt über vier Aspekte einer Sequenz mit jeweils vier LEDs und jeweils einem Taster zu erfolgen. Hier findet man die Auswahl für den Algorithmus, der die Sequenz offenbar generiert, die musikalische Skala, die “Ticks” sowie den Beat. Diese Vier verändern die Sequenz direkt, anstatt selbst eine einzuspielen oder zu speichern.

Für das Tempo gibt es einen Knopf und für die oben genannten vier Elemente jeweils eigene Buchsen. Ganz oben findet man die offensichtlichen Ausgänge für Gate und CV. Außerdem ist noch ein Loop-Eingang vorgesehen. Der Eingang mit dem Ausrufezeichen scheint die Pausen und das Timing zu beeinflussen. Die Melodie-KI für alle, die schnell eine Sequenz oder eine Drumspur brauchen, können sich bei dem Beispiel drauf freuen, dass das Ergebnis brauchbar ist und nicht zu robotisch klingt. Das Demo im Video wurde mit einem 303-Clone gezeigt. Was man davon insgesamt ableitet, ist nach Genuss des unten verlinkten Videos sicher einigermaßen klar.

Die anderen Module sind lediglich zu sehen, aber nicht genauer beschrieben. Da werden sicher noch nähere Erklärungen folgen. Spätestens zur Superbooth ab Donnerstag – wir sind natürlich vor Ort. Preise und Verfügbarkeit sind noch nicht bekannt.

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Video (Tuesday / Sequencer)

Zetaohm FLXS1 – Sequencer mit Ratchet- und LFO-Funktionen

Zetaohm FLXS1 Sequencer

Lasst euch nicht von der lustigen Optik und dem Kaugummi-Automaten-Stil des Zetaohm FLXS1 verwirren. Denn dieser Sequencer kann einige Dinge, die es in dieser Form nicht gibt. Dabei geht es um sehr schnelle Einlagen innerhalb einer Sequenz. 

Zunächst ist es prima, dass der Zetaohm FLXS1 (gesprochen “Fluxus”) ein klassisches TR-Lauflicht anbietet. So tippt man einfach die Steps an, die man spielen möchte. Sobald man einen Step aktiviert, kann man weitere Parameter in einem Display (!) einstellen. Dazu gehören Gate-Länge und Glide, aber auch die Tonhöhe in Form des Notenwerts.

Spannend wird es mit dem im Timing verstellbaren Arpeggiator. Mit diesem ist auch ein schnelleres Tempo als mit dem Step-Raster möglich.
Das Ergebnis: Das Arpeggio löst quasi blitzartig an diesem Step aus und tut damit das, was Korgs ältere Electribe-X Serie mit Roll konnte und andere mit Ratcheting bezeichnen. Darüber hinaus kann aber nicht nur dieser Ton wiederholt werden – vielmehr wird eben ein komplettes Arpeggio in einer wählbaren Skalierung gespielt.

Damit ist es nicht nur für Drums interessant, sondern für ganze tonale Sequenzen, die das Modul hochinteressant machen. Die Abspielrichtung kann natürlich auch Zufall sein und alles, was ein Arpeggiator üblicherweise bietet. Das Besondere ist der Einsatz pro Step sowie die dann mögliche Geschwindigkeit. Damit bietet der Zetaohm FLXS1 eine gute Erweiterung für alle, denen die 1/16-Auflösung zu niedrig ist.

Der zweite wichtige Teil des mehrspurig agierenden Sequencers FLXS1 ist der LFO, der exakt auf dem programmierten Step liegt. So kann ein “Wobble”-Sound bei einem oder mehreren bestimmten Steps in verschiedenen Stärken “schwabbeln” und bei anderen ganz ohne LFO weiterlaufen. Das allein ist ein sehr nützliches Feature. Im Video wird erklärt, dass sich dieser LFO schon bald zum Tempo synchronisieren wird, aktuelle Module werden daher ein Update erhalten.

Erhältlich ist der Zetaohm FLXS1 über Zetaohms Website für $ 675.

Hier noch eine aussagekräftige Videodemonstration (die zum Ende etwas chaotisch wird), die zeigt, was möglich ist.

Betriebssystem “Kammerl” macht Mutable Clouds zum Effekt-Spezialisten

Clouds Kammerl Kaske OS Mod

Mutable Clouds ist, wie viele aktuelle Eurorack-Module, ein kleiner Computer. Diesem Rechner kann man auch ein anderes alternatives Betriebssystem geben, zum Beispiel Kammerl.

Theoretisch könnte man alle Module dieser Art mit komplett neuen und anderen Funktionen versehen, was allerdings auch sehr viel Arbeit ist. Dafür spart sich der Entwickler der neuen Firmware die Entwicklung eines eigenen Moduls.

Clouds ist prinzipiell auch bisher schon ein verarbeitendes Modul spezieller Art. Es nimmt das an der Audiobuchse anliegende Signal – wie etwa ein Drumloop – und verwendet granulare Technik, um daraus neue Kreationen zu machen. Granular bedeutet das Zerlegen in winzige kleine Minisamples, die wiederholt werden. Wenn man nun innerhalb dieser kleinen Zeitbereiche herumfährt, kann man das Sample einfrieren oder aus ihm neue Klänge extrahieren.

Das alternative OS stammt von Julius Kammerl. Die Funktionen sind ebenfalls im Bereich Sampling und granularer Verarbeitung angesiedelt. Allerdings sind die Möglichkeiten andere, vor allem die Beat-Repeat-Funktion. In einem Praxisvideo erklärt Julius Kammerl, wie sie funktioniert. Die Funktion enthält auch eine Wahrscheinlichkeit für das “Slicen”, also der kleinen Microsamples, die sich das Prinzip “Granular” zu eigen macht.

Der Effekt ist eine Portierung von einem VST-Plug-in namens Kammerl Kaske, die ebenfalls von Julius Kammerl stammt.

Es gibt noch ein weiteres alternatives OS für Clouds, nämlich Parasite. Dort sind ein vom Lexicon 480L inspiriertes Reverb und ein Resonator umgesetzt worden. Außerdem ist die Größe der Zeitscheiben/Slices/Grains hier feiner.

Der Hammer bei diesen Betriebssystemen ist, dass sie kostenfrei angeboten werden und somit das Modul insgesamt aufwerten. Das alles kann Open Source leisten!

Kammerls Demos

Eine weitere Demo der Möglichkeiten

Parasite Oliverb – Ein weiteres alternatives OS