Die Preis-Falle – Schneidersladen bezieht Stellung.

Schneidersladen Modul-Preise

Kürzlich wurde ein allgemeines Statement von Schneidersladen (von Andreas Schneider persönlich) bezüglich der Preise von Eurorack-Modulen getätigt. Wieso fallen die Preise und was bedeutet das?

Nerdland ist ein Staat, der heute viel mehr Beachtung findet. Während man bis in die Achtziger hinein eher ein unbeobachteter kleiner Sonderling war, findet man sich seit den Superbooth-Jahren in einem unerwarteten Licht wieder. Die Module waren früher eher rar, heute scheint eine kleine Industrie vorhanden zu sein. Und sogar „Discounter“ stellen sich so ein System hin und übernehmen damit eine Funktion, die bisher ein kleinerer „Laden“ innehatte.

Solche Entwicklungen passieren nach und mit einem „Hype“. Manchmal weckt man auch den Krauter um die Ecke: „Manni, räum doch mal die Ecke mit den Düdelkeyboards da hinten frei, da gibbet in Berlin jetzt immer sone Messe, das ist ein ganz großes Ding – wir stellen da ein Modularsystem hin, du hast doch Ahnung“. Das passiert aktuell in einigen Läden, denn von dem neuen Glanz möchte man auch etwas abhaben, wo sich sogar einige Bands neuerdings auch ganz gern damit umgeben. Und wenn einmal Leute kommen und ein Modul gekauft haben, kommen die auch wieder – „das ist wie ein Abo“, würde „Manni“ wohl sagen. Wie in den Achtzigern mit Synthesizern. Aber nach der Zeit gab es auch eine Zeit, in der Synthesizer irgendwie „out“ waren. Das lag nicht an den Instrumenten, nicht einmal an den Musikern. Oder doch? Fakt ist aber auch, dass Schneidersladen in Teilen große Anbieter bedient, andere Hersteller oder Läden suchen und finden sich. Der ganz normale Wahnsinn.

Das Statement

Andreas Schneider sagt, es gäbe Preisverfälle, da sich einige Hersteller direkt über größere Vertriebe verteilen und sich dann auch freuen, jene Präsenz anbieten zu können. Einige davon kommen über Alex4/Schneidersladen an diese größeren Verkaufsstellen, andere direkt über diese Läden und andere wieder über eigene Wege. Wenn also ein Gerät oder Modul billiger wird, würde „Schneidersladen“ selbst ebenfalls die Preise senken. Es täte leid für die, die zuvor das gleiche Modul oder Gerät teurer gekauft haben, aber man kann sich diesem Verfall natürlich nicht verweigern und reicht die neuen Preise an die Kunden weiter. Es gibt andere Hersteller, die ähnliches anbieten und es gibt neue, größere Hersteller. Die Mehrzahl der Hersteller ist jedoch kein Massenbetrieb. Wer Parallelen zu den nichtmodularen Angeboten sieht, kann dennoch Parallelen erkennen – das ist eben auch einfach ein ganz normaler Markt, so er sichtbar für alle geworden ist. So wechselte bei klassischen Synthesizern von heute auf morgen der Preis des DSI OB6 mit dem des Prophet 6, immerhin 300-400 Euro Unterschied. Wie kann sowas sein? Doch zurück zu den Modulen und der Preisgestaltung …

Preise und Gründe

Der Hintergrund ist, dass die Leute zur Beratung natürlich lieber zum Fachgeschäft gehen und dann am Ende beim „Billigeren“ kaufen gehen und sagen: „Du hast doch den Namen, das muss doch reichen.“ Tja – aber fragt dich selbst: Kaufst du billig oder doch da, wo man immer Hilfe bekommt? Das ist keine neue Sache. Nur bei Modulen ist es neu, da diese bisher eine Art Schattenleben führten,  in dem andere Anbieter keine ernstzunehmende Warengruppe sahen. So auch deren Verteilung. Viele verkaufen direkt oder eben nicht selten über Schneidersladen, ganz verträumt und einfach.

Alle Hersteller haben Kosten für Herstellung und Teilebeschaffung. Es sind nicht selten Kleinstanbieter, die Module bauen und dann natürlich Teile und Bestückung selbst machen oder aber in Fernost anfertigen lassen. So etwas hat Einfluss auf den Preis. Denn nur höhere Auflagen verbilligen ein Modul. Eins! Nicht alle!

Immer wieder oft diskutiert in den Foren wurden potente Hersteller, die vielleicht noch keine Module anboten. Sie sind jetzt auch da. Die können höhere Stückzahlen finanzieren. Aber die Folge so einer Entwicklung, auch ohne große Hersteller, ist: Durch die reine Menge an Angeboten ändern sich Preise und der Druck, etwas anderes zu machen oder wieder vom Markt zu gehen. Aber bei denen, die es gibt, wird es (erst mal) billiger.

Das möchte Schneidersladen durchreichen an die Kunden. Das ist gut so. Andererseits muss man für die Module von immer mehr Herstellern auch dauerhaft Abnehmer haben. Und die Hersteller müssen sich überlegen, wie sie ihre Module und Geräte vertreiben lassen wollen oder ob sie es direkt tun. Oder den guten alten Fachhandel, so wie Schneidersladen weiter konsequent beliefern, der wiederum bei Bedarf die Großen füttert. Es gibt nicht viele solche „Schneidersläden“, aber so langsam gibt es hier und da neue Ecken in Läden diverser Größen. Wie viel Platz ist dafür in Zukunft?

Die Konsequenz?

Wie hältst du es damit? Günstiger ist besser? Ist das gut, dass die Module auf diese Weise billiger werden? Wer genau wie viele Module wie genau herstellt und das vorfinanzieren kann, spielt dabei eine große Rolle. Und die Hersteller können sich schnell freuen, aber seit den Superbooth-Tagen weiß natürlich auch der Letzte, dass Modular etwas ganz Großes ist. Jetzt. Wie wird sich das entwickeln? Welches sind die Gründe? Wo liegt die Ursache? Bei der Menge, dem Vertrieb, der Mode oder der Entscheidung der Kunden? Oder der Hersteller? Bei den neuen Herstellern? Den Großen oder Kleinen?

Wir sagen, dass es so läuft wie bei Hifi-Komponenten oder anderer Elektronik auch. Es ist nur so, dass die klassische „Stereo-Anlage“ heute auch einen anderen Stellenwert hat und Moden und Trends ihren Anteil hatten. Wieso soll das bei Modulen anders sein? Also wird es mehr Preisgewirr, plötzliche Änderungen und sterbende Hersteller geben und auch eine Sättigung. Obwohl gerade die Module erst einmal eine neue Absatzidee sind und viel versprechen. Modelleisenbahnen werden auch nie fertig! Oder sind es doch gezielte kleine 1-2 Rackeinheiten große Live-Zentralen, die da entstehen und dann „erst mal nichts mehr“? Wann kommt das nächste Erstmalnix und die Rahmen platzen. Und wann kommt der große günstige Hersteller und macht es anders? Es ist eigentlich erst einmal nur „anders“, ist das gut oder schlecht?

Erica Techno System – Drum Module und Sequencer

Ericas Techno System

Von zwei Drum-Modulen und dem Sequencer berichteten wir schon rund um die Superbooth und NAMM. Inzwischen ist jedoch das System und damit die Module fertig und kommt in Kürze in die Auslieferung als komplettes System, das sogenannte Erica Techno System.

Das Techno-Rack ist eine Sammlung an Drum-Modulen, einer Bassline und dem Sequencer. Der Sequencer kann 16 Instrumente ansteuern und triggern und zusätzlich eine tonale Spur verschicken. Dazu sind 12 Drummodule auch mit einem Accent-Signal zur Betonung zu versorgen, es ist also das Gehirn des Systems.

Erica Techno System

Gezeigt haben wir neben dem Sequencer auch schon die ersten beiden Drum- Module Bassdrum und Snare. Dazu kommen aber auch noch Bassline, eine Art Mini-303-Modul. Neu sind nun ein Drum-Mixer für 7 Audio-Signale und folgende Drums: Claps, Toms, Snare, Bassdrum, Bassline und Sample Drum. Dazu gibt es noch Dual Drive und Hi-Hats. Das System ist quasi eine aufwendige Drummachine mit frei konfigurierbaren Sounds/Modulen. Das Sample-Drum-Modul wird mit 6 Knöpfen und SD-Card-Startpunkt, Tuning, Decay und zwei Sounds anbieten und diese auf einem Display anzeigen. Die Dual-FX und Drive sind Effekte zur Anzerrung und für DSP-Effekte.

Die Preise für die Module sind wie folgt:

  • BD: 225 Euro
  • SD: 200 Euro
  • Toms: 300 Euro
  • Claps: 130 Euro
  • Drum Mixer (7 ins, breiter, mit Compressor): 180 Euro
  • Drum Mixer Lite (6 ins, schmaler): 150€
  • Sample Drums und Dual Drums – tba
  • Dual FX – Effekte – tba
  • Dual Drive – Verzerrung – tba
  • Sequencer ca. 1.600 Euro

Das System kommt im August in „die Läden“ oder genauer in Ericas und vermutlich auch Schneiders Laden.

Infos

Video

Behringer Eurorack Module – Roland Clones und andere?

Behringer modular roland clones

Behringer geht den Weg, den viele gehen, zur Superbooth und dem aktuellen Trend der Eurorack Module. 

Es gibt mal wieder neue Bilder von gecloneten Modulen klassischer Hersteller. In dem Falle ist es Rolands System 100m, welches es unter dem Namen System 500 schon einige Zeit gibt, ebenso auch eine Neuauflage. Deshalb mag das ein Teaser sein, denn markttechnisch wäre es bedenklich mit „dem gleichen“ Angebot aufzuwarten wie die Original Hersteller.

 

Klassisch

Aber wie ist es mit anderen eher klassischen Herstellern? Eine Buchla Box 200 oder ein altes Serge aus den Siebzigern oder auch Moog und Co.? Oder vielleicht sogar ein Korg PS 3300? Nun, letzteres wird wohl nicht passieren, obwohl das garantiert keiner clonen wird wegen des hohen Aufwandes und Behringer wären die einzigen, die das „günstig“ machen könnten.

Aber Behringer kann genau das gut und günstig und wie wir ja gelernt haben – es sollte eher pure analoge Technik sein, damit wären es also die alten Modulsysteme der frühen Zeit in denen noch nicht so viel digitale Technik steckt und was auch eher der Schwachpunkt der Euroracks ist – der Klang der Klassiker ist schon noch etwas fetter als das meiste was man so bekam in dem kleinen Format. Das muss aber nicht so sein. Wie man an den neuerlichen Moog Clones von AJH sehen und hören kann.

Welche Vorteile?

Was würde Behringer bringen? Billiger! Und alte Sachen wieder da, die sonst keiner bauen würde? Würde man dann ausgerechnet das System 500 bzw. 100m als Beispiel nehmen? Nunja, man zeigte auch einen Odyssey und hat ihn nie gebaut, es gibt Bilder und Renderings und sogar reale Bilder einer Menge von Synths, kaufen kann man aktuell aber einen modernisierten Juno und den Minimoog sowie eine eigene Entwicklung, den Neutron. Vermutlich kommen müsste der Oberheim UB-Xa, vielleicht ein VCS3 und der Roland Vocoder wurde bereits funktionsfähig gezeigt in einem Video von Fairchild. Wir werden sehen was es wirklich wird und wann. Lieferungen sind aktuell sehr schleppend und ausschließlich über einen Laden in Deutschland.

Ist das eigentlich gut oder schlecht? Nun, für die die günstig Klassiker wollen – gut, für die Konkurrenz vielleicht eher schlecht.
Preise und Lieferbarkeit sind natürlich noch unbekannt.

Superbooth 2018 – Das Programm steht.

Superbooth 2018

Die Superbooth 2018 findet vom 3.-5.Mai statt – dieses Mal nach der Musikmesse, die in 2 Wochen startet. Wir können vermuten, dass die Messe durch hohe Preise für kleine Hersteller und etwas schwierigen Zugang mit Autos eigentlich die sich unter dem alten und neuen Superbooth-Dach versammelte Modular und Synthesizer-Szene etwas abgeschreckt hat.

Das Interesse zur jetzt dritten Superbooth, die zum zweiten Mal im FEZ in Berlin stattfindet, zeigen die allein 210 Aussteller, und es gibt mehrere Bühnen. Eine davon ist sogar jedem (nicht zahlenden) Gast zugänglich, wo ab 14:30 explizite Gigs statt finden. Wer allein nur Musik auf der Superbooth 2018 hören und sehen will, könnte auf den 3 Bühnen sicher etwas finden.

Live-Acts

Dieses Mal sind die bisher veröffentlichten Darbietung etwas „insideriger“, aber auch Leute wie Schneider™ und vor allem GusGus kann man gegen Ende als Highlight sehen. Aber es treten sogar Aktive aus dem Sequencer-Forum wie Jan-Hinnerk Helms und den Buchla 200e-Kapitän Kai Niggemann auf. Beide sind für spezielle Performance bekannt und auch nur exemplarisch genannt. Die schon letztes Jahr sehr gern gesehenen Ströme werden ihre Modular-Techno-Show ebenfalls zeigen, dieses Mal auch draußen auf der Seebühne. Und so ziemlich jeder Act lohnt sich. Gerade jene, die man sonst nicht so kennt oder die eher in speziellen Kreisen zu hören sind, gibt’s im 30-Minuten-Wechsel. Langweilig wird das nur, wenn man selbst langweilig ist.

210 Aussteller

Bei den Ausstellern sind faktisch alle nennenswerten aus der Eurorack-Ecke dabei, bis hin zu Behringer und Roland. Aber nicht nur die nerdigen, sondern auch Firmen wie Kurzweil, Clavia, Zoom oder Yamaha findet man im Plan. Die Lage ist in Teilen anders, so ist das SynMag nun oben im 2.Stock, Modor oder Twisted Elektrons unten und auch Cwejman ist da. Es fällt auch auf, dass auch die, die nicht unbedingt Neues erwarten lassen, dort sein werden.

Neulinge wie Synthstrom mit ihrem Deluge Groovebox-Sequencer werden da und ansprechbar sein. Ankömmlinge werden ebenfalls andere Hersteller vorfinden und die sind bunt gemischt. Das Ganze wird vermutlich voller werden und ab frühem Nachmittag noch voller sein. Hungern muss man auch nicht, denn es gab extrem moderate Preise bei den kleinen internen Ständen und leckere Sachen. Und einen guten Chai/Kaffee gibt’s an der Seebühne.

Die Weltraum-Labore sind fast so besetzt wie letztes Mal, sie sind allein schon einen Besuch wert. Dort findet man die 5HE-Systeme (Synthwerk, Moon und COTK). Genauer schauen kann man auch bei Black Corporation, die dann sicher ihren Polykobol-Clone bereit halten. Sogar die Kanadier Madrona Labs sind dieses Mal da. Nach dem dem Überflug über die Hersteller findet man sogar Klangbau Köln und andere Hersteller, die bisher noch nicht auf der Superbooth waren. Es wird also gerade reichen 3 Tage ohne große Pausen überall langzurasen, um alles kurz gesehen zu haben. Da fehlt niemand und man sollte sich einen Plan machen, wo man unbedingt hin will und wen man wirklich treffen will.

Abends?

Schriebe ich noch Tipps hin, wo es was gibt, würde das schon wie ein Bericht aussehen, wir sehen uns da. Gearnews wird auch mit mehreren Leuten da sein, ich sowieso. Vermutlich werden aber alle immer viel zu tun haben. Dennoch: Sprechen ist die ultimative Chance und Heiserkeit am Sonntag mit Glücksgefühl und platten Füßen würde ich jetzt schon garantieren. Wie so oft wird es auch später abends Events geben. Mir bekannt ist auf jeden Fall der 5.Mai im Maze Club, direkt anschließend mit LSB TV Anschluss. Hier wird man von einigen Gruppen wohl auch weitere Abendevents finden. Kein Nerd muss irgendwann mal nach Hause. Sicher wird es Events von Koma und weiteren geben, leider auch schonmal mit Überschneidungen.

Mehr dazu: www.superbooth.com

Make Noise – neue weiße Module im 0-Coast-Stil gesichtet

Make Noise Module

Bei einem Shop in Italien tauchten jetzt einige Module auf von Make Noise namens Contour und Dynmix. Diese sind auf den zweiten Blick interessanter, als man denkt – wie so oft bei Make Noise.

Contour ist eine klassische Hüllkurve. Genau genommen ist sie eine ungewöhnlich beschriftete und per Steuerspannung für jede Phase kontrollierbare klassische Minimoog-Hüllkurve. Sie sieht nur anders aus und suggeriert eher, das Buchla-Lager zu vertreten. Außerdem bietet sie Anschlüsse für die Erkennung des Endes der Hüllkurve, um damit Vorgänge auszulösen. Das Decay entspricht der Release-Phase, so wie man das aus der Moog-Ecke her kennt.

Der Preis ist mit 120 Euro angegeben. Ob der auch hierzulande so sein wird ist unklar.

Make Noise und die Ideen der dahinter

Das Modul mit dem Namen Dynamix klingt eher “nach Kompressor”, ist aber ein Low-Pass-Gate, also eine Kombination aus einem resonanzlosen Filter und Lautstärkenmodul (VCA). Es besteht bereits aus zwei solchen Elementen und ist nicht mit Vactrol-Bauteilen, sondern mit Transistoren ausgestattet und damit erneut der von Make Noise “No-Coast” genannten Denkweise angegliedert.

Man könnte darüber sprechen und philosophieren, wieviel von der Buchla/Serge-Idee und wieviel von Moog in diesen beiden Konzepten steckt. Der Trick ist, dass man beide mischt und sie eher nicht klassisch benennt und beschriftet. Dadurch wirken sie anders als andere und sind es auch. Beide Module sind Kinder des 0-Coast Mini-Synthesizers, aber aufwendiger als dieser. Die Breite ist mit 10 HP angegeben, während der Hüllkurvengenerator Contour mit 6 HP etwas schmaler ist. Das Dynamix ist mit 179,90 Euro angegeben.

Es ist denkbar, dass noch weitere Module den Weg in die Länden finden könnten. Wenn man schaut, was am 0-Coast noch zu finden ist, so wäre ein Oszillator und Shaper noch eine mögliche Option. Aber weitere Module waren zumindest nicht zu finden.

Erica Modular Case und interessante Hüllkurven-Module

Erica Synths Module und Case

Erica ist fleißig dieser Tage. Gerade erst die Röhrenmodule renoviert, schon gibt es auch ein neues Erica Case und ein neues Hüllkurven-Duo.

Das Erica Case ist ein schlichtes, aber schönes Doppelcase für Eurorack-Module. Es ist im klassischen Tolex-Vinyl-Design gehalten und hat seitlich sehr stabile Verschlüsse. Der Deckel ist hoch genug, um eventuell auch etwas Raum für Gestecktes zu lassen.

Es ist nämlich wirklich eine Wohltat, wenn man die Patches auf der Bühne nicht komplett neu stecken muss. Deshalb ist die “Haube” etwas höher als die untere Seite.

Neue Module von Erica

Neu ist auch ein interessantes Modul, nämlich ein ADSR-Hüllkurvengenerator. Dessen Besonderheit ist, dass sich alle vier Parameter modulieren und sogar per Abschwächer justieren lassen. Dazu kann man sie zwischen linearer und exponentieller Betriebsart umschalten, was für Percussion schnell genug (exponentiell) ist und für Flächen weich genug (linear).

Als eine Art Seitenanbau, speziell für das Black VC EG genannte Modul, ist noch der VC EG Exp, sprich Steuerspannungs-Expander als eigenes Modul da. Es besteht nur aus Anschlussbuchsen, die das Hüllkurvensignal negativ ausgeben, und kann in zwei Betriebsmodi verschiedene Zwecke erfüllen.

Logic schickt ein Signal aus, wenn ein Segment erreicht ist. So leuchtet die LED und man könnte einem Sequencer oder einer weiteren Hüllkurve ein Triggersignal schicken, sobald eine der vier Phasen durchlaufen wird. Wenn man das nicht braucht, kann man auf CV umschalten und die Funktion ist kein logisches An/Aus-Signal, sondern nun eine Steuerspannung, die faktisch den gleichen Job erledigt, aber noch als Steuerspannung für weitere Ideen frei ist.

Das Erica Case kostet mit internem Netzteil 908 Euro, mit externem sind es nur noch 768 Euro. Die Module kosten 229 Euro bzw. 115 Euro (Expander).

Wem das zu schön oder zu teuer ist, kann auch für etwa die Hälfte Cases bei Erica bekommen. Aber das Reisecase hat nun mal einen Patch-schützenden Deckel und wird gute Dienste leisten.

Erica Synths modernisiert die Modulreihen: Oszillator und Filter

Erica Module

Erica Synths hat die Black-Serie erweitert und verbessert. Das betrifft den Black VCO und das Polivoks-Filter. Die Module gibt es allesamt nur über den Erica-Shop direkt zu bestellen.

Der Black-VCO stellt vier gleichzeitig abgreifbare Wellenformen bereit. Außerdem ist ein Suboszillator direkt vorhanden und abgreifbar. Das ist nicht nur praktisch sondern auch eher ungewöhnlich. Zusätzlich ist einen genau dazu passendes Misch-Modul mit dem Namen VCO-Expander erhältlich.

Die wichtigen Parameter sind jene, die man nicht sofort sieht. Man kann den Black-VCO  mit einem anderen Modul eines beliebigen Herstellers synchronisieren, und es gibt eine manuell einstellbare Pulsbreite sowie deren Modulation. Für die Steuerung der Tonhöhe und für lineare Frequenzmodulation ist ein Abschwächer mit an Bord.

Erica-Module zeichnen sich eher dadurch aus, praktisch sinnvoll und relativ preiswert und dennoch edel zu sein. Eine LED zeigt an, wenn eine Oktave überstrichen worden ist. Das hilft beim Tuning auf der Bühne.

Die andere Neuigkeit ist das Filter des russischen Klassikers Polivoks. Dieses ist noch etwas schmaler geworden und hat zwei Eingänge mit Abschwächern jeweils für die Steuerung der Filtereckfrequenz, besser bekannt als “Cutoff”. Ihr Verhalten ist typisch und mit hohen Resonanz-Werten gibt es die vom Original bekannten chaotischen Effekte.

Der Sound ist sehr authentisch, da man sogar die originalen Bauteile für das Filter verwendet. Eine Kette von LEDs zeigt den Pegel an, da dieser extrem wichtig bei der Justage ist und den Klang stark beeinflusst. Es steht nicht nur ein Tiefpass, sondern auch der Bandpass-Modus zur Verfügung, der einen sehr schönen breiten Klang aufweist.

Das Filter bekommt man für 165 Euro ohne MwSt., der VCO kostet 220 Euro, mit dem Expander 330 Euro (ebenfalls ohne MwSt.)
Zur Produktseite und Shop

Die Möglichkeiten und Klang des VCOs mit Expander kann man hier hören:

Procedural Sequencer – Das ist doch keine Raketenwissenschaft? Doch!

This is not rocket science - 4 neue Module - hier Hüllkurve

“This is not rocket science” ist nicht nur ein inzwischen auch hier bekanntes Meme, sondern auch der Name eines neuen Herstellers, der einige Module für und zur Superbooth 2017 präsentieren möchte.

Insgesamt sind es vier Module, die vorgestellt werden:

  • Tuesday, ein Sequencer
  • Wobbler, LFO mit komplexen Wellenformen
  • Edgecutter, ein Hüllkurvengenerator
  • BigFish, eine komplette Synthesizer-Stimme

Zu sehen im Bild oben ist der Hüllkurvengenerator “Edgecutter”, der per LEDs anzeigt, an welcher Stelle sich die Hüllkurve gerade befindet. Dazu sind offensichtlich alle Segmente modulierbar.

Hochinteressant scheint der “prozedurale Sequencer”, der dazu noch sehr kompakt ist. Dabei scheinen Teile einer Sequenz mittels einfachem Umschalten per Steuerspannung über die Eingänge oder direkt über vier Aspekte einer Sequenz mit jeweils vier LEDs und jeweils einem Taster zu erfolgen. Hier findet man die Auswahl für den Algorithmus, der die Sequenz offenbar generiert, die musikalische Skala, die “Ticks” sowie den Beat. Diese Vier verändern die Sequenz direkt, anstatt selbst eine einzuspielen oder zu speichern.

Für das Tempo gibt es einen Knopf und für die oben genannten vier Elemente jeweils eigene Buchsen. Ganz oben findet man die offensichtlichen Ausgänge für Gate und CV. Außerdem ist noch ein Loop-Eingang vorgesehen. Der Eingang mit dem Ausrufezeichen scheint die Pausen und das Timing zu beeinflussen. Die Melodie-KI für alle, die schnell eine Sequenz oder eine Drumspur brauchen, können sich bei dem Beispiel drauf freuen, dass das Ergebnis brauchbar ist und nicht zu robotisch klingt. Das Demo im Video wurde mit einem 303-Clone gezeigt. Was man davon insgesamt ableitet, ist nach Genuss des unten verlinkten Videos sicher einigermaßen klar.

Die anderen Module sind lediglich zu sehen, aber nicht genauer beschrieben. Da werden sicher noch nähere Erklärungen folgen. Spätestens zur Superbooth ab Donnerstag – wir sind natürlich vor Ort. Preise und Verfügbarkeit sind noch nicht bekannt.

Mehr Infos

Video (Tuesday / Sequencer)

Doepfers neue Module – Mixer und neue Oszillatoren

Doepfer Module A100 Serie

Der Vater des Eurorack-Formats hat auch neue Module zur Superbooth angekündigt. Und nicht wenige. 

Zunächst wären da einige sogenannte Performance Mixer. Auch wenn es trivial erscheint, so sind sie heute in einem Eurorack kompakter als externe, es gibt aktuell auch sonst einen gewissen Trend, alles in das Euroformat zu bringen, um schönere und bessere Transportcases und Lösungen zu finden. Dafür gibt es zum Beispiel den A-138s Mini Stereo Mixer im Gegensatz zu einem CV-steuerbaren Mixer, der im modularen Kontext schlicht sinnvoller ist, selbst wenn man ihn nur teilweise nutzt. Das ist dann der A-135-4 Voltage Controlled Performance Mixer Module. Es gibt bewusst manuelle und CV-Module, da der technische Aufwand für CV-Module höher ist und auch etwas größer ausfällt.

Es gibt auch neue Oszillatoren, darunter der A-110-6 Trapezoid Thru Zero Quadrature VCO. Die “Thru Zero” Funktion ist für alle Anwendungen wichtig, wo mit FM oder Phasenlage experimentiert wird. Das Wort Trapezoid weckt in vielen den Hüllkurvengenerator des klassischen EMS Synthesizers, dies ist hier aber nicht gemeint. Es geht hier um phasenversetzte trapezförmige Schwingungen, die als Klangquelle verwendet werden.

Es gibt noch eine Reihe erstaunlich spezieller Module, wie etwa ein kleines Keyboard, das vertikal angeordnet ist, z.B. um Drums oder Sounds anzuspielen mit einem Ausgang für jede Taste, eine Art Launchbasis für Triggersignale.

Hier noch einmal die Liste mit Link zu den Informationen zu den einzelnen Modulen im Detail. Die Infos bei Doepfer sind sehr umfangreich und gut beschrieben und daher lesenswert. Die Module werden natürlich auf der Superbooth 17 in Berlin zu sehen sein.

A-111-4 Quad Precision VCO
A-173-1/2 Micro Keyboard/Manual Gate
A-138s Mini Stereo Mixer
A-180-9 Multicore
A-190-5 Polyphonic USB/MidiCV/Gate Interface
A-110-6 Trapezoid Thru Zero  Quadrature VCO
A-135-4A/B/C Voltage Controlled Performance Mixer Modules (main unit / CV unit / envelope follower unit)
A-150-8 Octal voltage/manual controlled programmable switch

Der Vorteil vieler dieser Module ist, dass es so verschiedene Optionen gibt, die für sehr spezielle Zwecke gemacht sind, dadurch kann man sehr eigene Lösungen für das eigene System finden.