Top 5+1 – Synthesizer für Bass – Druckstärke und Durchsetzungskraft

Die besten Bass Synthesizer ToplisteDie besten Bass Synthesizer Topliste

Bass-Synthesizer? Gibt es sowas überhaupt? Es gibt sicherlich sehr einfache Synthesizer, die Bässe erzeugen können. Von den Volcas bis hin zur 303 sind diese aber hinreichend bekannt. Aber was ist, wenn man auf nichts verzichten möchte? Er soll Druck haben, darf mit 1-3 Oszillatoren arbeiten und ist einfach fett und rund und vielleicht nicht so gewöhnlich, denn diese Listen gibt es auch ausreichend oft. Hier kommen unsere Top 5 Bass-Synthesizer

„Der Bass muss ficken“, klingt nicht so gut, stimmt aber besonders für Tanzmusik. Aber auch wer Drones, Pop oder Industrial macht, braucht dringend einen Bass. Und da sind klassische, einfache Konzepte zu schnell am Ende. Denn Club-Bässe sind auch nicht selten ein bisschen „Lead“ und haben Obertöne und setzen sich dennoch durch.

Ein Suboszillator ist gut und ein guter Basisklang. So etwas wie der Analogue Solutions Leipzig zielt dann schon in eine sehr brauchbare Richtung, egal ob man nun Synthpop, Clubsound, Noise oder was auch immer macht. Bässe sind nämlich nicht einem Genre unterlegen, es gibt nur Stilmittel, die dies oder das mehr brauchen.

EBMler stehen auf viele Oszillatoren, PWM und synthetische, kräftige Basis mit Dynamik. Aber es kann auch FM sein, der auch in Disco und Dance passt, nur mit weniger schrillen Obertönen, die hingegen in Drum and Bass/Dubstep sehr sehr gern gesehen sind, sogar mehr als woanders mit Crossmod/FM und vielleicht Wavetables. Das kann gerne digitaler Herkunft sein. Und Effekte und Verzerrung sind hier das individuelle Salz in der Suppe.

Top 5 Bass-Synthesizer – Die Minimoog-Sublemente

Analogue Solutions Leipzig / S, Roland SE02, Behringer Model D – sind fett, erfüllen alle runden und satten Bedingungen und mit 3 Oszillatoren sehr fett. Die günstigste Variante ist das Model D, für den Livegig ist es wohl eher der SE02 wegen seiner Speicher und Sequencer. Und für mehr Raum für Knöpfe der nicht so bekannte Bretterbote Leipzig. Das Original ist leider schon wieder vom Markt verschwunden.
roland se-02

Top 5 Bass-Synthesizer – Die andere Seite: FM

Durch den Programmer von DTronics (RDX) ist der kleine Yamaha Reface DX kompakt und bedienbar und der Druck ist stärker als der jeden anderen FM-Synths, so man das Synclavier mal außen vor lässt. Seine Kollegen TG77 und SY99 wären aus Sicht von Druck und Bass die Vintage-Alternativen und mit ihren 6 Operatoren flexibler. Aber diesen Druck habe ich jedenfalls noch nie so deutlich gehabt wie aus diesem kleinen Synth.

Aktuelles Gegenangebot wäre Montage, jedoch aus Sicht von Bass-Herstellung ist der Impact dort nicht so beeindruckend wie bei dem kleinen. FM Sounds sind wandelbar und dynamisch und daher tendenziell weniger verbraucht als „analoges“.

Yamaha Reface DX + Programmer DTX

Yamaha Reface DX + Programmer DTX

 

Top 5 Bass-Synthesizer – Der Exot aus der Vergangenheit

Der Octave Cat SRM 2 Synthesizer ist schon fast rar, aber seine Suboszillatoren und seine Struktur, die stark vom ARP Odyssey inspiriert sind, und sein wärmeres Filterverhalten klingen nicht so analytisch, sondern haben doch unfassbar viel Druck hinter sich mit FM, Ringmodulation und kräftiger Substanz. Behringer wird ihn wohl bald als Clone bringen, und dann wird er eine sehr gute Wahl sein. Die Katze wird unterschätzt, weil Octave/Plateau nicht jedem bekannt sein mag. SRM 2 heißt der klassische Vollausbau, nach dem man suchen sollte.

octave cat srm

octave cat srm

 

Top 5 Bass-Synthesizer – Der Neue

Moog Grandmother – er hat „nur“ zwei Oszillatoren, aber er hat nach längerer Zeit das erreicht, was Minimoog und Prodigy vorgeben, nämlich einen sehr soliden und grundfesten Sound zu liefern. Er ist neu und daher passt er sehr gut und lässt sich modular einbinden.

Moog Grandmother

Moog Grandmother

Top 5 Bass-Synthesizer – Roland geht immer

Der Promars hat extrem schnelle Hüllkurven, ist reduziert auf das Wesentliche und mit weniger Resonanz sehr stark und wurde damals bis heute eher unterschätzt. Er und das System 100 gibt es als Software und in Hardware als Plug-Out in System-1m, 1 und 8, selbstverständlich monophon. Das Große Ding ist der supergute Filterklang, der selbst für Powernoise und breite Drones ausreicht.

Der Promars ist eine Untermenge davon, da dieser keinen Sync oder so etwas bietet, sondern „nur“ den grundsoliden Sound. Alternativ dazu gibt es den Unisono-Mode des SH-01A, der dann an den Jupiter-4 herankommen kann, wenn man den LFO auf superschnell stellt. Unisono, ohne dass er übertrieben klingt, funktioniert nicht überall, hier aber schon!

Roland System 100
Roland System 8 - Synth

Für Roland SE02 und andere – Filter, Buchsen – Helfer-Box SE-02 Ex-Box

Studio Electronics SE02 Ext Box

Der SE02 ist als „Minimoog“ mit Speicher aktuell recht erfolgreich, gegenüber seinem Konkurrenten von Behringer hat er aber kein Hochpass-Filter. Das gibts extra in der SE-02 Ex-Box.

Diese kleine Box ist eigentlich auch für andere Synthesizer geeignet, jedoch ein guter Partner für den SE02. Sie ist im Wesentlichen ein Hochpassfilter mit Drive-Abteilung, um viel Dampf zu machen. Das Hochpassfilter ist allerdings ohne Resonanz ausgeführt. Wozu braucht man das? Um eine Art gekonnten ausdünnenden, aber kräftigen Sound zu erhalten, um ihn in Höhepunkten entsprechend wieder frei zu geben, ähnlich der DJ-Höhepunkte – beides kann man im Video angedeutet auch hören. Ein zweiter Freq-Knopf ist eine griffigere Version mit CV Steuerung, sodass es keine Stufen gibt.

SE-02 Ex-Box – Filter und Helferlein

Die Box liefert auch Audiobuchsen in gewohnter Größe 6,3mm und wird über eine DIN-Buchse mit den entsprechenden Signalen versorgt. Es ist also keine Zauberei. Die Buchsen sind noch immer in Eurorack-Größe, was aber heute eher Standard ist. Es handelt sich also um eine Anschluss-Hilfsbox. Zwei CV-Eingänge, Gate-Taster für Drones (dauerhaft) oder kurzes Antriggern helfen bei der Performance. Das Kabel für die Verbindung gehört mit zum Lieferumfang.

Das Gerät soll 125 US-Dollar kosten, etwa 108 Euro, und ist jetzt verfügbar. Wer nur kurz hinschaut, sieht nur einen externen Controller, es ist aber doch etwas mehr und für die Performance und Zusammenarbeit mit anderen Synths hilfreich.

Infos

Studio Electronics gibt es bekanntlich auch bei Schneidersbüro, weshalb das Gerät wohl dort auch erhältlich sein wird. Der Preis wird sicherlich hierzulande etwas höher sein wegen Zoll und Transport.

Video

Roland und Studio Electronics – neuer polyphoner Synthesizer in der Pipeline?

Roland Studio Electronics

Es kursieren keine Bilder, jedoch ist seit dem SE02 alles etwas anders. Denn die Kooperation ist insgesamt anders als bisher und lässt daher Spekulationen zu.

Anlass ist ein harmloses Foto von Studio Electronics, welches den Code zeigt. Den gibt es schon lange, und er ist ein hochwertiger analoger polyphoner Synthesizer, den man jeweils über Voice-Cards auf 8 Stimmen erweitern kann. Nun wird wohl kaum ein Sinn bestehen, diesen genau so als Roland SE zu bringen, und in ein Boutique-Gehäuse passt er mit Sicherheit nicht. Außerdem ist speziell Roland ziemlich gut in Marketing und zeigt solche Dinge, wenn sie gezeigt werden, immer dann, wenn sie fertig sind mit Videos und nicht in dieser Weise.

Roland und Studio Electronics – eher nichts neues, oder?

Daher – mein Tipp ist, dass es sich wirklich bestenfalls um eine Reparatur oder Pflege der Serie handeln wird. Leser posten bei Instagram: „Bring noch mehr davon wie den SE02“. Ziemlich naiv, und es wird schnell zu einem Gerücht. Aber – das ist gar nicht so schlecht und falsch, denn polyphone sind noch nicht so überlaufen wie monophone, und daher wäre eine solche Kooperation sinnvoll. Nur,  in welchem Format würde man so etwas bringen können? Vermutlich hat Roland eher die Produktionsstraßen, und man kann anders herstellen als SE. Sie haben eigentlich primär das System 8 im Programm. Beim System 1 halten sie sich merkwürdig zurück mit Updates.

Die beste Idee wäre also, diese Technik in neuerer Form in einem attraktiven Angebot zu bieten. Vielleicht auch im klassischen 5-Oktaven-, oder noch besser  3-Oktaven-Synthesizer-Format wäre das aktuell recht besonders und mit Knöpfen auch platztechnisch machbar. Das Teil wäre gut vollgepackt, oder das Design würde komplett neu sein – davon ist auszugehen. Wie viel hier wer gemacht hat beim SE02, ist schwer zu sagen. Jedoch könnte man trotz der Vergangenheit Rolands vermuten, dass sie diese Kooperation machen, weil sie es nicht selbst machen wollen oder die Leute nicht mehr dafür haben. Ein solches Produkt würde sogar am System 8 knabbern – weniger an den anderen, schon wegen der Preise, die sicher noch immer hoch wären, aber sicher nicht so wie bei SE selbst.

Deine Meinung?

Was denkst du, sollte kommen und was würde fehlen? Jetzt, wo wieder alle Curtis-Chips bekommen und andere Fertigung möglich ist, wird es preislich sicher nicht zu Behringer-Preisen und Ideen laufen, sondern Handling und Übersicht typisch Roland sein. So ein Gerät ist zwischen 4-8 Stimmen denkbar. Weniger lohnt sich nicht und mehr ist zu teuer.  Sinnvoll kann es ab 5-6 Stimmen sein. Split, Sequencer und Co. – das wäre alles drin. Was fehlt, wäre Multitimbralität, etwas, das in dem Bereich sehr selten ist und daher wieder „neu“. Kleiner und handlicher ist interessant und wegen der Besonderheit kann es eher nur ein Modell geben, nicht zu viele.

Es kann auch genau so gut gar nichts passieren. Roland ist mit den Boutiques eher wenig Risiko eingegangen. Es gibt in der Menge eher so wenige, dass sie eher zu knapp sind. Mal schauen, wie das „firmenpolitisch“ angelegt wird.

Obwohl der Aufhänger ganz gut ist, so wirkt er etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. So ein Gerät wird jedenfalls anders sein, wenn es kommt. Wenn in einem Jahr nichts passiert ist, kommt vermutlich gar nichts mehr aus der Ecke. Roland und Nichtroland-Sound ist übrigens eh untypisch. Der Synth könnte aber ein Wechselfiltersystem haben – oder 2-4 Filter eingebaut haben, was aber noch ein weiterer Aufwand wäre. Wenn sowas kommt, würde es sicher eher 2 feste Filter haben, Oberheim und Moog im Typ oder eben auch mal Roland.

Wenn man sich da einbrächte, könnte auch ein neuer MKS80-Jupiter entstehen, der aber anders klingen würde. So wie ihn SE bauen würde, mehr als ob Roland ihn bauen würde. Technisch wäre ein Gerät mit den wichtigsten Komponenten im Roland-Klangspektrum machbar, der SE02 deutet aber nicht darauf hin. Andere Welten würden aufgehen, wenn man einen Jupiter-4 bauen würde, der 8 Stimmen erlaubt und mit 2 Oszillatoren ausgestattet wäre, FM hätte und so weiter. Denn er ist einer der charaktervollsten Synthesizer mit interessanten Eigenschaften dann. Aber so etwas haben sie eigentlich schon in digital fast genau so realisiert – fast…

 

Roland SE-02 – Konkreteres, Minitests und Einschätzungen

Roland SE-02 Analog Synthesizer MiniMoog Front Klaviatur

Die Ankündigung des Roland SE-02 hat Wellen geschlagen. Diese sind sehr kontrovers, was sich primär an Format und Größe des Gerätes ableitet und angesichts der Wiederaufnahme der Boutique-Serie mit dem SH-101 scheint viel in Bewegung. Das geht von “ich kaufe das erst, wenn ich es auch mit Wurstfingern berühren kann” bis hin zu “ja, aber wie klingt er nun wirklich”?

Zunächst gibt es einige Tests. Allen voran dieser Bonedo-Test, der durch die Skinnerbox-Leute durchgeführt wurde und nochmal prominent durch Electronic Beats lief. Es lohnt sich dann schon auch, dort in Ruhe noch das Schriftliche zu verinnerlichen. Aus seltsamen Gründen haben nämlich manche schon ein Gerät und andere noch lange nicht.

Die Kurzform und nur mit Audio klingt das so:

Der längere Test in 27 Minuten:

Außerdem gab es kürzlich noch einen zweiten, ganz anderen Check, nämlich jenen:

Relativ kurz, sehr sympathisch aber natürlich nicht allumfassend ist dies. Das liegt daran, dass zwar die FM und Filter-FM gezeigt und erwähnt wird. Jedoch wird bei der Filter-FM nicht eine höhere Frequenz gewählt und einfach mit mehr Resonanz mal das Filter bewegt, weshalb man diese eher schwer einschätzen kann. Bei der Oszillator-FM ist es ähnlich – aber es wird angedeutet. Aber man hört endlich auch, dass es Pulsbreitenmodulation in schnell und langsam gibt (das ist wiederum sehr gut zu hören).

Roland SE-02: noch mehr Audio

Einige Audio-Erfahrungen kann man noch hier finden. Es ist nur einfach eines der gelungeneren Beispiele, während die meisten eher etwas knörrig oder fies klingen oder nicht einzuschätzen sind. Vielleicht können einige auch einfach nicht gut mit der FM umgehen.

"Dark Moon" – Roland SE-02 Demo by Mike Pensini

Here's a track composed & performed 100% on the Roland SE-02 analog synth, with no external FX/EQ/Compression on the individual channels (just a touch of mastering for the video upload).

Posted by Mike Pensini – Keyboards & Production on Dienstag, 11. Juli 2017

Und hier noch einige winzige Details mit einem eher nicht so tollen Sound.

Die meisten Videos, die davor gepostet wurden und keine Reviews sind, boten ein sehr unterschiedliches und eher inhomogenes Bild, so auch bei der letzten. Dieses könnte jedoch noch für kleine Details dienlich sein wie etwa “Stepping” der Parameter.

Roland SE-02: Es geht mehr!

Allerdings machen viele den Fehler, einfach nur Wellenformen zu wählen und nicht all zu viel Relevantes zu zeigen. Die Ambivalenz stammt also ganz offenbar von der Qualität der Testate und ist daher schnell falsch. Daher sollte jeder eher selbst reinhören oder die guten Demos als das ansehen, was damit geht.

Der Sequencer kann mehr als die bisherigen Synths und die analoge Natur ist natürlich anders. Das kann Hoffnungen bei einigen lostreten, die nichts mit der sonstigen Boutique-Serie zu tun hat, nämlich die digitale Serie mit dem SH-101 und dem vielleicht noch technisch möglichen SH-2, Promars und sogar System-100.

An Letzteres glaube ich leider weniger, machbar wären die anderen jedoch schon. Klanglich würde der Promars sich am meisten herausarbeiten können. Was Roland jedoch nicht wagt, ist diese zu “polyphonisieren” oder sie in etwas größer zu vermarkten. Eine Art Microkorg-Version, eine andere Variante oder Desktop. Es ist wohl notwendig, diesen Move zu machen. Das ist sogar mehr das, was so polarisiert als die Geräte selbst. So kann man davon auch entsprechende Dinge lesen.