Max Matthews neue Synthese in ein Modul gegossen – QuBit Scanned

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Neue Synthese, danach suchen doch eigentlich alle. Subtraktiv ist langweilig, additiv kennen wir ja auch schon und Physical Modeling erstmal, allet öde, wa? Also die Innovation kommt in Form eines Eurorackmoduls: QuBit Scanned.

So etwas kann sich der brave Bürger ins Eigenrack schrauben. Das Modul bietet eine Reihe spezieller Parameter, aber auch eine Schwingungsform-Wahl, die stufenlos von Sinus bis Sägezahn reicht. Ungewöhnliche Begriffe heißen Steifheit, Dämpfung und Update Rate sowie Stärke. Außerdem gibt es einen Masse- sowie einen Center-Knopf. Der Auslöser dazu heißt „Excite!“ und all diese Dinge inklusive „Inject“ findet man als Buchsen wieder.

QuBit Scanned – neue Synthese fürs Eurorack

Die Idee und Grundlage dreht sich um eine Saite, die im Raum schwebt. Daher auch die Steifheit und Dämpfungs-Bezeichnung. Das riecht ein bisschen nach Physical Modeling. Wie bewegt sich nun die Saite? Das ist das Basis für die Synthese und dazu gibt es einfach noch eine Art von Berechungsgeschwindigkeit, die man herunterregeln kann und man erhält dann LoFi-Artefakte. Intern werden offenbar Wavetables berechnet anstatt einer Emulation. Das ist anders als bei klassischer Modeling-Synthese. Die VCO-Schwingungsformen werden generell vom virtuellen Hammer angeschlagen und sind daher auch nicht dasselbe wie in einem VCO. Denn sie werden als Anreger in die richtige Form vermorpht™ und dann losgelassen und wie schon erwähnt in Wavetables gewandelt. Daher wird „Excite“ verwendet, denn es ist eine Anregung der Saite, die am Ende die Klangveränderung auslöst. Daher rührt auch der Parametername „Stärke“.

Die Wavetable-Erzeugung kann freilaufend oder getriggert sein. Diese Stimme braucht keine Filter oder VCAs, da die Synthese bereits mit Ausklang in sich selbst geschlossen sinnvoll und ausreichend ist. Der Inject-Eingang ist für CV-Tonhöhe gedacht, der Excite-Knopf ist faktisch für Gate-Signale ein sinnvoller Empfänger.

Das Ergebnis ist trotz allem nicht zu sehr Saiten-haft, sondern wegen der Wavetable-Zwischenstufe eher „Synthesizer“-artig. Man sollte also eher Noises und Flächen erwarten als täuschend echte „Saiten-Simulationen“.

349,– US-Dollar kostet die Reise in diese andere, aber auch nicht total fremde Welt. Die Frontplatte kann in silber oder schwarz bestellt werden.

Infos

  • Die offizielle Qu-Bit Scanned Webpage.

Video

Noizoid MMO-3 – Viel Synthese und ein Déjà-vu?

Noizoid MMO3

Moment, den habe ich schon gesehen? Nein! Das war der OCS2, ein hybrider Synthesizer mit analogen VCOs und Filter. Dieser Synthesizer hier hat drei Oszillatoren und ist ein Synthese-Spezialist – aber auch blau.

Genau so würden sehr aufmerksame Leser den Noizoid MMO-3 eher übersehen, weil er wirklich sehr stark so aussieht wie der deutlich “analogere” OSC2 mit zwei Oszillatoren und Effektabteilung. Der MMO-3 hat eine lange Reihe von Tastern, die in Keyboard-Form angeordnet sind. Hier liegen eine Menge Funktionen für die Oszillatoren bereit. Diese sind:

  • AM, Amplitudenmodulation – bewegt die Lautstärke eines Oszillators so schnell, dass ein neuer Klang entsteht.
  • FM, Frequenzmodulation – tut dasselbe mit der Frequenz
  • PM, Phasenmodulation – tut dasselbe mit der Phasenlage und ist ab Audiofrequenz im Ergebnis fast identisch mit dem Ergebnis der FM
  • Wave Shaper Modulation

Es gibt eine ADSR-Hüllkurve für die Lautstärke und drei LFOs mit sehr speziellen Funktionen. Hier gibt es ein anderes Konzept als bei anderen Synthesizern. Wer neue Welten erkunden will, hier geht es lang!

Die LFOs gehen anhand der Beispiele auch in den Audiobereich hinein, sodass komplexe FM-ähnliche Klänge erzeugt werden können. Wie man vielleicht erkennen kann, fehlt dem MMO-3 ein Filter. Das wird durch die Synthese faktisch ersetzt. Ein klassischer FM-Synthesizer hat übrigens auch keine Filter. Hier wird alles puristisch gemacht, und deshalb steuern die LFOs auch die Parameter der Oszillatoren. Das ist keine Einschränkung, sondern ermöglicht potentiell komplexere Sounds. Das ist auch deshalb notwendig, weil es nur eine Hüllkurve gibt. Der Ansatz ist für alle gut geeignet, die mit FM etwas einfacher umgehen wollen und nicht komplexe voneinander abhängige Hüllkurven im Griff haben müssen.

Noizoid MMO-3 – Drone-Synthesizer

Technisch basiert das Gerät übrigens auf einem Aduino. Aber das ist eher eine Info für Nerds. Also kommen wir wieder zurück auf den Synthesizer – die Hersteller mögen die Idee eines Drone-Synthesizers, daher auch ihr Name Noizoid. Die drei LFOs haben spezielle Aufgaben, die nicht offensichtlich sind. So sind sie beispielsweise zuständig für die Mustererzeugung in LFO 3 und die Modulation der FM und die im Video erklärte Synthese. Daher empfehle ich dringend, sich das mal anzusehen.

Der Synthesizer kann natürlich auch tonal gespielt werden, aber auch externes Audio interessant verbiegen und verändern. Der Joystick unten rechts ist übrigens für die weitere Performance mit dem Sound gedacht. Diese kann man im Video relativ weit hinten finden und entspricht vermutlich am meisten den Erwartungen zu FM-Synthesizern.
Der Preis beträgt 499€.

Des Rolands neue Synthesizer – aber was genau kommt im Juli?

Roland

Vier Termine ohne weitere Information postet Roland stolz. Hinter solchen Terminen müssen nicht immer Sensationen stecken. Unter dem Motto “The Future Redefined” gibt es vier Termine für vier Kategorien: Drums, Videos, Gitarre und Synthesizer. 

Um den Synthesizer-Termin am 20. Juli 2017 genauer zu untersuchen oder gar vorherzusehen, muss man sich Rolands Geschichte ansehen. Da gab es die klassischen X-Serien, welche eine Fortführung des Digitalen in Verbindung mit analogen Elementen darstellte. Dahinter steckte quasi die Idee des Roland JD-800 mit Sample-Elementen, verbunden mit dem, was Roland in den frühen Neunzigern ausmachte – inklusive akkordfähigem Sequencer.

Die andere Seite ist zwar in zwei Serien aufgeteilt, technisch jedoch genau eine Idee: nämlich alles komplett digital zu machen und sich dabei am klassischen Roland-Sound der Siebziger und Achtziger zu orientieren. Hier gibt’s die SH-, System-, Juno- und Jupiter-Serien bis hin zum JX. Bis auf den JX-3P fand man die im System-8 wieder.

Aber Roland weiss auch um die Schwachstellen der Instrumente, beispielsweise die sehr experimentelle Tastatur mit zu wenig Tastenumfang und Hub im System 1. Vermutlich ist auch die relativ geringe Modulationstiefe des LFOs ein bekannter Schwachpunkt.

Rolands Synthesizer-Geschichte

Heute sieht man eine Menge der grün leuchtenden Aira-Geräte in Studios. Als kleinere Variante gab es die Boutique-Serie, die immer mit dem gleichen Formfaktor und Batteriebetrieb die Musikerwelt spaltete. In den Foren wird über zu kleine Tasten und zu kleine Knöpfe diskutiert, während andere gerade das genießen: ein paar Desktop-Synthesizer in einer Größe und Gewicht, die man prima auf die Bühne stellen kann oder in den japanischen Garten. Aber was kann Roland hier insgesamt besser machen?

Doch halt! Roland war nie die Firma, die schon Bekanntes einfach noch mal unverändert neu veröffentlicht hat. Vielmehr hat sie durchaus auch den Mut gehabt, eine komplett neue Serie zu entwickeln, die total anders ist. Aira war eine Art Versuch, der genau so gut hätte scheitern können. Analog war der Versuch das System 100m als Eurorackmodule mit Malekko zusammen anzubieten. Schlauerweise geschah das mit den stilprägenden Modulen, die typisch für das System sind, nicht mit jenen, die andere Hersteller auch hätten bauen könnten.

Womit rechnen wir?

Somit können wir mit neuen Simulationen rechnen aber auch einem neuen Formfaktor oder schlicht eine neuen Generation dieser Technik, die ohne Frage klanglich neue Maßstäbe gesetzt hat. Und die hybride Technik der X-Serie unterliegt in den Grenzen sogar der rein synthetischen.

Aber was ist, wenn Sampling in das System kommt? Es fehlt noch immer ein Sampler mit Fadern oder Knöpfen. Es könnte noch immer einen Microkorg-artigen System-8 geben, denn der Klassiker von Korg geht in sein 15. Jahr und ist zu Recht noch immer beliebt, da sein Formfaktor stimmt.

Ein System-1m könnte man ohne Probleme an eine gute kleine Tastatur anbauen und ebenso mit großen Tasten anbieten. Nur dieses Mal eben nicht in viel zu klein oder mit schlechten Tasten und mit Sample-Spektren und Röchelsamples? Oder ist es doch total anders?

Und was konnte Roland bisher noch gut? Groove und Sequencer – die sind zwar im Ansatz in der X-Serie super, aber die haben keinen Song-Mode und keine Transposition. Hier könnte eine Änderung viel bringen. Aber – das alles wäre ein kleiner Schritt. Auch die MC-Serie wurde nie live-tauglich gemacht, sondern lieber eingestampft. Dabei war der Sequencer eigentlich gut, nur muss man eben die Maschinen anhalten, um in den Record-Mode zu gelangen. Und das war sehr wenig praxisnah.

Tja, aber was ist, wenn die beiden Synthesizer einfach neue Fantoms oder Workstations sind? Diese könnten die Technik der Aira-Klangerzeugung haben – und Sampling. Dann gäbe es die beste Technik auch mit hochwertigen Tastaturen. Auch du kannst mit deiner Top -40-Band Samples und Synthsounds haben, die viele Pop-Hits hervorbrachten? Man weiss es ja nie.

Vielleicht gibt es auch nur ein neues Akkordeon? Wie raten, raten, raten …

Sinan Bökesoy bringt auf Sonic-Labs seinen Cosmosf

Der Computermusik-Komponist Sinan Bökesoy hat für Mac-User einen neuen Stand-Alone-Synth gebaut. Die Tonausgabe bedient sich eigener Synthesearten und Line-Ins, diese werden vom Programm in Mini-Loops verwurstet und durch Feedback-Schleifen abermals bearbeitet. Naja seht selbst:

Preis: 89 Euro

Sonic-Lab

Download der Demo


On Location With Wolfgang ‘PPG’ Palm

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On location in Hamburg with Wolfgang Palm is a short documentary that captures Wolfgang Palm, former head of the PPG Synthesizer company, reminiscing in front of historic PPG locations in Hamburg.

Along the way, Palms discusses his experiences with some famous users, including Tangerine Dream, Klaus Schulze and others.

PPG developed a line of very influential synthesizers in Germany, between 1975 and 1987, including the PPG Wavecomputer and the PPG Wave 2.

You can view part 2 & 3 of this Palm interview below.

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via logger39187:

This is part 1 of 3 with English voice overdubbing for international PPG fans. There is also a version with original audio in German language.

YouTube cut off the last sentence. It is: “I don’t know, I can’t remember…” – Watch it complete in Part 2!

English voice & translation by Darrin C. Huss, voice of Psyche.

via sequencer.de