Westküste

Aemit – Ein besonderes Modular-System Post-Buchla

Aemit Modular System

Guy Drieghe ist ein kreativer Geist, der schon so etwas wie ein Urgestein der Synthesizer-Szene ist. Immer wieder gibt es interessante Hardware. Nun auch auch komplettes Modulsystem namens Aemit. Den Anfang machen ein EVC Filter, der wie ein Oberheim SEM auf Steroiden daher kommt und ein Variphase, ein Super-VCO/LFO.

Guy Drieghe?

Bekannt wurde er durch eine Art Zusatzkarte für Buchla. Aber schauen wir mal genauer bei Aemit. Es gibt inzwischen schon eine Reihe von Modulen und ein Gesamtkonzept für ein vollständiges System. Wie immer geht es hier um Details, sinnvolle und akkurate Steuerung und natürlich auch den Klang selbst.

Den Namen Guy Drieghe habe ich zum ersten Mal auf einem Cover von The Klinik gelesen, wer viel über die Belgische Elektro-Szene wissen will, sollte und kann ihn befragen.

Aemit Module

Aemit Module

Schaut man sich die Module an, findet man aufgeräumte und gut beschriftetes Design. Das EVC Filter ist von 6 bis 24 dB / Oktave fließend einstellbar und bringt Tief-, Hoch- und Bandpass getrennt regelbar sowie steuerbare Resonanz mit. Die Schaltung ist ein bisschen wie die des Oberheim SEM, jedoch massiv erweitert, weshalb sie auch bis 24 und nicht nur bis 12 dB / Oktave reicht. Die Steuerung kann auch oktavrein sein, deshalb findet man auch einen V/Oct-Eingang neben den beiden FM-Eingängen.

Ein anderes interessantes Modul ist Variphase, eine Art Super-VCO/LFO mit sehr genau einstellbarer Phasenlage, Modulation und Wahl von 7 Schwingungsformen. Deren Steuerung enthält AM, PM, lineare FM und natürlich V/Okt, damit ist das Modul absolut FM-tauglich und noch mehr PM-tauglich denn die Phasenlage ist komplett und genau steuerbar und hat mehrere Ausgänge für verschiedene Phasenlagen.

Wer gern sehr weit denkt und über das was analoge Synthesizer so können hinaus gehen möchte, wird mit dem Aemit sicher einen guten Weg an der Westküste finden. Post-Buchla!

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Softube Modular bekommt einen klassischen Buchla 259e Oszillator

Softube Buchla 259e

Der 259e Oszillator ist das Herz der Buchla-Systeme. Damit ist das aktuelle 200e-System gemeint. Bisher gab es in Software noch nicht so viele solcher Angebote, sieht man mal von Ripplemaker und Aalto ab, die beide sicher davon inspiriert wurden.

Als Software hat noch keiner ein komplettes Westküsten-System auf die Beine gestellt. Aber Buchla war immer eine Inspiration. Hier haben wir es aber mit einem direkten Clone des 259e zu tun, also einem der aktuellen Oszillatoren. Man muss sich nicht wie beim Original sorgen, ob und mit welcher Firmware der Kram funktioniert – it simply works.

Der 259e Osillator

Was macht ihn aus? Natürlich das Shaping und die Frequenzmodulation der beiden Oszillatoren. Der modulierende Oszillator hat bei Buchla gern Sinus, der Zieloszillator bietet Sägezahn und Rechteck an. Gesteuert werden können die Phase, die Pulsbreite und die Frequenz. Die beiden Oszillatoren können hart oder weich synchronisiert werden, was eher selten vorkommt. In der klassischen Welt bot Oberheim dies im Matrix-6-Synthesizer an, Roland hingegen bei den Modulars ,und beim SH-7 und SH-5 gibt es das ebenfalls als “weak”- und “strong”-Sync. Das Modul hat einen Speicher und kann deshalb noch einige weitere Wellen herstellen, die ein wenig an Wavetables erinnern.

Interessant ist, dass die Buchla-Module eigentlich nicht so zwingend analog sein müssten und dennoch ungebrochen so große Beliebtheit besitzen und eine gewisse Magie. Ihr Konzept wurde von anderen Eurorack-Herstellern wie Endorphin.es oder Harvestman schon ziemlich gut geklont, wieso also nicht endlich auch mal direkt in einer Software? Aktuell gibt es AU- undVST-Versionen. Wir hoffen, so etwas kommt auch mal aufs iPad – also das gesamte Softube Modular-System.

Das Softube Modular gibt den Entwicklern mehr Raum etwas zu machen und dafür Geld zu nehmen. Der Nachteil für den User ist, dass solche Module insgesamt teuer sind. Dafür werden sie aber sehr liebevoll und detailreich erstellt. Die Konzepte für solche Systeme könnten später auch eine gewisse Dominanz bedeuten, da der Markt für Eurorack-Modul-Simulation aktuell noch überschaubar ist.

$79 kostet das Modul und mehr Information dazu gibt es hier. Später soll es regulär $99 kosten, genau so viel wie das komplette Softube Modular-System insgesamt, das Voraussetzung zum Betrieb ist.